Nationalteam

Der Traum von Nationalstadion lebt weiter

ÖFB-Präsident Leo Windtner sieht trotz Coronakrise gute Chancen, dass der Bau einer Nationalarena in die Wege geleitet wird. Zuvor soll aber eine Verbandszentrale entstehen.

Das Ernst-Happel-Stadion. SN/gepa
Das Ernst-Happel-Stadion.

Österreichs Fußballnationalteam absolviert mit den Nations-League-Partien am Sonntag gegen Nordirland und am Mittwoch gegen Norwegen die ersten Spiele seit einem Jahr im Happel-Stadion. Der 2:1-Sieg über Nordmazedonien, mit dem das EM-Ticket fixiert worden ist, war der bislang letzte Auftritt im Prater-Oval. Große Begeisterung über die Rückkehr ist bei ÖFB-Präsident Leo Windtner aber nicht spürbar, zu schwer wiegen die Auswirkungen der Coronapandemie.

"Wir freuen uns über die Rückkehr, aber die Freude ist gedämpft, weil die Spiele unter Ausschluss des Publikums stattfinden. Wir haben daher nicht wie im Happel-Stadion gewohnt den zwölften Mann im Rücken", sagte Windtner.

Allerdings spekuliert der Oberösterreicher damit, dass im größten Stadion des Landes in baldiger Zukunft wieder Länderspiele vor Zuschauern über die Bühne gehen könnten. "Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass wir schon im Frühjahr in der WM-Qualifikation oder in den Testspielen für die EM ins Happel-Stadion zurückkommen, hoffentlich vor Fans. Aber derzeit ist die Situation sehr schwierig, man kann keine fixen Planungen durchführen, muss ständig Plan B und C im Kopf haben."

Die Pandemie verkompliziert auch die vom ÖFB herbeigesehnte Errichtung eines neuen Nationalstadions anstelle der in die Jahre gekommenen Happel-Arena. Bei der Finanzierung des Millionenprojekts hakte es schon lang vor Corona. Vor allem die Stadt Wien signalisierte deutliche Ablehnung, nachdem die Metropole zuvor schon die neuen Stadien von Rapid und Austria mitfinanziert hatte. Die Budgetlöcher, die das Virus hinterlässt, werden das Vorhaben wohl nicht erleichtern. Dennoch gab sich Windtner zuversichtlich. "Das Stadion bleibt auf der Agenda."

Gerade in Zeiten einer Wirtschaftskrise würden sich große Investitionen auszahlen, betonte der 70-Jährige. "Das Thema Infrastruktur wird bei der Regierung im Hinblick auf die Ankurbelung der Wirtschaft auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Ich glaube, in den nächsten zwei, drei Jahren wird die Investitions- und Förderbereitschaft gegeben sein", erklärte der ÖFB-Chef.

Der Verbandsboss verwies in diesem Zusammenhang auf Linz, wo der LASK eine runderneuerte Gugl bekommt und für Blau-Weiß Linz sogar ein neues Stadion gebaut wird - auch dank der Unterstützung der öffentlichen Hand. "Wien wird da sicher nicht hinten bleiben wollen."

Möglicherweise spielt dem ÖFB auch in die Karten, dass die Neos in Wien wohl die Grünen als Regierungspartner der SPÖ ablösen. "Natürlich können Veränderungen in der politischen Situation auch zu Veränderungen der Perspektiven der Regierenden führen. Doch wir haben mit der Stadt Wien schon in den letzten Monaten eine durchaus gute Gesprächsbasis entwickelt", betonte Leo Windtner.

 Österreichs größter Sportfachverband kämpft aber nicht nur um ein neues Stadion - auch ein neues ÖFB-Hauptquartier und ein Trainingszentrum für die Nationalteams sind geplant. Derartige Headquarters existieren in Ländern wie Frankreich (Clairfontaine) oder Italien (Coverciano) seit Langem als Kompetenzzentren der Verbände. Der DFB baut ein solches gerade in Frankfurt. "Da wollen wir schon in nächster Zeit konkrete Schritte setzen", berichtete Leo Windtner. Einen konkreten Zeitplan gebe es nicht. "Diesen jetzt fix aufzustellen wäre in der momentanen Situation vermessen", meinte der ÖFB-Präsident.

Quelle: SN, Apa

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