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Foda glaubt nach Sieg auf Färöer an Steigerung in Dänemark

Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda hat nach dem 2:0-Pflichtsieg am Samstag auf den Färöern bereits das viel schwierigere Gastspiel in Dänemark im Fokus. Einfache Fehler wie gegen die Färinger darf man sich in der WM-Qualifikation beim überlegenen Tabellenführer nicht leisten, dessen ist sich der Deutsche bewusst. "Das wird ein ganz anderes Spiel auf einem ganz anderen Niveau", prophezeite Foda vor der Partie am Dienstag (20.45 Uhr/live ORF 1) in Kopenhagen.

Marcel Sabitzer sorgte mit seinem 2:0 auch bei Foda für Erleichterung SN/APA/ROBERT JAEGER/ROBERT JAEGER
Marcel Sabitzer sorgte mit seinem 2:0 auch bei Foda für Erleichterung

Auf dem Kunstrasen in Torshavn war das Dargebotene mitunter überschaubar. In der Anfangsphase hätten die Inselkicker die Österreicher beinahe kalt erwischt. "Die ersten zwei Möglichkeiten haben wir dem Gegner praktisch aufgelegt", kritisierte Foda ungenaue Zuspiele bzw. mangelhaftes Verhalten bei langen Bällen. "Es waren Flüchtigkeitsfehler, die müssen wir aber abstellen, weil die werden gegen Dänemark sicher bestraft."

26:0 Tore haben die Dänen nach sieben Siegen in der WM-Quali zu Buche stehen. Foda glaubt dennoch an eine Chance. "Im Fußball gibt es immer etwas zu verlieren." Man sei gut über den Gegner informiert. "Ich weiß, dass wir in der Lage sind, uns weiterhin noch zu steigern. Ich gehe davon aus, dass wir in Dänemark ein gutes Spiel an den Tag legen werden."

Förderlich wäre ein solches auch für Fodas Zukunftsaussichten als Teamchef. Mit dem Erfolg auf Färöer - dem erst zweiten im vierten ÖFB-Auswärtsspiel gegen die Schafsinseln - fiel einige Last ab. "Wir haben jetzt einen Pflichtsieg eingefahren, aber wir wissen ja alle, wie schwierig Pflichtsiege sind im Fußball", sagte der 55-Jährige.

Dänemark ist an der Spitze längst enteilt. Der zweite Gruppenplatz und auf diesem Weg das WM-Play-off im März zu erreichen ist für das ÖFB-Team bei vier Zählern Rückstand auf Schottland auch nur noch mit einem Punktgewinn in Kopenhagen realistisch. "Sich mit der Tabelle zu beschäftigen, macht jetzt keinen Sinn", betonte Foda. Es gebe auch in Dänemark drei Punkte zu vergeben. "Wichtig ist, dass wir dann auch die richtigen Entscheidungen treffen bei der Aufstellung, dass wir eine gute Strategie wählen."

Foda hofft, dass seine angeschlagenen Akteure rechtzeitig fit werden. Elf Ausfälle, darunter auch die einiger Stammspieler, hatte er bereits vor den Färöern zu beklagen. Neue Sorgenkinder sind Abwehrchef Martin Hinteregger und Konrad Laimer. Hinteregger laboriert an Schulterproblemen, musste laut Foda wegen Schwindelgefühls nach einer Stunde durch Stefan Posch ersetzt werden. Laimer erlitt nach seinem Tor zum 1:0 einen Schlag auf den Oberschenkel. Bei beiden sei laut ÖFB-Angaben am Sonntag eine Besserung eingetreten. Man zeigte sich optimistisch, Grünes Licht für ihre Einsätze gab es aber noch nicht.

Lob erhielt Ercan Kara, der in Abwesenheit der verletzten Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic ein gelungenes Startelf-Debüt im ÖFB-Team gab - nicht nur wegen eines Assists und eines Lattentreffer. "Er war immer präsent in der Box, bei jeder gefährlichen Aktion war er an Ort und Stelle - dort, wo ein Stürmer hingehört", meinte Foda. "Das einzige Manko war, er hätte eigentlich ein, zwei Tore erzielen können."

Kara dürfte dennoch auch in Dänemark seine Chance erhalten. Foda verglich die Karriere des 25-Jährigen mit jener von Kalajdzic, der ebenfalls keine Akademie durchlaufen hat. "Es sind halt Instinktfußballer, das merkt man einfach." Kara hätte guten Tiefgang gezeigt und auch die Bälle gut gehalten. "Insgesamt war seine Leistung sehr zufriedenstellend, das muss er aber weiterhin bestätigen. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass wir auch Alternativen haben."

In der Hackordnung der ÖFB-Stürmer dürfte der Rapidler Augsburg-Reservist Michael Gregoritsch überholt haben, der gemeinsam mit Barcelona-Youngster Yusuf Demir erst in der 88. Minute eingewechselt wurde. "Beide Spieler haben gut trainiert und deshalb hatten sie die Möglichkeit, die paar Minuten dann auch noch zu spielen", argumentierte Foda den spät noch durchgeführten Doppeltausch. Für Demir war es der vierte Kurzeinsatz im ÖFB-Team. Der 18-Jährige hält nun bei 44 A-Team-Minuten.

Chancen am Fließband spielten die ersatzgeschwächten Österreicher in Torshavn nicht heraus. Von den Problemen, die man zudem bei langen Bällen offenbarte, wollte sich Foda aber nicht beunruhigen lassen. "Es waren einfache Fehler, vielleicht auch teilweise dem Platz geschuldet. Auf Kunstrasen springen die Bälle doch etwas anders." Im Parken-Stadion in Kopenhagen wird wieder auf natürlichem Geläuf gespielt. Der Gegner ist aber auch ein anderer.

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