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Fehlstart in die EM-Qualifikation: Österreich verliert gegen Polen

Trotz couragierter Leistung musste sich Österreich am Donnerstag Polen in der EM-Qualifikation knapp mit 0:1 geschlagen geben. Der eingewechselte AC-Milan-Star Krzystof Piatek erzielte den einzigen Treffer in Wien.

Österreichs Fußballnationalmannschaft ist mit einer Niederlage in die Qualifikation zur EUO 2020 gestartet. Am Donnerstag gab es in Wien eine 0:1-(0:0)-Niederlage. 40.400 Zuschauer sahen eine ÖFB-Elf, die zwar mutig nach vorne spielte, aber vor dem Tor glücklos agierte.

Als Lösung für mehr Offensivkraft zauberte Franco Foda RB-Leipzig-Spielmacher Marcel Sabitzer aus dem Hut. Zusammen mit Marko Arnautovic und David Alaba sorgte Sabitzer in den ersten 20 Minuten für viel Wirbel. Polens Abwehr bekam einiges zu tun, allerdings fehlte den Österreichern nach guten Szenen auch der eiskalte Vollstrecker. So blieb es bei Chancen durch Sabitzer, Arnautovic und Alaba, die nicht unbedingt in die Kategorie "zwingend" fielen.

Bei den Polen blieb das hochkarätige Angriffsduo Robert Lewandowski/Arkadiusz Milik vorerst erstaunlich farblos. Die wenigen Möglichkeiten waren aber richtig gut. So musste Heinz Lindner sich strecken, als Kamil Grosicki in der 27. Minute aus 20 Metern Maß nahm.

Auch die zweite Halbzeit begannen die Österreicher wieder sehr dynamisch. Sabitzer (55.), Arnautovic (56.) und Valentino Lazaro (62.) verfehlten das Tor. Und wie sich die Bilder glichen: Wieder blieb der Abschluss die große Schwäche, wieder brannte es sofort lichterloh, wenn die Polen in den gegnerischen Strafraum kamen. Dazu trug auch Krzysztof Piatek bei. Der Top-Goalgetter vom AC Milan kam in der 55. Minute ins Spiel, servierte in der 65. Minute Grosicki den Ball ideal für einen Volleyschuss, Florian Grillitsch spitzelte ihm das Spielgerät im letzten Moment vom Fuß. Drei Minuten später waren aber alle Rettungsversuche vergeblich: Lindner konnte eine Volleyschuss von Tomasz Kedziora nur kurz abwehren, Piatek brauchte aus fünf Metern nur noch zum 1:0 für Polen einzunicken.

Piatek hatte sogar die Riesenchance auf das 2:0 auf dem Fuß (75.), die Österreicher setzten alles auf Angriff. Marc Janko und Karim Onisiwo kamen ins Spiel. In der 88. Minute hätte Janko ein schönes Fußballmärchen schreiben können. Völlig frei kam er aus kurzer Distanz zum Kopfball, setzte ihn aber links neben das Tor. Einen Weitschuss von Alaba wurde von Szczesny pariert (90.+1), dann war es vorbei.

Bereits am Sonntag (18) können die Österreicher sich rehabilitieren, in Haifa geht es gegen Israel, das zum Auftakt 1:1 gegen Slowenien spielte.

Österreich-Teamchef Franco Foda (M) und Teamspieler am Donnerstag, 21. März 2019, nach dem UEFA Euro 2020 Gruppe G Qualifikation Spiel Österreich gegen Polen im Ernst Happel-Stadion in Wien. SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Österreich-Teamchef Franco Foda (M) und Teamspieler am Donnerstag, 21. März 2019, nach dem UEFA Euro 2020 Gruppe G Qualifikation Spiel Österreich gegen Polen im Ernst Happel-Stadion in Wien.

Stimmen zum Spiel

Franco Foda (Teamchef Österreich): "Wenn man die 90 Minuten Revue passieren lässt, hätten wir zumindest einen Punkt verdient gehabt. Der Gegner hatte in der ersten Halbzeit einen Weitschuss. Wir haben die ersten 20, 25 Minuten wirklich sehr gut gespielt, danach hatten wir einfach im Spielaufbau zu einfache Passfehler nach vorne. Wir haben ein paar Situationen in der Halbzeit besprochen, das haben wir nach der Halbzeit auch getan. Leider haben wir bei einer Standardsituation nicht aufgepasst. Der Plan, den wir vorhatten, ist in der ersten Halbzeit gut gegangen über weite Strecken. Wir haben sie unter Kontrolle gehabt. Normal schreibt der Fußball Geschichten, normal macht Marc (Janko) das Tor. Ich hätte ihm das ja gegönnt, weil er immer da ist für uns. Es gibt keinen Grund Kopf hängen zu lassen, so wie die Mannschaft aufgetreten ist."

