Fußball

Leipzig taugt zum Bayern-Jäger

Bayern München konnte den Angriff von RB Leipzig noch souverän abwehren. Aber der Aufsteiger wird auch in Zukunft den deutschen Rekordmeister mehr als nur ärgern können.

Es gibt Gründe, die Leipzig auf Dauer zum Bayern-Jäger machen.  SN/gepa
Es gibt Gründe, die Leipzig auf Dauer zum Bayern-Jäger machen.

RB Leipzig, Berlin, Eintracht Frankfurt und Hoffenheim heißen die neuen Verfolger von Deutschlands Fußball-Rekordmeister Bayern München. Aber auf Dauer wird sich nur einer der Außenseiter ganz oben etablieren können. Das erkannte auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Und der mächtige Bayern-Boss betonte auch kurz vor dem Jahreswechsel: Das 3:0 gegen den überraschend starken Aufsteiger drei Tage vor Heiligabend sei "natürlich unheimlich wichtig" gewesen. "Leipzig kam ja daher und hatte schon jetzt vor, an der Vorherrschaft des FC Bayern zu kratzen", sagte Hoeneß rückblickend.

Bislang klappte in Leipzig alles perfekt. Drei Aufstiege in den vergangenen fünf Jahren bestätigen die Arbeit von Sportdirektor Ralf Rangnick. Die Euphorie ist nach wie vor riesengroß, eine ganze Region identifiziert sich mit dem Club, der auf dem besten Weg ist, gleich als Aufsteiger den Sprung ins internationale Geschäft zu schaffen. Trainer Ralph Hasenhüttl verfügt über einen Kader, der sein Leistungspotenzial wahrscheinlich noch nicht zur Gänze abgerufen hat. Mit dem besten Jugend-Zentrum des Landes wurde die Basis für weitere Höhenflüge geschaffen. Weniger Engagement als bisher wird es von Red Bull auch kaum geben. Denn das Ziel heißt Champions League. Mit Leipzig hat Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz schon 2017 beste Chancen, in der Königsklasse mitzumischen.

Leipzig ist reif, Bayern zu jagen.

Budget. Nach dem Aufstieg in die höchste Liga erhöhte Leipzig den Profi-Etat auf kolportierte 40 Millionen Euro. Mit weiteren Erfolgen wird sich das Limit auch bei Spielergehältern weiter nach oben verschieben. Das hat die sportliche Führung auch bereits angekündigt. Daher wird es auch nicht mehr lange dauern, und die Qualität des Kaders wird sich noch einmal erhöhen. Wenn die Bullen international spielen, muss das Financial Fairplay des Europäischen Verbandes beachtet werden. Beliebig hohe Investitionen sind dann nicht mehr möglich. Aber man setzt ohnehin vermehrt auf Toptalente.

Akademie und Umfeld. Die um 40 Millionen Euro errichtete Jugend-Akademie und das Trainingsgelände sind einzigartig auch für deutsche Verhältnisse. Dazu wurde die Red-Bull-Arena erworben und wird ausgebaut. In Zukunft werden 57.000 Fans die Spiele der Bullen live im Stadion sehen können.

Fans. Fast alle Heimspiele im vergangenen Herbst waren ausverkauft. Für das Topspiel in München waren in wenigen Stunden alle Tickets weg. 7500 Leipziger (Vereinsrekord für ein Auswärtsspiel) fuhren in den Süden Deutschlands, um gegen die Bayern ihre Mannschaft zu unterstützen. Auch das Heimspiel am 21. Jänner gegen die Frankfurter Eintracht ist bereits ausverkauft.

Spielerkader. Rangnick baut seit 2012 den Verein kontinuierlich auf. Er setzte den Kader zusammen und entwickelte die Spielphilosophie mit extremer Laufarbeit. Dazu sind vor allem junge, unverbrauchte Profis notwendig. Fast alle Spieler im Kader sind jünger als 24 Jahre. Die sollten ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Und die Jugend drängt nach. 35 Nachwuchs-Nationalspieler aus der ganzen Welt stehen im RB-Imperium unter Vertrag.

Leipzig wird in den nächsten Jahren härtester Bayern-Rivale.

So verlief der Aufstieg von RB Leipzig:


Saison Liga Platz Tore Punkte
2009/10* Oberliga Nordost 1 74:17 80
2010/11 Regionalliga Nordost 4 57:29 64
2011/12 Regionalliga Nordost 3 71:30 73
2012/13* Regionalliga Nordost 1 65:22 72
2013/14* 3. Liga 2 65:34 79
2014/15 2. Liga 5 39:31 50
2015/16* 2. Liga 2 54:32 67

*Aufstieg

Aufgerufen am 13.12.2017 um 10:02 auf https://www.sn.at/sport/fussball/leipzig-taugt-zum-bayern-jaeger-565345

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