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Salzburgs Wunderstürmer Erling Haaland vor dem Abflug nach Leipzig oder Dortmund?

Nach der Flugtour von Red-Bull-Salzburg-Stürmer Erling Haaland zu RB Leipzig und Borussia Dortmund bestätigte der Club, dass man über die Gespräche informiert sei. Konkreter wird ein Transfer offensichtlich bei Takumi Minamino.

In seiner Rückschau zum Jahresende gab sich Sportdirektor Christoph Freund am Donnerstag entspannt: "Wir sind in enger Abstimmung mit Erling und seinem Vater. Es gibt aber keinen aktuellen neuen Stand." Ähnlich bedeckt gaben sich zur selben Zeit die Entscheidungsträger von Borussia Dortmund. Sportchef Michael Zorc verwies auf frühere Interviews. Er hatte darin stets betont, sich zu Spielern nicht zu äußern, die bei anderen Clubs tätig sind.

Die "Ruhr Nachrichten" und "Radio 91.2" hatten berichtet, der 1,94 Meter große Stürmer sei am Mittwoch zu Gesprächen in Dortmund gelandet. Ein Mitarbeiter des deutschen Bundesligisten habe den achtköpfigen Tross um Haaland abgeholt. Der Flugplan der Chartermaschine warf Fragen auf: Demnach gab es zuvor bereits eine Landung in Leipzig und dortselbst zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Nach zwei weiteren Stunden Aufenthalt in Dortmund ging der Flug zurück nach Salzburg. Haaland war am trainingsfreien Donnerstagvormittag im Trainingszentrum in Taxham. Beim letzten Herbstspiel am Samstag in Hartberg wird er wegen einer leichten Verletzung nicht dabei sein.

Auch das renommierte Fachmagazin "Kicker" hält einen Wechsel Haalands von Salzburg nach Dortmund für plausibel. Einer der Gründe: Dortmund-Trainer Lucien Favre, eigentlich ein Fußball-Feinspitz, sei nun doch nicht mehr gegen die Verpflichtung eines auch rustikal agierenden "Brechers". Für Leipzig wiederum spricht die nach wie vor enge Beziehung zum Schwesterclub in Salzburg. Ein Transfer könnte erst für Sommer vereinbart werden, zumal RasenBallsport im Moment keinen dringenden Bedarf nach Nachbesserung auf der Stürmerposition hat.

Während Haalands aktueller Club nach dem 0:2 gegen den FC Liverpool das Frühjahr in der Europa League bestreiten wird, sind Borussia Dortmund und RB Leipzig im Achtelfinale der Königsklasse vertreten. Trotz seiner Einsätze für Salzburg könnte Haaland für die Schwarz-Gelben oder RB international spielen, die UEFA hat ihre Regeln in dieser Hinsicht zuletzt gelockert.

Nur ein Jahr mit dem Wunderstürmer?

Die Salzburg-Zeit des "Wunderstürmers" wäre damit nach nur einem Jahr schon wieder vorbei. 28 Tore in 22 Pflichtspielen haben Topclubs in ganz Europa auf den 19-Jährigen aufmerksam gemacht. In seinen ersten fünf Champions-League-Spielen traf er acht Mal, allein beim 6:2 zum Auftakt gegen Genk erzielte Haaland drei Tore.

In den vergangenen Wochen blühten Transferspekulationen: Von Manchester United über Juventus Turin bis Bayern München gab es kaum einen großen Club, der nicht mit dem Kraftpaket aus Norwegen in Verbindung gebracht worden ist. Dazu gab es reichlich Diskussionsbedarf um angebliche Ausstiegsklauseln oder Vorkaufsrechte in seinem Vertrag. Für Transferfragen sei Mino Raiola als Berater hinzugezogen worden, hieß es. Der Italiener gilt als gewieftester Drahtzieher im internationalen Fußballgeschäft. Er hat unter anderem für Cristiano Ronaldo, Zlatan Ibrahimovic oder Paul Pogba die Verträge ausgehandelt.

"Es wird eine besondere Geschichte geschrieben"

Um 13:10 Uhr sagte Salzburgs Sportchef Freund: "Erling ist omnipräsent. Es ist auch eine außergewöhnliche Erfolgsstory. Wir haben ihn als No-Name hierhergeholt. Dass er komplett durchgestartet ist, freut mich sehr. Und wenn wir in diese Sphären wie die Champions League vorstoßen, dann wird natürlich viel spekuliert. Aber es gibt keinen aktuellen neuen Stand. Und wir werden hier auch keine Gerüchte kommentieren. Aber es ist klar: Es wird eine besondere Geschichte geschrieben."

