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Riesenjubel beim Serienmeister: Red Bull Salzburg zieht in die Champions League ein

Österreichs Fußball-Serienmeister ist wieder in der Königsklasse vertreten. Im Play-off-Rückspiel der Qualifikation zur Champions League siegten die Bullen mit 3:1 gegen Maccabi Tel Aviv. Bereits das Auswärtsspiel hatte einen 2:1-Erfolg für Jesse Marschs Truppe gebracht.

Champions League, ich komme: Patson Daka durfte über zwei Tore jubeln.  SN/krugfoto/Krug Daniel sen.
Champions League, ich komme: Patson Daka durfte über zwei Tore jubeln.

Um 20.57 Uhr dröhnte die Champions-League-Hymne aus den Boxen der Red-Bull-Arena. Ein Gänsehautmoment, auch ohne die wegen der Coronapandemie ausgeschlossenen Zuschauer. Denn genau das ist der Klang der Fußballbühne, nach dem Red Bull Salzburg seit so vielen Jahren dürstet.

Der Endstand im fast leeren Stadion in Salzburg. SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Der Endstand im fast leeren Stadion in Salzburg.

Um 22.52 Uhr war es Gewissheit: Die Salzburger bezwangen Israels Meister Maccabi Tel Aviv im Play-off-Rückspiel mit 3:1 und stiegen mit einem Gesamtscore von 5:2 in die Gruppenphase der Fußball-Königsklasse auf. Dort war das Team von Trainer Jesse Marsch bereits im vergangenen Jahr vertreten, erstmals gelang das nun aber über den steinigen Qualifikationsweg, nachdem man seit 2006 nicht weniger als elf Mal bei elf Versuchen gescheitert war.

Diese Bürde schleppten die Bullen auch gegen Maccabi Tel Aviv mit auf den Platz. Verunsichert, phasenweise fast gehemmt trat Salzburg gegen die durch elf (!) Coronavirusfälle geschwächten Israelis auf. So zitterten sich Andreas Ulmer und Co. schließlich in die Champions League.

Andreas Ulmer spielt mit Red Bull Salzburg erneut in der Champions League. SN/GEPA pictures
Andreas Ulmer spielt mit Red Bull Salzburg erneut in der Champions League.

Dabei begann alles nach Plan: Salzburg überraschte mit Albert Vallci anstelle von Rasmus Kristensen auf der rechten Außenverteidigerposition und Dominik Szoboszlai in einer zentralen Rolle hinter den Spitzen, bestimmte in den Anfangsminuten das Spielgeschehen und wurde früh mit der Führung belohnt. Patson Daka traf nach einer engagierten Balleroberung von Sturmkollege Sekou Koita zum 1:0 (16.). Gegen die defensiv ausgerichtete Elf von Maccabi Tel Aviv fanden danach noch Enock Mwepu (20./nach Szoboszlai-Ecke) und Koita (28./nach Daka-Assist) ausgezeichnete Chancen vor, doch das Tor trafen die fußballerisch biederen Israelis. Mittelfeldspieler Eden Karzev versuchte es mit einem Weitschuss, den Bullen-Keeper Cican Stankovic nach vorn wegfaustete. Der Ball landete wieder bei Karzev, der mit einem flachen Gewaltschuss sehenswert zum 1:1-Ausgleich traf (30.).

Auch in der Folge erarbeiteten sich die Salzburger ein klares Chancenplus, im Abschluss agierten sie aber stets zu fahrlässig, was die allgemeine Verunsicherung im Bullen-Team nicht schwinden ließ. Als es dann aber darauf ankam, just bei der wahrscheinlich entscheidenden Szene dieser 90 Spielminuten, da zeigte der Jungstar von Red Bull Salzburg keine Nerven. Dominik Szoboszlai versenkte kurz vor dem Pausenpfiff einen Elfmeter zum 2:1 (45.). Dem waren ein Foul von Maccabi-Verteidiger Matan Baltaxa an Masaya Okugawa und eine Riesenaufregung auf der Bank der Israelis vorausgegangen. Maccabi-Trainer Giorgos Donis wurde von Schiedsrichter Felix Brych mit Gelb-Rot auf die Tribüne verbannt. Szoboszlai zeigte sich von alldem unbeeindruckt und ließ dem starken Keeper Daniel Tenenbaum beim Strafstoß keine Chance. Mit der Führung im Rücken spielten die Salzburger in der zweiten Halbzeit allerdings nicht souveräner und konnten erst nach dem 3:1 durch Daka durchatmen. Der Stürmer traf per Kopf nach einer Flanke von Vallci (68.) und schoss die Salzburger endgültig in die Champions League.

Dafür reichte diesmal eine durchwachsene Leistung, aber wenn dieser Verein in den vergangenen Jahren eines gelernt hat, dann das: In solchen K.-o.-Duellen geht es darum, aufzusteigen. In Schönheit gestorben ist Red Bull Salzburg in der Champions-League-Quali oft genug.

Stimmen zum Spiel

Trainer Jesse March jubelte: „Wir hatten nach Corona drei Ziele: Cup, Liga und Champions League. Jetzt haben wir das letzte Ziel erreicht.“ SN/APA/BARBARA GINDL
Trainer Jesse March jubelte: „Wir hatten nach Corona drei Ziele: Cup, Liga und Champions League. Jetzt haben wir das letzte Ziel erreicht.“

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Wir hatten ein bisschen Stress, aber wir waren stark. Wir haben in beiden Spielen unsere Qualität gezeigt. Wir hatten nach Corona drei Ziele: Cup, Liga und Champions League. Jetzt haben wir das letzte Ziel erreicht."

Zur Vergangenheit: "Der Verein ist reifer, wir haben viel aus der Vergangenheit gelernt. Meine Perspektive ist ein bisschen frischer, wir haben viele junge Spieler, die das nicht erlebt haben."

Patson Daka (Doppeltorschütze): "Es ist sehr schwer, das in Worten zu beschreiben. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Wir haben auf diesen Moment lange gewartet und sehr hart dafür gearbeitet. Wir wussten, dass Maccabi mit allem kommen wird, was sie haben. Am Ende des Tages bin ich einfach froh, dass wir die Taktik der Trainer umgesetzt und es geschafft haben."

Dominik Szoboszlai (Salzburg-Torschütze): "Ich bin beim Elfer nie nervös, habe meine Seite und habe mich nur auf mich konzentriert. Das Wichtigste ist der Sieg. Wir sind gelaufen wie lange nicht mehr, haben alles hineingehaut."

Patrick Farkas und Zlatko Junuzovic beim Jubel nach dem Match.  SN/GEPA pictures/ Jasmin Walter
Patrick Farkas und Zlatko Junuzovic beim Jubel nach dem Match.

Zlatko Junuzovic (Mittelfeldspieler Salzburg): "Natürlich war Druck da. Sie haben nicht viel fürs Spiel gemacht, aber sind diszipliniert und gut gestanden, haben die Räume eng gemacht. Da musst du geduldig bleiben. Wir haben zwar Tore gemacht, sind dann aber etwas in Hektik verfallen. Wir hätten es hie und da besser spielen können, aber der Rhythmus wird noch kommen. Wir sind einfach glücklich, in der Champions League zu sein."

Zur CL: "Wir können immer eine gute Rolle spielen, aber wir müssen genauso wie letztes Jahr auftreten: dynamisch, attraktiv, auch mit Lockerheit."

SN-Liveblog zum Nachlesen:

Aufgerufen am 20.10.2021 um 06:51 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/riesenjubel-beim-serienmeister-red-bull-salzburg-zieht-in-die-champions-league-ein-93530539

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