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Ernüchterung bei ÖFB-Teamspielern nach 0:1 gegen Bosnien

Bei Österreichs Fußball-Teamspielern hat sich am Dienstag große Ernüchterung breitgemacht. Nach zumeist vielversprechenden Testspielen ging der Nations-League-Auftakt gegen Bosnien-Herzegowina mit 0:1 verloren, womit für den angepeilten Gruppenplatz eins wohl drei Siege aus den drei ausstehenden Partien nötig sind.

Marko Arnautovic sprach in Zenica von einer "komplett unverdienten Niederlage. Wir haben überhaupt nicht gut gespielt, aber Bosnien auch nicht. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Wir haben schlecht gespielt und trotzdem das Match dominiert", sagte der West-Ham-Profi.

Der Leistungsabfall passierte ausgerechnet in der ersten Bewerbspartie unter Teamchef Franco Foda. "Jeder hat einmal einen schlechten Tag. Wir hatten ihn heute", meinte Arnautovic. Der Wiener ärgerte sich über seiner Meinung nach viele strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. "Bei dem Konter vor dem Tor hat ein bosnischer Verteidiger den Ball mit der Hand gespielt", erklärte der Wiener.

Die Niederlage sei aber nicht nur auf den Referee zurückzuführen. "In der ersten Hälfte haben wir zu viele lange Bälle gespielt, das hätten wir nicht tun dürfen. In der zweiten Hälfte war es besser, da hatten wir auch ein paar Chancen", erzählte der erstmals als ÖFB-Kapitän eingelaufene Arnautovic, der wegen seiner serbischen Wurzeln vom bosnischen Publikum ausgepfiffen wurde. "Wenn die Leute meinen, sie müssen mich ausbuhen, dann sollen sie es tun. Mich interessiert das nicht."

Vielmehr war der 29-Jährige daran interessiert, den Teamspirit innerhalb der österreichischen Auswahl hervorzuheben. "Wir haben eine super Mannschaft, wir halten immer zusammen, machen auch alles zusammen. An der Einstellung ist es nicht gelegen, doch es hat ein bisschen die Aggressivität gefehlt, dass wir die zweiten Bälle gewinnen."

Arnautovic wehrte sich allerdings auch gegen Kritik. "Wir können negativ reden bis zum geht nicht mehr, doch ich rede nicht negativ. Wir haben das Spiel verloren, versuchen, die nächsten drei zu gewinnen, und die Geschichte hat sich. Ich weiß, was meine Mannschaft kann. Ich weiß, dass wir genug Qualität haben, die nächsten Spiele zu gewinnen."

Dieser Meinung schloss sich Sebastian Prödl an. "Noch ist nichts verloren. Wir haben noch drei Partien, davon zwei daheim", erinnerte der Steirer. "Wir haben immer noch zwei Bewerbe, in denen wir gute Chancen haben, uns für die EM zu qualifizieren."

Um es zur EURO 2020 zu schaffen, müsse man aus dem Auftritt in Zenica die richtigen Lehren ziehen. "Wir haben den Gegner mit unseren eigenen Fehlern stark gemacht. In solchen Stadien gegen solche Mannschaften bestehst du nur, wenn du die Oberhand in den Zweikämpfen hast, und die haben wir vermissen lassen", erklärte Prödl.

Man habe in beiden Hälften jeweils gute erste 20 Minuten absolviert, dann aber den Faden verloren. "Die Niederlage ist nicht den Bosniern zuzuschreiben, die müssen wir uns selbst ankreiden", ärgerte sich der Watford-Legionär. "Das war heute keine Eigenwerbung, sondern eine Lehrstunde - keine Lehrstunde von den Bosniern, sondern, wie man es am besten nicht mehr machen soll."

Der Innenverteidiger ist nun auf spürbaren Gegenwind seitens der Öffentlichkeit eingestellt. "Aber die Kritiker sollen kommen. Wenn wir nach so einem Spiel nicht selbst unsere schärfsten Kritiker sind, sind wir sehr dünnhäutig und fernab der Realität", meinte Prödl.

Bei aller Enttäuschung dürfe man jedoch die positiven Leistungen der vergangenen Monate nicht vergessen. Es wäre falsch, "die ganze Euphorie und das ganze Selbstbewusstsein wegzudenken", mahnte der 31-Jährige. "Wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken, denn wir haben gesehen, dass die Bosnier auch nicht besser sind als wir."

Prödl fälschte beim entscheidenden Tor durch Edin Dzeko den Ball noch leicht ab. Trotzdem wäre der Treffer möglicherweise zu verhindern gewesen, gestand ÖFB-Goalie Heinz Lindner. "An einem guten Tag kann ich den Schuss halten."

Chance zur Wiedergutmachung haben der Oberösterreicher und seine Teamkollegen bereits am 12. Oktober im Heimspiel gegen das ebenfalls noch punktlose Nordirland. Vier Tage später steigt ein Auswärts-Testmatch gegen Dänemark.

Die Nations-League-Gruppenphase wird im November mit den Partien gegen Bosnien (15./heim) und Nordirland (18./auswärts) abgeschlossen. Gruppenplatz eins, der bei Punktegleichheit durch das direkte Duell ermittelt wird, berechtigt im Bedarfsfall zur Teilnahme am Nations-League-Play-off um ein EM-Ticket und zum Aufstieg in Liga A. Das Schlusslicht muss in Liga C und rutscht bei der Auslosung für die EM-Qualifikation in Topf drei.

Quelle: APA

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