Abflug aus Salzburg, Landung in Dortmund? SN/GEPA pictures
Abflug aus Salzburg, Landung in Dortmund?

"Nur" 20 statt 30 Millionen Euro

Der Marktwert für den norwegischen Teamspieler wird von "Transfermarkt" derzeit mit 30 Millionen Euro angegeben. Dortmund soll von einer Klausel profitieren, wonach Haaland im Jänner nur 20 Millionen Euro kosten würde. Laut SN-Informationen würde der BVB nur bei diesem "Schnäppchenpreis" tatsächlich zugreifen und nicht um jeden Preis mitbieten. Sicher ist: Red Bull Salzburg macht mit dem Stürmer, der in der Winterpause 2018/19 um 5 Millionen Euro von FK Molde kam, ein sehr gutes Geschäft.

Er hatte sich auch auf Anraten seines Vaters Alf-Inge für Salzburg entschieden, um hier in Ruhe den nächsten Schritt in seiner Karriere machen zu können. Sein Vertrag läuft bis 2023. Im Frühjahr 2019 musste sich Haaland unter Trainer Marco Rose noch mit wenig Einsatzzeit zufrieden geben.

Dafür explodierte der physisch extrem präsente Youngster bei Neo-Coach Jesse Marsch so richtig. 16 Tore erzielte er allein in 14 Spielen der Bundesliga, obwohl er wegen Krankheit und Verletzungen relativ oft fehlte. Bei der U20-WM im Sommer hatte er zudem mit neun Toren in einem Spiel (12:0 von Norwegen gegen Honduras) für Aufsehen gesorgt.

Freund: "Man weiß nie, was kommt"

Sportdirektor Christoph Freund betonte stets, dass für Haaland im Moment Salzburg der richtige Platz sei. "Ich gehe davon aus, dass er auch im Frühjahr noch in Salzburg zu sehen sein wird", sagte der Macher von Red Bull Salzburg jüngst im SN-Interview, fügte aber auch hinzu: "Man weiß nie, was kommt."

Beim 0:2 gegen Liverpool am Dienstag blieb Haaland erstmals in der Champions League ohne Torerfolg. Nach dem zweiten Gegentor durch Mohamed Salah schleuderte er wutentbrannt eine Wasserflasche zu Boden, nach 75 Minuten wurde er ausgetauscht.

Am selben Abend fixierte Dortmund mit einiger Mühe und einem 2:1 gegen Slavia Prag den Aufstieg ins Achtelfinale. Der Ruhrpottclub liegt derzeit auf Rang drei der Bundesliga, drei Punkte hinter Mönchengladbach unter Ex-Salzburg-Coach Marco Rose. Der BVB blieb insgesamt im Herbst noch hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück. Trainer Lucien Favre stand deshalb in der Kritik. Trotz eines 5:0 zuletzt gegen Düsseldorf wird das Fehlen eines durchschlagskräftigen Mittelstürmers beklagt. Paco Alcacér erfüllt mit bislang fünf Ligatoren die Ansprüche nicht, daher wäre die Verpflichtung eines Akteurs wie Haaland logisch.

Interesse aus England an Hwang und Minamino

Auch für Hee-Chan Hwang und Takumi Minamino soll es Interesse aus dem Ausland geben. Konkret will laut englischen Medienberichten Salzburg-Bezwinger Liverpool Minamino holen, während die Wolverhampton Wanderers den Südkoreaner Hwang ins Auge gefasst haben. Bei letzterem steht das Modell Kauf und Leihe für die Frühjahrssaison im Raum. Christoph Freund besät

Die Rekordverkäufe von Red Bull Salzburg

Name Saison neuer Club Ablöse in Mill. Euro
Naby Keita 2016/17 RB Leipzig 29,75
Sadio Mané 2014/15 Southampton 23,00
Erling Haaland? 2019/20 Dortmund 20,00
Amadou Haidara 2018/19 RB Leipzig 19,00
Duje Caleta-Car 2018/19 Ol. Marseille 19,00
Munas Dabbur 2019/20 FC Sevilla 17,00
Xaver Schlager 2019/20 Wolfsburg 15,00
Jonatan Soriano 2016/17 Beijing Guoan 15,00
Stefan Lainer 2019/20 Mönchengladbach 12,50
Diadie Samassekou 2019/20 Hoffenheim 12,00
Hannes Wolf 2019/20 RB Leipzig 12,00
Kevin Kampl 2014/15 Dortmund 12,00

Angaben laut Transfermarkt.at, berücksichtigt sind auch allfällige spätere Bonuszahlungen.

Quelle: SN

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