Fußball

Meisterliche Salzburger wollen im Frühjahr "durchstarten"

Salzburg, Sturm Graz und die Austria haben sich zum Abschluss des Fußball-Jahres keine Ausrutscher geleistet. Der Meister fixierte die drei Zähler gegen den WAC nach einem Blitzstart praktisch in den ersten zehn Minuten. Salzburg untermauerte damit, dass der Weg zum Titel auch heuer nur über die "Bullen" führen kann.

Sportlich sind die Salzburger wieder obenauf.  SN/APA/DANIEL KRUG
Sportlich sind die Salzburger wieder obenauf.

"Mit uns ist voll zu rechnen", sagte Routinier Christian Schwegler nach dem 3:0 gegen Wolfsberg beziehungsweise dem vierten Liga-Erfolg in Serie. In Wals-Siezenheim sorgte Takumi Minamino (6., 8.) schnell für klare Verhältnisse. Ins Wanken kamen die Hausherren nicht mehr. Trainer Oscar Garcia bilanzierte den Herbst danach positiv.

"Wir haben in schwierigen Momenten die Ruhe bewahrt und zum Schluss auf hohem Niveau agiert", sagte der Spanier. Natürlich wolle man sich im neuen Jahr "noch besser" präsentieren. Mit der Formkurve der Konkurrenz will sich Oscar deshalb gar nicht groß beschäftigen: "Ich denke nicht daran, welche Mannschaft uns stoppen kann. Mein Ziel ist, meine Mannschaft stärker zu machen."

Die Basis dafür legt Salzburg in Dubai. Dorthin geht es Ende Jänner, der Startschuss in die Vorbereitung fällt am 9. Jänner. Bis dahin dürfen die Salzburg-Profis nach einem intensiven Herbst die Füße hochlagern. "Die Pause tut uns jetzt sehr gut. Es gab im Herbst viele Ups und Downs, jetzt stehen wir wieder zurecht oben", meinte Valentino Lazaro. Im Frühjahr wolle man "voll durchstarten", bekräftigte Österreichs Teamspieler.

39 Tore schoss Salzburg in 20 Runden. Der Titelverteidiger ist damit die Torfabrik der Liga, bei der Zahl der Gegentreffer (16) weist Red Bull die wenigsten auf. Die Art und Weise, wie man zuletzt auftrat, lässt für die Konkurrenz Schlimmes vermuten. Nachdem im Vorjahr das "Triple-Double" bejubelt wurde, ist im kommenden Jahr das historische "Quattro" das Ziel.

Sturm und die Austria wollen dies verhindern, auch wenn die Meisterschaft für das Verfolgerduo freilich nicht Ziel Nummer eins ist. Bei den Grazern drehte sich nach dem 3:0 in Ried viel um Uros Matic, der sich mit einem Freistoß-Treffer zum Endstand Richtung Kopenhagen verabschiedete. "Sportlich und menschlich tut es weh, dass er weggeht. Aber es wird bei Sturm immer so sein, dass andere Vereine mehr zahlen", meinte Trainer Franco Foda.

Der Deutsche durfte sich über Sturms erfolgreichsten Herbst-Durchgang seit acht Jahren freuen. 39 Punkte hatten die Steirer selbst in ihrer Meistersaison 2010/11 nicht geschafft. Im Vorjahr standen in der Winterpause zehn Zähler weniger zu Buche. Einzig die weiter nicht gelöste Vertragslage von Foda sorgte in Graz zum Jahreskehraus für Unruhe. Der Gerüchteküche ist einmal mehr Tür und Tor geöffnet.

So soll Foda nun beim Karlsruher SC hoch im Kurs stehen. Samstag berichteten die "Badischen Neuesten Nachrichten", dass der Mainzer die Grazer bereits um die Auflösung seines Vertrages gebeten habe. Bei Karlsruhe ist Oliver Kreuzer seit Monatsbeginn Sportdirektor. Kreuzer war von 2008 bis 2011 Sportchef bei den Grazern und feierte gemeinsam mit Foda damals den Titelgewinn.

Was bei Sturm angesichts des emotionalen Abschieds von Matic in den Hintergrund rückte, war die wieder gefundene Torgefahr von Deni Alar. Der Steirer markierte seine ersten Pflichtspieltore seit Ende Oktober und baute die Führung in der Torschützenliste mit 13 Treffern aus. "Ich habe mir zuletzt schwergetan, aber das Spiel zeigt, dass man nicht aufstecken darf", sagte Alar nach Schlusspfiff.

Im Wiener Happel-Stadion schnauften indes die Austrianer durch. Schlusslicht Mattersburg wehrte sich eine Hälfte lang erfolgreich, zwei etwas glückliche Treffer ebneten den Violetten aber den Weg zum Sieg. Auch die Austria hat damit mehr Zähler als in der Vorsaison zu Buche stehen - obwohl sie im Herbst auch in der Europa League Kräfte liegen ließ. "Wir wollten an der Spitze dran bleiben, das haben wir geschafft. Aber es ist wichtig, dass wir jetzt drei Wochen abschalten können", meinte Mittelfeldmann Tarkan Serbest.

Nachdem Lucas Venuto (53.) die Austria nach einem unfreiwilligen Doppelpass mit Mattersburgs Jano voran gebracht hatte, sorgte Petar Filipovic kurz darauf für die Vorentscheidung (57.). Der Innenverteidiger fälschte einen Serbest-Schuss zum Ärger der Mattersburger mit dem Oberarm ins Gehäuse der Gäste ab. Wie Filipovic danach beteuerte, sei sein Arm dabei aber angelegt gewesen. Auch der Deutsch-Kroate war über den Schlusspfiff der Herbstmeisterschaft froh.

"In einigen Spielen war es für uns nicht einfach, immer konzentriert zu bleiben", meinte Filipovic angesichts der Doppelbelastung. Nächstes Jahr könne man sich nun ganz auf die Liga konzentrieren. "Und die Punkte, die wir verloren haben, einfahren." Trainer Thorsten Fink hatte bereits vor dem Spiel angekündigt, in der Vorbereitung an einigen Schrauben drehen zu wollen. "Es gibt viele Dinge, die wir besser machen können", erklärte der Deutsche, der den Fußball selbst nun einmal ein paar Tage ruhen lassen wollte - im Unterschied zu Franz Wohlfahrt, wie Fink anmerkte.

"Es ist Transferzeit. Der Sportdirektor hat immer Arbeit, der Trainer sollte sich mal ausruhen. Aber wir bleiben immer in Kontakt. Wenn was passiert, wird er mich schon anrufen", meinte Fink. Die interessanteste Personalentscheidung könnte bei der Austria intern fallen. Der Vertrag mit Alexander Grünwald läuft im Sommer aus, hinter den Kulissen brachten die Gespräche bisher keine Lösung.

Quelle: APA

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