Nationalteam

Christoph Baumgartner - der Aufsteiger, der sich nicht recht freuen kann

Er war der Gewinner des ersten Länderspiel-Doppels der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in diesem Jahr. Wirklich freuen konnte sich Christoph Baumgartner nach einem Tor und einem Assist beim 2:3 am Montag gegen Rumänien aber nicht. "Wir sind sehr, sehr unzufrieden", meinte der Hoffenheim-Legionär. Der mit 21 Jahren jüngste Akteur im ÖFB-Team war damit einer der selbstkritischeren.

Christoph Baumgartner. SN/GEPA pictures
Christoph Baumgartner.

Schon am Freitag in Norwegen (2:1) vermochte Baumgartner zu überzeugen. In Klagenfurt war er der beste Mann auf dem Platz. "Die Umstände lassen es nicht zu, dass ich mich darüber freuen kann", sagte der Niederösterreicher über seinen Premierentreffer im Nationalteam. Da half auch das Lob des Teamchefs nur bedingt: "Er ist ein Spieler, der sehr mutig spielt", erklärte Franco Foda. "Wenn er weiter so an sich arbeitet, kann er auch hier beim Nationalteam ein fester Bestandteil werden."

Zum Auftakt der Nations League fehlten Schlüsselspieler wie David Alaba, Marko Arnautovic, Valentino Lazaro oder Konrad Laimer. "Ich glaube, dass wir gezeigt haben, dass wir namhafte Ausfälle zwar nicht eins zu eins ersetzen können, aber dass wir immer Qualität auf den Platz bringen können", meinte Baumgartner. "Wir werden den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken, sondern weitermachen und wieder zurückschlagen."

So hohen Druck wie in Norwegen auf den Gegner auszuüben sei gegen Rumänien aber nicht gelungen. "Wir sind immer diesen Rückständen nachgelaufen, das ist auch sehr kräfteraubend", erklärte die neue ÖFB-Offensivhoffnung. Am Ende hätten dadurch "die letzten Körner gefehlt". Baumgartner: "Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir gerade in der Schlussphase nicht zwingend waren."

Sein Clubkollege Stefan Posch leitete das 1:3 mit einem verunglückten Rückpass ein. "Der Fehler darf nicht passieren", betonte der Innenverteidiger, der in beiden Nations-League-Partien durchspielte. Die Qualität des Teams habe man in Norwegen gesehen. "Aber wir müssen konsequenter und effektiver sein. Drei Gegentore gegen Rumänien sind einfach zu viel. Das müssen wir im Oktober besser machen."

Dann stehen - erneut in Klagenfurt - ein Test gegen Griechenland sowie Nations-League-Gastspiele in Nordirland und Rumänien auf dem Programm. Das Gesehene stimmte Kapitän Julian Baumgartlinger zuversichtlich. "Wir haben mehr als genug Chancen vorgefunden, um zu gewinnen", meinte der Leverkusen-Legionär. "In den Auswärtsspielen im Oktober wird es nicht anders sein."

Xaver Schlager wollte die erste Heimniederlage seit eineinhalb Jahren auch nicht als "Beinbruch" betrachten. "Wir müssen aus den Fehlern lernen", betonte der Wolfsburg-Mittelfeldspieler, in Norwegen neben Baumgartner der stärkste Österreicher. "Wir waren in beiden Spielen klar dominant." In Klagenfurt habe man "nicht verloren, weil Rumänien so gut war, sondern weil wir Fehler gemacht haben", meinte Schlager. "Allein das sagt schon viel aus. Wenn wir unser Spiel durchziehen, dann gewinnen wir die Spiele." Man habe noch genug Partien vor sich. "Da werden wir es besser machen."

Sein früherer Salzburg-Kollege Andreas Ulmer trauerte dennoch den verlorenen Zählern nach. "Es ist sehr schade, dass wir daheim keine Punkte geholt haben." Torhüter Alexander Schlager, nach zwei Einsätzen zum Auftakt eines intensiven Länderspiel-Herbstes im Rennen um die Nummer-eins-Rolle in der Pole-Position, sah Luft nach oben: "Wir haben die ersten paar Minuten verschlafen. Es war eine Leistung, die wir besser hätten machen können."

Quelle: APA

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