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Red Bull Salzburg vor dem Millionenspiel: Bullen wünschen sich nun Kälte und Regen

Äußere Bedingungen wie gegen Hartberg würden dem Sportdirektor von Red Bull Salzburg, Christoph Freund, sehr gelegen kommen.

Stand im Regen, konnte aber jubeln: Salzburg-Trainer Matthias Jaissle freute sich über einen 2:1-Sieg gegen Hartberg. SN/GEPA pictures
Stand im Regen, konnte aber jubeln: Salzburg-Trainer Matthias Jaissle freute sich über einen 2:1-Sieg gegen Hartberg.

Zumindest von den äußeren Bedingungen her bekamen die Fußballprofis von Red Bull Salzburg am vergangenen Samstag gegen Hartberg beim hart erkämpften 2:1 schon einen Vorgeschmack dessen, was sie am Mittwoch im "Endspiel" der Champions League gegen den FC Sevilla erwartet. Dauerregen bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt, dazu Windböen und eine trostlose Kulisse ohne Zuschauer im Stadion: Ob diese Umstände den Bullen am Mittwoch mehr behagen als den Spaniern, die bei angenehmen 15 Grad am Samstag die Generalprobe in der Liga gegen Villarreal mit 1:0 gewannen?

Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund gab die Antwort auf diese Frage: Er wünscht sich für das letzte und entscheidende Gruppenspiel um den Aufstieg in das Achtelfinale der Königsklasse einen kalten Dezemberabend und dazu leichten Niederschlag. Bedingungen, unter denen sich Sevilla wahrscheinlich nicht wohlfühlen würde. Aber das ist nur graue Theorie. Sevilla kommt in Topverfassung nach Salzburg, liegt an zweiter Stelle der Tabelle. Schon daran ist zu erkennen, auf welches Kaliber die Bullen am Mittwoch treffen. Aber der Truppe von Trainer Matthias Jaissle reicht ein Remis, um den ganz großen Coup zu schaffen.

Und vielleicht setzt der Spielverlauf gegen Hartberg bei Andreas Ulmer und Co. noch einmal zusätzliche Kräfte frei. Denn der Serienmeister taumelte lange Zeit wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen. Die Jaissle-Truppe fand kaum ein Mittel, um die Hartberger Defensive in Verlegenheit bringen zu können. Nach dem frühen 0:1, es war der einzige Torschuss der Steirer, zeigten die Salzburger aber viel Moral und wurden dann letztendlich auch für die Bemühungen belohnt. Zwei Treffer in der Schlussphase sollten auch Mut für das Spiel gegen Sevilla geben. Klar hieß der Gegner in der Liga nur Hartberg, aber ein spätes Erfolgserlebnis kann Berge versetzen, zumindest in der Theorie.

Aber die Bullen werden schon ein anderes Gesicht als gegen Hartberg zeigen müssen. "Ich war vor allem mit der Moral der Mannschaft sehr zufrieden", sagte Jaissle. Allerdings wusste der Coach auch, dass am Mittwoch in Wals-Siezenheim gegen den FC Sevilla eine deutliche spielerische Steigerung nötig ist, um den fehlenden Punkt für den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse zu holen.

Der Deutsche betonte, dass seine Truppe "viel Positives" für das Duell mit Sevilla mitnehme: "Die Jungs haben sich für ihren Aufwand belohnt." Trotzdem wirkten die Salzburger deutlich von ihrer Form zu Saisonbeginn entfernt. "Wir müssen mehr Gefahr ausstrahlen, die richtigen Pässe spielen und halt auch einmal mit einer Großchance das 1:0 machen. Und wir müssen uns im letzten Drittel verbessern", betonte Jaissle. Trotz des offensichtlichen Steigerungsbedarfs überwiegt beim 33-Jährigen vor der Partie gegen den Tabellenzweiten aus Spanien die Zuversicht. "Dieser Sieg kann beflügeln. Gegen Sevilla werden wir sicher mehr Räume finden, das kommt unserem Spiel entgegen." Zumindest in der Theorie.

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