International

"Tor des Jahres" von Lazaro war zu wenig für Gladbach

Ein artistisches Meisterstück à la Zlatan Ibrahimovic lieferte ÖFB-Legionär Valentino Lazaro im Bundesligaschlager von Mönchengladbach bei Leverkusen. Sein spektakulärer Ferserltreffer zum 3:4 kam aber zu spät.

Mit dem Ferserl düpierte Lazaro seinen Gegenspieler Sven Bender.  SN/AP
Mit dem Ferserl düpierte Lazaro seinen Gegenspieler Sven Bender.

Mit der Ferse um den Verteidiger herum zwirbelte der eingewechselte Ex-Salzburger den Ball ins Tor. Zuvor war schon ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger für Leverkusen erfolgreich im Abschluss gewesen. Er und Leon Bailey haben den Werksclub wieder in die Champions-League-Ränge geführt. Die beiden Bayer-Fußballprofis sicherten ihrem Team mit den Treffern zum spektakulären 4:3 (2:2)-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach in der Schlussphase am Sonntagabend den vierten Bundesligasieg in Serie. Zuvor erzielte Lucas Alario (27./41. Minute) mit seinem dritten Doppelpack in Serie die Treffer für die Gastgeber in einem mitreißenden Spiel. Lars Stindl (18./Foulelfmeter/30.) und Joker Valentino Lazaro (90.+4) trafen für die zuvor in acht Spielen unbesiegten Gladbacher.


"Ich habe den Weg in die Box gesucht und dann gesehen, dass der Ball ein wenig in meinen Rücken kommt", schildert Lazaro seinen Treffer. "Dann habe ich es probiert und bin stolz drauf." Sein Trainer Marco Rose hatte die Szene zunächst gar nicht richtig mitbekommen: "Am Anfang habe ich sogar mit einem Eigentor gerechnet", sagte der frühere Erfolgstrainer von Red Bull Salzburg. Erst in der Kabine sah er den Treffer per Video in seiner ganzen Pracht und meinte: "Das hat er herausragend gemacht."

Lob gab es sogar vom geschlagenen Torhüter Lukas Hradecky, der den Hut gezogen hätte, falls er einen getragen hätte. Stattdessen meinte er anerkennend: "Valentino, geiles Tor, ey!" Es war übrigens der erste Treffer im Gladbach-Dress für den Ex-Salzburger, der nach einer Verletzung in der Saisonvorbereitung erst drei Kurzeinsätze für die Borussia hatte.

Im 77. Duell der beiden Teams, die in den vergangenen beiden Jahren den vierten Champions-League-Platz unter sich ausgemacht haben, konnte Bayer-Coach Peter Bosz nach dem Europa-League-Spiel in Israel gleich auf fünf Positionen rotieren. Neuzugang Patrik Schick stand nach seinem Faserriss allerdings noch nicht im Kader.

Die Angriffsreihe der Gastgeber mit Torjäger Lucas Alario im Zentrum kam auch ohne Schick schnell ins Rollen. Bereits nach 73 Sekunden hatte Leon Bailey, der über die rechte Seite immer wieder für Gefahr sorgte, die erste Chance, traf jedoch knapp neben das Tor. Die Defensivreihe der Gladbacher war gut beschäftigt.

In der von beiden Teams in der BayArena intensiv geführten Partie, verzichteten die in mintfarbenen Trikots angetretenen Gäste zunächst auf den Dreifach-Torschützen Alassane Plea, hatten aber sonst die stärkste Elf am Start. Und die sorgte nach dem ersten sehenswerten Angriff über Jonas Hofmann auch für die Führung. Plea-Vertreter Breel Embolo wurde von Bayer-Keeper Lukas Hradecky elfmeterreif gefoult, den Strafstoß verwandelte Kapitän Stindl zum 1:0.

In der unterhaltsamen und sehenswerten Partie blieb Bayer am Drücker und kam durch einen schönen Schlenzer von Alario zum 1:1- Ausgleich. Die Freude hielt nicht lange an, Stindl erzielte traf nur drei Minuten später auch zum 2:1 aus abseitsverdächtiger Position, doch der Ball kam von Gegner. Kurz darauf traf Ramy Bensebaini nur das Aluminium des Bayer-Gehäuses (35.). Noch vor der Pause gelang Alario (41.) per Kopf der Ausgleich. Der Argentinier erzielte damit sieben Treffer in den letzten vier Bundesligaspielen und seinen dritten Doppelpack in Serie.

Nach dem Kampf mit offenem Visier schränkten vor allem die Gladbacher ihre Offensivbemühungen ein wenig ein und suchten die Stabilität in einer gesicherten Ordnung. Die Gastgeber suchten ihre Siegchance und fanden sie in Bailey, der zunächst noch eine gute Möglichkeit vergab und dann nach feinem Zuspiel von Diaby Gladbachs Torhüter Yann Sommer den Ball durch die Beine spitzelte und so das 3:2 (68.) erzielte, ehe Baumgartlinger zum 4:2 (82.) traf.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.11.2020 um 06:16 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/tor-des-jahres-von-lazaro-war-zu-wenig-fuer-gladbach-95358274

Kommentare

Schlagzeilen