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Sturm setzt gegen Larnaka auf "den besten Sturm der Liga"

Ajax Amsterdam war für den SK Sturm zumindest eine Nummer zu groß. Nach dem Aus in der Fußball-Champions-League trifft der Vizemeister nun am Donnerstag (19.00 Uhr MESZ/live ORF eins) im Drittrunden-Quali-Hinspiel für die Europa League auf AEK Larnaka. Gegen den zyprischen Cupsieger baut Trainer Heiko Vogel vor allem auf seine Offensive.

Trainer Vogel warnt vor dem Gegner SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Trainer Vogel warnt vor dem Gegner

Bei Sturm Graz wird nach dem geplatzten Traum von der Königsklasse die Europa-League-Gruppe anvisiert. Dies durchaus angriffslustig, wie Coach Vogel am Mittwoch bei einer Pressekonferenz demonstrierte. "Das Schöne ist, dass von euch (Journalisten) immer auf das Negative hingewiesen wird", erklärte Vogel, angesprochen auf die bisher neun Gegentore in der Liga und auf Europaebene. Sein Tenor: "Das ist alles abgehakt." Und: "Solange wir gewinnen, ist mir das wurscht."

Dabei hatte sich der Deutsche nach dem jüngsten 3:2 in Innsbruck, bei dem die Grazer nach einer 3:0-Führung noch zittern mussten, selbst mächtig aufgeregt. Vogel will das Spiel mit einem positiven Fazit aufgearbeitet haben. "Wir befinden uns in einer Luxussituation. Wir kommen zu Chancen, das heißt, dass schon einiges funktioniert. Ich muss jetzt nur noch an die Stringenz der Spieler appellieren."

Sturms taktische Herangehensweise gegen Larnaka ließ er sich kaum entlocken. "Wir haben den besten Sturm der Liga, das ist der Matchplan", sagte Vogel, wohl in Anspielung an die sechs erzielten Tore - Ligabestwert. Dabei vermisste nicht nur er bisher noch die letzte Konsequenz vor dem Tor. Seine Spieler wären oft noch zu sehr mit Gedanken über die richtige Positionierung am Feld beschäftigt. "Das trübt die Klarheit vor dem Tor. Im Prinzip bin ich der Schuldige, dass es an der Effizienz hapert."

Mit zwei 3:2-Erfolgen startete der Vizemeister erfolgreich in die Meisterschaft. International ist es sieben Jahre her, seit Roman Kienast den "Blackys" den bisher letzten Europacup-Heimsieg beschert hat. Im August 2011 besiegten die Grazer den FC Zestafoni aus Georgien in der CL-Quali mit 1:0. Seither: Neun Spiele, neun Niederlagen, Torverhältnis 6:19. Gegen Larnaka folgt der nächste Anlauf. Vogel erwartet ein Duell auf Augenhöhe.

Für Sturm steht das bereits sechste Pflichtspiel der noch jungen Saison an. "Viele Möglichkeiten im taktischen Bereich zu arbeiten, gab es zuletzt nicht. Aber gerade wenn ein Spiel auf das andere folgt, ist es das, was ich als Trainer am liebsten habe", erzählte Vogel. "Ich verspüre große Vorfreude."

Larnaka erreichte in den vergangenen beiden Jahren jeweils das EL-Play-off. Im Vorjahr scheiterten die Südeuropäer an Viktoria Pilsen (Gesamt 1:3), 2016/17 war nach einem 0:4 gegen Slovan Liberec Endstation. Heuer fixierten sie gegen den irischen Vertreter Dundalk FC nach einem 0:0 im Rückspiel zuhause das kommende Duell. Beim 4:0 erzielte Ivan Trickovski, Mazedoniens Fußballer des Jahres 2011, zwei Treffer. Florian Taulemesse war da noch nicht dabei. Der Goalgetter traf im Vorjahr in 31 Spielen 25 Mal. Zuletzt war der Franzose angeschlagen, gegen Sturm steht er aber zumindest im Kader.

Inoffizielle Amtssprache beim 1994 aus einer Fusion entstandenen AEK ist Spanisch. Denn neben dem spanischen Ex-Teamspieler Andoni Iraola, der seit diesem Sommer als Trainer arbeitet, stehen an die 15 Legionäre, darunter gleich zehn Spanier, im Kader. "Larnaka ist ein ganz gefährlicher Gegner, die können richtig gut Fußball spielen", sagte Vogel, der eine typisch spanische Mannschaft erwartet. "In ihrer Offensivabteilung stehen technisch sehr versierte Spieler, die, wenn sie Raum bekommen, einiges entfalten können." Sturm dürfte den Gegner früh stören. "Natürlich ist morgen die Null eminent wichtig."

Mit einem Altersschnitt von 27,5 Jahren (Sturm: 24,0) ist Larnaka eine alte Mannschaft. Gleich elf Spieler im Kader der Grün-Gelben sind 30 Jahre oder älter. "Die bringen mit Sicherheit große Erfahrung mit und wissen genau, was morgen zu tun sein wird", sagte Vogel. Der 42-Jährige ortete aber auch Schwächen: "Wenn sich der Ballbesitz ändert, meine ich eine gewisse Behäbigkeit ausgemacht zu haben."

Während die Heimpartie gegen Ajax seit Wochen ausverkauft war, dürfte die Merkur-Arena gegen das weniger klangvolle Larnaka weit weniger gut gefüllt sein. Bis Mittwochnachmittag waren nur um die 6.000 Karten verkauft. "Ich glaube, dass der Verein eine fünfstellige Resonanz verdient hätte. Das sind besondere Nächte, es ist ein Privileg international spielen zu dürfen", sagte Vogel.

Sturm Graz will im Heimspiel ein Gegentor vermeiden, Larnaka-Coach Andoni Iraola hofft jedoch auf Treffer seiner Mannschaft in Graz. Sturm ändere öfter das System und habe viele taktische Optionen, sagte der Baske. "Wir sind aber gerüstet und werden nicht nur verteidigen, sondern versuchen, Auswärtstore zu machen."

Quelle: APA

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