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Roter Stern Belgrad: Gefährlicher Außenseiter mit treffsicheren Stürmern

Play-off-Gegner Roter Stern Belgrad muss das Heimspiel im "Marakana" gegen Salzburg vor leeren Rängen austragen.

Nemanja Radonjic.  SN/ANDREJ ISAKOVIC / AFP / picturedesk.com
Nemanja Radonjic.

Roter Stern Belgrad - da beginnen die Augen älterer Salzburger Fußballfreunde zu leuchten. Im Oktober 1977 jubelten 18.000 Zuschauer im randvollen Lehener Stadion über ein 2:1 von Red-Bull-Vorgängerclub Austria Salzburg. Zu jener Zeit war das eine Sensation, denn Roter Stern gehörte zur erweiterten europäischen Spitzenklasse. Nach einem 0:1 im Rückspiel kam das knappe Aus.

41 Jahre später ist Roter Stern nicht mehr jugoslawischer, sondern serbischer Meister. Und im Duell mit Österreichs Champion der Außenseiter. 1991 war der Gewinn des Meistercups mit Spielern wie Robert Prosinečki, Dejan Savićević und Darko Pančev glanzvoller Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Jugoslawien zerfiel bald danach, mit Roter Stern ging es bergab.

Geblieben ist nur die Heimstätte, das legendäre "Marakana". Die riesige Betonschüssel fasste einst 100.000 und heute immer noch 60.000 Zuschauer. Gegen Red Bull Salzburg wird im Heimspiel kommenden Dienstag (21 Uhr) aber eine gespenstische Stimmung herrschen: Wegen rassistischer Gesänge ihrer Fans im Zweitrundenmatch gegen Marijampole müssen die Belgrader zwei Heimspiele vor leeren Rängen austragen.

Von großen internationalen Erfolgen kann Roter Stern Belgrad aktuell nur träumen. In der Vorsaison erreichte der Club erstmals seit zehn Jahren wieder eine Gruppenphase, mit zwei Siegen gegen den 1. FC Köln und einem 0:0 bei Arsenal gelang in der Europa League der Aufstieg ins Sechzehntelfinale. Kurioser Höhepunkt der Saison war aber der Meister-Korso, bei dem die Spieler mit einer bengalischen Fackel den eigenen Teambus in Brand setzten.

Trainer Vladan Milojević, 2014 mit Čukarički Belgrad klar am SV Grödig (0:4, 2:1) gescheitert, kann sich bei Roter Stern vor allem auf zwei Offensivkräfte verlassen: El Fardou Ben, in Frankreich geborener Nationalspieler der Komoren, und Nemanja Radonjić, jüngst bei der WM in Russland für Serbien im Einsatz. Beide trafen in den sechs bisherigen Quali-Spielen schon je vier Mal. Ben lieferte Dienstag im Rückspiel bei Trnava den Traumpass zum 2:1 durch Radonjić in der Verlängerung. Der Siegtorschütze - von AS Roma geliehen - galt lange als launisches Talent. Nun gibt er sich ganz fokussiert: "Wir werden nicht lang feiern und uns gezielt auf Salzburg vorbereiten. Wir wollen in die Champions League."

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