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WAC genoss Europa-League-Abschiedsvorstellung in Rom

Der WAC hat sich mit einer starken Vorstellung aus der Fußball-Europa-League verabschiedet. Nach dem 1:1 in Graz konnte man mit dem 2:2 bei der AS Roma auch das zweite Duell mit dem italienischen Topclub ungeschlagen überstehen. Das Ausscheiden aus dem internationalen Geschäft ist da leichter verkraftbar, auch da man mit einem 4:0 bei Mönchengladbach noch zusätzlich für Aufsehen gesorgt hatte.

Der WAC verkaufte sich teuer SN/APA (AFP)/FILIPPO MONTEFORTE
Der WAC verkaufte sich teuer

"Wir haben eine tolle Geschichte für diesen Verein geschrieben", betonte WAC-Interimscoach Mohamed Sahli. Das Remis am Donnerstagabend im mit 25.000 Zuschauer besetzten Stadio Olimpico war ein würdiges Ende. "Einen Punkt bei der AS Roma, einem Topclub der Serie A, einer der besten Ligen der Welt, zu holen, ist nicht leicht. Wir haben es mit viel Überzeugung geschafft und haben jeden Moment genossen", meinte der gebürtige Tunesier. Für Trübsal blasen war daher nach Schlusspfiff keine Zeit. "Ein Punkt gegen Rom muss gefeiert werden", so Sahli.

Das Aus seines Teams war schon vor Spielbeginn festgestanden, für die Römer ging es hingegen zum Abschluss noch um den Aufstieg. Bei einer Niederlage hätten sie aufgrund des schlechteren direkten Vergleiches gegenüber Gladbach im Kampf um einen Platz im Sechzehntelfinale, in dem Salzburg und der LASK mögliche Gegner sind, den Kürzeren gezogen. Die WAC-Leistung ist dadurch noch höher einzuschätzen. Zudem machten die Gäste nach Toren von Diego Perotti (7./Elfmeter) und Edin Dzeko (19.) durch Treffer von Alessandro Florenzi (10./Eigentor) und Shon Weissman (63.) zweimal einen Rückstand wett.

"Wir haben die letzten sechs Spiele der AS Roma sehr genau studiert und die Spieler haben die Taktik sehr gut umgesetzt", sagte Sahli. Am Ende muss der Punkt aufgrund einer starken Phase der Hausherren, bei denen vor allem "Joker" Nicolo Zaniolo für viel Schwung sorgte, als glücklich eingestuft werden. "Wir haben den WAC unterschätzt, der Gegner war stärker als erwartet", gab Perotti zu. Das Hinspiel war also scheinbar nicht Warnung genug. "Wir haben gedacht, dass es einfacher wird, aber diese Mannschaft hat sich auch großartig verkauft, wirklich gut gespielt", lobte Roma-Coach Paulo Fonseca den WAC.

Mit seinem in der Serie A nach 15 Runden nur auf Rang fünf liegenden Team war er alles andere als zufrieden. "Wir haben kein gutes Match bestritten und zu viele Fehler gemacht. Es war gefährlich für uns", analysierte der Portugiese. Auch die italienische Presse war deshalb verständlicherweise nicht zufrieden. "AS Roma kommt in der Europa League weiter, allerdings auf die schlechtestmögliche Weise. Zwei Matches und zwei Remis gegen Wolfsberg: Das sagt viel für über den Zustand der Römer", schrieb etwa die Tageszeitung "Corriere della Sera".

Negativ fielen auch die Anhänger der "Giallorossi" auf. Aus der "Curva sud" waren zweimal rassistische Rufe gegen WAC-Stürmer Anderson Niangbo zu hören. Ein Vorfall, der in italienischen Stadien leider kein Einzelfall ist.

Quelle: APA

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