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Rapid Wien steigt nach Sieg gegen Glasgow Rangers auf

Rapid Wien steht so wie Red Bull Salzburg in der K.o.-Phase der Fußball-Europa-League. Der Rekordmeister gewann sein "Endspiel" gegen die Glasgow Rangers mit 1:0.

Dejan Ljubicic jubelt nach seinem Tor.  SN/GEPA pictures
Dejan Ljubicic jubelt nach seinem Tor.

Fußball-Rekordmeister Rapid überwintert in der Europa League. Die Hütteldorfer fixierten den Aufstieg ins Sechzehntelfinale am Donnerstagabend mit einem nicht unverdienten 1:0-(0:0)-Heimsieg gegen Schottlands Rekordchampion Glasgow Rangers. Die Wiener gewannen dank eines Treffers von Dejan Ljubicic (84.) und kamen als Zweiter der Gruppe G hinter dem punktgleichen Pool-Sieger Villarreal weiter.

Rapid revanchierte sich für die 1:3-Niederlage bei den Rangers im Oktober und schaffte im siebenten Anlauf erst zum zweiten Mal nach 2015/16 den Sprung in die K.o.-Phase, deren erste Runde am Montag in Nyon ausgelost wird. Spieltermine des Sechzehntelfinales sind der 14. und 21. Februar 2019.

Rapid konnte sich auf die Heimstärke auf internationaler Ebene verlassen, ging bereits zum achten Mal in Folge im Europacup ohne Niederlage aus dem eigenen Stadion. In der Europa-League-Gruppenphase sind die Wiener vor eigenem Publikum gar 13 Partien unbesiegt. Die Serien gingen verdient weiter, Rapid hatte zwar vor dem Pause bei einem Goldson-Lattenkopfball (21.) Glück, war nach dem Seitenwechsel aber spielbestimmend und wurde durch den Treffer von Ljubicic belohnt. Die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer tankte damit auch viel Selbstvertrauen für das wichtige Liga-Auswärtsderby gegen die Austria am Sonntag in Favoriten.

Die erste Hälfte war geprägt von Leidenschaft und Kampf. "Es war ein richtiger Abnützungskampf", analysierte Rapids Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel im Puls4-Pauseninterview treffend. Beide Teams waren spielerisch limitiert, die schlechte Rasenqualität war noch dazu wenig förderlich, Bälle versprangen sich immer wieder. Die zum Siegen verdammten Schotten gingen noch nicht das größte Risiko ein, waren aber trotzdem einmal brandgefährlich. Bei einem Kopfball von Connor Goldson nach Tavernier-Freistoß rettete die Latte für die Wiener, die sich selbst in der Offensive nicht in Szene setzen konnten.

Das änderte sich nach Wiederbeginn, wo die ohne den verletzten Abwehr-Routinier Mario Sonnleitner angetretenen Hausherren tonangebend waren. Abschlüsse von Christoph Knasmüllner (52., 63.) fielen aber zu schwach aus. Ein Freistoß von Kapitän Stefan Schwab (79.) ging drüber. Von den von zumindest 2.500 Fans lautstark angefeuerten Schotten war mit Ausnahme eines von Richard Strebinger parierten Tavernier-Schusses (81.) nichts zu sehen.

Und Rapid belohnte sich für eine gute Vorstellung in Hälfte zwei auch noch mit einem Sieg, dem dritten in der Gruppenphase. Nach schönem Doppelpass mit Knasmüllner schloss "Joker" Ljubicic mustergültig ab. Der Gruppensieg blieb Rapid verwehrt, da Villarreal im Parallelspiel Spartak Moskau mit 2:0 besiegte und damit aufgrund des besseren direkten Vergleichs mit den Wienern Rang eins erreichte.

Stimmen nach dem Spiel

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Es ist bisher mein allerschönster Tag als Rapid-Trainer, es ist ein sehr schöner Moment in meinem Leben. Es haben vorher nicht alle erwartet, dass wir da weiterkommen. Wir haben bis auf einen Lattenköpfler das Spiel 90 Minuten kontrolliert bzw. nichts zugelassen. Das Tor war eine wunderschöne Aktion, Dejan hat den Ball gut mitgenommen und wie ein Mittelstürmer den Ball reingelegt. Ich habe Dejan eher gesehen, dass er uns in der Defensive stabilisiert, dass er das Tor macht, hätte ich nicht erwartet. Ich bin natürlich froh, dass wir in der Europa League überwintern, werden in der K.o.-Phase immer Außenseiter sein, das macht die Aufgabe noch schöner. Wer es sein wird, ist mir grundsätzlich gleich. Wir müssen das jetzt abhaken, am Sonntag wartet eine sehr wichtige Aufgabe. Feiern können die Spieler dann, wenn sie Urlaub haben."

Dejan Ljubicic (Rapid-Torschütze): "Ich bin überglücklich, ich habe ihn (den Ball beim Tor, Anm.) gescheit reingehaut. Super wie ihn der 'Knasi' zurückgespielt hat. Ich freue mich sehr, es ist wichtig, dass wir weitergekommen sind. Die Bank hat das Spiel entschieden, aber die ganze Mannschaft hat alles gegeben. Ich habe es gekrönt mit dem Tor. Ein wunderschöner Abend, jetzt haben wir am Sonntag das Wiener Derby, das wir auch gewinnen müssen."

Stefan Schwab (Rapid-Kapitän): "Es ist super für uns, dass wir das jetzt geschafft haben. Das ist einfach geil für den ganzen Verein. Es war in der ersten Hälfte kein schönes Spiel, es war hart umgekämpft. Wir wussten, je länger es zu null steht, desto mehr Räume bekommen wir. Wir waren clever und haben uns diesen Aufstieg über die ganze Gruppenphase verdient. Gefeiert wird jetzt gar nicht. Es wartet ja noch ein geiles Derby, da können wir noch was gutmachen."

Richard Strebinger (Rapid-Tormann): "Es ist überragend, ich denke, das haben die wenigsten erwartet. Wir waren schon Außenseiter in der Gruppe und haben bewiesen, dass wir verdient weitergekommen sind. Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen wegen der schlechten Leistungen in der Meisterschaft. Wir sind in den letzten Spielen in der Liga schon in der Defensive gut gestanden und heute wieder. Zu dem Tor braucht man nichts sagen, das war super. Einen Wunschgegner gibt es für mich eigentlich nicht, mir ist es ziemlich gleich."

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

Quelle: SN

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