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Rapid enttäuscht in Molde, Torhüter Gartler als Lichtblick

Rapid steht in der Fußball-Europa-League bereits nach zwei Spielen unter Zugzwang. Österreichs Vizemeister enttäuschte am Donnerstag auswärts gegen Molde FK, verlor mit 0:1 (0:0) und hat schon sechs Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge. Einziger Lichtblick war die Leistung von Torhüter Paul Gartler, der überraschend den Vorzug gegenüber Richard Strebinger bekommen hatte.

Für die Hütteldorfer gab es nichts zu holen SN/APA (AFP)/SVEIN OVE EKORNESVAG
Für die Hütteldorfer gab es nichts zu holen

Strebinger hatte in den vergangenen Wochen Schwächen gezeigt, weshalb sich Trainer Dietmar Kühbauer für Gartler entschied. Der 23-Jährige, der in der Bundesliga erst zwei Spiele absolvierte, dankte es mit einer fehlerlosen Partie. Mit einigen Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel, beim Tor von Ohi Omoijuanfo (65.) war er ohne Chance. "Es hat mich gefreut, dass ich dabei sein durfte, aber ich kann mir nicht viel darum kaufen, eine 0:1-Niederlage ist eine 0:1-Niederlage", ärgerte sich Gartler.

Denn seine Vorderleute hatten keinen guten Tag. Abgesehen von ein paar Minuten unmittelbar vor der Pause war Molde das klar bessere Team. Der norwegische Meister war zweikampfstärker, ballsicherer und vor dem Tor gefährlicher. Dass sie den Kunstrasen im Aker-Stadion gewohnt sind, kam den Heimischen wohl entgegen, war aber nicht der einzige Grund für ihre Überlegenheit.

"Molde hat gezeigt, dass sie auf diesem Untergrund sehr gut kombinieren können. Sie fühlen sich wohler auf diesem Platz, ohne dass ich eine Ausrede suchen will. Unser Spiel war nicht gut genug, dass wir hier was mitnehmen können", erklärte Kühbauer im Puls-4-Interview. "Wir waren heute nicht so im Spiel, nicht so in den Zweikämpfen, haben oft zweite Bälle verloren", bemängelte er.

Dass die Voraussetzungen bei der Reise in den hohen Norden alles andere als optimal waren, ließ Kühbauer nicht unerwähnt. Rapid war bereits zwei Tage vor dem Spiel angereist, um die strengen Hygienevorschriften in Norwegen erfüllen zu können, und musste im Hotel die Zeit totschlagen. "Wenn du drei Tage rumhängst wie ein toter Fisch", sei das nicht die beste Vorbereitung, betonte der Rapid-Coach.

Sehr selbstkritisch war Dejan Ljubicic. "Vor allem in den ersten 30 Minuten hat uns der Kampfgeist gefehlt, da haben wir uns gar nicht ausgekannt, viel zu viele Zweikämpfe verloren. Und das geht gegen so einen Gegner gar nicht", kritisierte der Kapitän. "Du musst liefern, Europa League hast du nicht so oft, da musst du dein Bestes geben, um das Spiel zu gewinnen. Es war einfach zu wenig", sagte Ljubicic.

Der angepeilte Aufstieg ist damit nur noch schwer zu realisieren. Arsenal, am Donnerstag 3:0-Sieger gegen Dundalk FC, und Molde halten bei je sechs Punkten, mit einem Sieg kommende Woche im Heimspiel gegen Dundalk will sich Rapid aber wieder zurückmelden. "Es sind noch vier Spiele. Ich hoffe, dass wir am Donnerstag zu ersten Punkten kommen, wir werden uns nicht aufgeben", meinte Kühbauer.

Quelle: APA

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