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Red Bull Salzburg diente als Sprungbrett: Adi Hütter bedroht mit der Eintracht die Oberschicht

Österreichs Trainerexporte Adi Hütter und Oliver Glasner mischen an der Tabellenspitze mit.

Frankfurt-Trainer Adi Hütter mischt mit seiner Mannschaft an der Tabellenspitze mit. SN/AFP
Frankfurt-Trainer Adi Hütter mischt mit seiner Mannschaft an der Tabellenspitze mit.

Die österreichischen Trainerlegionäre Adi Hütter und Oliver Glasner mischen die deutsche Fußball-Bundesliga ordentlich auf. Hütter entzauberte mit seiner Frankfurter Eintracht beim 2:1 am Samstag sogar Weltpokalsieger und Tabellenführer Bayern München. Und Glasner liegt mit Wolfsburg sogar auf Platz drei, einen Rang vor der Eintracht. Beide Teams haben gute Chancen, sich für die Champions League zu qualifizieren.

Die Szene nach Spielschluss war bezeichnend für die Situation. Hütter strahlte über das ganze Gesicht, während er Bayern-Trainer Hansi Flick umarmte. Der machte einen verärgerten, ratlosen Eindruck. Es hatte ganz den Anschein, als müsste Hütter den Meistertrainer trösten. Die Eintracht und Wolfsburg sind die Mannschaften der Stunde. Insgesamt waren Hütter und Glasner in der Liga erst zwei Mal zu bezwingen: ein Bestwert. Diese Konstanz macht Wolfsburg und Frankfurt zur plötzlichen Bedrohung für die Oberschicht Bayern München und RB Leipzig. Dortmund oder Gladbach wurden bereits abgehängt.

Hütter hat es bei der Frankfurter Eintracht geschafft, viele Profis, die bei ihren ehemaligen Clubs große Probleme hatten, aufzurichten, sie weiterzuentwickeln. Wie etwa Österreichs Nationalspieler Martin Hinteregger, der zuvor bei Borussia Mönchengladbach und Augsburg viele Probleme hatte. Hütter hat ein gutes Händchen für sensible Spielerseelen. Die Mischung im Hütter-Team aus spielerischer Klasse, physischer Robustheit und Routine stimmt.

Das bekamen auch die Bayern vor allem vor der Pause zu spüren. Hinteregger gestand dann nach dem Sieg auch: "In der ersten Halbzeit haben wir stark gespielt und damit haben die Bayern anscheinend nicht gerechnet. Zum Glück haben wir die beiden Tore gemacht - es war dann logisch, dass Bayern in der zweiten Halbzeit anläuft und auch zu Chancen kommt." Richtig in Gefahr, das Spiel zu verlieren, kamen die Frankfurter aber nicht. Damit ging eine Horrorwoche für die Bayern zu Ende. Nach dem blamablen 3:3 am Montag gegen Tabellennachzügler Bielefeld gab es auch gegen die Eintracht eine böse Überraschung. Nur ein Punkt aus zwei Spielen, die Bayern schwächeln und Frankfurt und Wolfsburg beginnen plötzlich, auch vom ganz großen Coup zu träumen.

Frankfurt holte aus den vergangenen elf Runden mit neun Siegen und zwei Unentschieden 29 von 33 möglichen Punkten - eine sensationelle Bilanz. Hütter fand es sogar überragend, nach der 22. Runde nur sieben Punkte hinter Bayern zu liegen, nur zwei Spiele verloren zu haben. "Wir haben phasenweise gegen eine Weltklassemannschaft dominiert, verdient gewonnen", betonte Ex-Salzburg-Trainer Hütter, der die aktuelle Euphorie auch gar nicht bremsen will. "Der Sieg gibt Kraft, Power und Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass wir weiterhin in diesem Erfolgslauf bleiben", erklärte Hütter. In der aktuellen Verfassung muss die Eintracht in der Liga aber niemanden fürchten. Wie auch Glasners Wolfsburger, die zwar weniger attraktiv, offensiv und spektakulär als die Frankfurter agieren, aber nicht weniger erfolgreich. Hütter und Glasner, zwei österreichische Trainerlegionäre machen den Kampf an der Spitze spannend.

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