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Zusammenstöße nach Champions-League-Endspiel in Paris

Nach dem 1:0-Sieg des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain im Endspiel der Champions League in Lissabon ist es am Sonntagabend in der französischen Hauptstadt zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei in Paris nahm 148 Menschen fest, wie die Polizeipräfektur am Montag mitteilte. Die Festnahmen erfolgten vor allem wegen Beschädigung, Gewalttätigkeit oder dem Werfen von Projektilen auf die Polizei.

Außerdem seien mehr als 400 Verwarnungen ausgesprochen worden, weil die Maskenpflicht missachtet worden war. Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin verurteilte die Ausschreitungen. Aus "Rohheit" seien 16 Polizeibeamte verletzt worden, schrieb Darmanin auf Twitter. Außerdem seien zwölf Geschäfte in Paris angegriffen und 15 Fahrzeuge beschädigt worden.

Die randalierenden Fans hatten in der Nähe des Fußballstadions Parc des Princes sowie in der Umgebung der Champs-Elysees ihrer Enttäuschung Luft gemacht. Um das Stadion herum kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte. Die Polizisten wurden unter anderem mit Feuerwerkskörpern beworfen.

Entlang der Prachtstraße Champs-Elysees setzten Randalierer Fahrzeuge in Brand, zerbrachen Fensterscheiben und zerstörten Geschäfte. Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken zeigten brennende Mülltonnen, zerstörte Blumentöpfe und eingeschlagene Scheiben. Medienberichten zufolge setzte die Polizei etwa eine Stunde nach Abpfiff Tränengas ein, um die Champs-Elysees zu räumen.

Die Pariser Polizeipräfektur hatte angesichts des Endspiels ein Aufgebot von rund 3.000 zusätzlichen Einsatzkräften aufgeboten. Die Prachtstraße im schicken 8. Arrondissement war ab Sonntagabend für den Verkehr gesperrt worden, damit Fußgänger besser Abstand halten konnten. Die regionale Gesundheitsbehörde verteilte gratis Schutzmasken, da in dem abgesperrten Bereich und rund um den Prinzenpark eine Maskenpflicht galt.

Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, dass es zu insgesamt 158 Festnahmen gekommen sei. 151 Menschen seien in Polizeigewahrsam genommen worden, bei 49 von ihnen handle es sich um Minderjährige.

Die Niederlage von PSG sorgte auch in anderen Landesteilen Frankreichs für Emotionen: In Marseille, der Heimat von Paris' Erzrivalen Olympique Marseille, feierten Fans Medienberichten zufolge die Niederlage. Er habe die Niederlage von PSG mit Freunden zelebriert, sagte ein Passant dem Fernsehsender BFMTV am Montag in der Früh. So bleibe der Champions-League-Pokal ein Pokal der Provence. Bisher war es nur OM als französischen Club gelungen, 1993 die Trophäe zu gewinnen.

Aber auch in der südfranzösischen Hafenstadt kam es Berichten zufolge zu Zusammenstößen mit der Polizei. Im Stadtzentrum seien Gegenstände in Brand gesteckt und Geschoße auf Polizisten geworfen worden, berichtete die Lokalzeitung "La Provence".

Bei den Feiern in München nahm die Polizei indes mehrere Menschen wegen des Zündens von Pyrotechnik fest. Mehr als zehn Personen seien wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz angezeigt worden, teilten die Beamten am Montag mit. Sie kamen wieder auf freien Fuß. Zwei Personen wurden wegen eines Angriffs auf Polizisten und Gefangenenbefreiung angezeigt.

Nach dem 1:0-Sieg im Endspiel der europäischen "Königsklasse" am Sonntagabend und dem damit gesicherten Triple-Erfolg hatten mehrere Tausend Menschen an verschiedenen Stellen in der Münchner Innenstadt gefeiert. Weil dabei allerdings immer wieder die zu Corona-Zeiten geltenden Mindestabstände unterschritten wurden, sprachen die Polizisten gezielt Leute an und machten Lautsprecher-Durchsagen. Wegen Autokorsos staute sich an einigen Orten zudem der Verkehr.

Quelle: Apa/Dpa

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