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Bierhoff: Alaba, Arnautovic auch für DFB-Team gut genug

Deutschlands Fußball verfügt über ein kaum enden wollendes Reservoir an Spitzenspielern. Die ÖFB-Stars David Alaba und Marko Arnautovic könnten von ihrer Qualität her dennoch "jederzeit" auch in der deutschen Nationalmannschaft spielen. Diese Einschätzung gab Deutschlands Teammanager Oliver Bierhoff am Samstag vor dem Länderspiel-Duell in Klagenfurt ab.

Alaba hat Weltklassequalitäten SN/APA/EXPA/JOHANN GRODER
Alaba hat Weltklassequalitäten

Arnautovic war in drei Jahren bei Werder Bremen (2010-2013) nicht glücklich geworden. In England startete er durch, mittlerweile soll auch Manchester United konkretes Interesse am West-Ham-Stürmer zeigen. Bierhoff würde Arnautovic den Transfer zutrauen - und sich freuen, dass es der 29-Jährige über Umwege doch noch zu einem Topclub schafft. "Die Qualität hat er", betonte Bierhoff. "In einer noch besseren Mannschaft kannst du diese Qualitäten auch noch besser hervorbringen."

In den Länderspielen gegen Spitzenteams wie Deutschland und Brasilien sieht Bierhoff auch für das ÖFB-Team einen "Anreiz, sich als Mannschaft zu entwickeln". In den ersten vier Spielen unter Neo-Teamchef Franco Foda hatten die Österreicher vier Siege geholt. "Auch für Österreich ist es ein neuer Aufbruch, ein neues Projekt", sagte der DFB-Teammanager.

Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich an einem anderen Punkt - in der intensiven Phase der WM-Vorbereitung. Klares Ziel in Russland ist die erfolgreiche Titelverteidigung. Bierhoff weiß um den "enormen Druck", der auf seinem Team lastet. "Ich glaube, dass es schwieriger wird, weil jeder gegen uns noch ein bisschen motivierter ist", meinte der 50-Jährige. "Wir sind die Gejagten, jeder im internationalen Fußball will uns ein Bein stellen. Die anderen haben gegen uns nichts zu verlieren, weil wir Weltmeister sind."

Die Deutschen gelten mit den laut Bierhoff "wiedererstarkten" Brasilianern als WM-Favoriten. Deutschlands seit 2004 im Amt befindlicher Nationalteam-Manager erwähnte allerdings auch Frankreich und Spanien, außerdem England und Argentinien. "Und dazu wird es auch die eine oder andere Überraschungsmannschaft geben."

Eine solche war Red Bull Salzburg mit dem Halbfinal-Einzug in der vergangenen Europa League. "Das hat mich schon beeindruckt. Trotz aller Unterstützung von Red Bull musste man mit diesem Erfolg nicht rechnen", erklärte Bierhoff, der 1990/91 für eine Saison beim Vorgängerclub Austria Salzburg gespielt hatte. Der Stürmer, der Deutschland fünf Jahre später in London zum EM-Titel schoss, überzeugte damals bei den Violetten mit 23 Toren in 33 Ligaspielen.

"Es hat mich tierisch gefreut, weil ich Österreich und Salzburg noch immer verbunden bin", sagte Bierhoff über den Erfolgslauf der Bullen. "Und es freut mich, weil auch in Deutschland Vereine, die so wie Red Bull geführt werden, häufig ein bisschen Kritik erfahren." Die Frage, wieviel Tradition steckt in Clubs, wieviel Kommerz, beschäftigt. Bierhoff bezog diesbezüglich klar Stellung: "Ich finde es gut, dass es die Hoffenheims gibt, die RB Leipzigs, wo man sieht, das ist nicht nur Kommerz, sondern da steckt akribische, strategische Arbeit dahinter, und dass das auch auf dem Platz belohnt wird."

Quelle: APA

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