Valentino Lazaro (Mittelfeld Österreich): "Wir haben gewusst, dass Polen ein starker Gegner ist. Wir haben stark begonnen, waren die ersten 25 Minuten überlegen, haben gut umgeschaltet, aber die Chancen nicht fertig gespielt. Dann haben wir ein bisschen den Faden verloren, dann war es ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert für den Start in die Quali. Es ist sehr bitter, aber wir werden jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir werden analysieren, weiterarbeiten und es besser machen."

Marko Arnautovic und Co. müssen sich Polen geschlagen geben.  SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Marko Arnautovic und Co. müssen sich Polen geschlagen geben.

Marko Arnautovic (Stürmer Österreich): "Natürlich ist es meine Aufgabe, Tore zu machen und Chancen zu erarbeiten. Die haben wir auch gehabt, aber die hatten immer eine Fußspitze dazwischen, und ihr Tormann hat sehr gut gehalten. Ich denke, dass wir heute sehr unverdient verloren haben. Natürlich ist es sehr bitter, das ist Fußball. Du bist die bessere Mannschaft, dann verlierst du das Spiel. Wir sind gerade am Anfang, haben noch neun Spiele vor uns. Natürlich wollen wir am Sonntag die drei Punkte holen. Es wird kein Spiel einfach in dieser Qualifikation. Du kannst dominieren 90 Minuten, und dann verlierst du am Ende. Wenn du einen Fehler machst, wirst du bestraft."

Torhüter Heinz Lindner (AUT) und Krzysztof Piatek (POL/Mitte) bei Tor zum 0:1 am Donnerstag, 21. März 2019, während des UEFA Euro 2020 Gruppe G Qualifikation Spiels Österreich gegen Polen im Ernst Happel-Stadion in Wien. SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Torhüter Heinz Lindner (AUT) und Krzysztof Piatek (POL/Mitte) bei Tor zum 0:1 am Donnerstag, 21. März 2019, während des UEFA Euro 2020 Gruppe G Qualifikation Spiels Österreich gegen Polen im Ernst Happel-Stadion in Wien.

Heinz Lindner (Tormann Österreich): "Eigentlich kann ich fast nur positive Schlüsse aus dem ersten Spiel ziehen. Wir haben uns vorgenommen, dominant aufzutreten, haben die nötigen Chancen herausgespielt. Das einzige, was gefehlt hat, war der Abschluss. Sonst können wir mit unserer Leistung sehr zufrieden sein." Zum Gegentreffer: "Das war ein Ball, der am zweiten Pfosten landete. Max (Wöber) hat versucht, den Schuss zu blocken, leider hat er mir da die Sicht verstellt. Leider konnte ich dem Ball nicht mehr die nötige Richtung mitgeben, dass er aus der Gefahrenzone kommt."

Marc Janko (Stürmer Österreich): "Es gibt es keine Ausrede, denn die Chance muss ich machen. Ich bin zu schlecht hinter den Ball gekommen und habe ihn nicht im optimalen Winkel erwischt. Sehr, sehr ärgerlich."

Jerzy Brzeczek (Teamchef Polen): "Wir freuen uns sehr, dass wir dieses enge Spiel gewonnen haben. Es war ein schwieriges und enges Match. Die Qualifikation ist noch lang, aber wir freuen uns trotzdem. Wir hatten Probleme mit den Kontern der Österreicher, sie haben gut über die Flügel gespielt, deshalb wurde Piatek eingewechselt. In der ersten Hälfte hatten wir Probleme, da haben wir viele taktische Fehler gemacht, nach der Einwechslung von Piatek hat unser Spiel anders ausgeschaut. Die österreichische Mannschaft hat sehr gut gespielt, am Schluss haben wir bei der Chance von Janko viel Glück gehabt."

Robert Lewandowski (Stürmer Polen): "Es war sehr wichtiger Sieg für uns. Wir haben einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht, in der Qualifikation ist jedes Spiel wichtig."

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