Nationalteam

Franco Foda: Guter Start für einen langen Weg

Drei Siege sind für Teamchef Franco Foda ein angenehmer Nebeneffekt. Er sah in den Testspielen, dass vieles schon sehr positiv läuft. Echte Bewährungsproben folgen aber erst.

Die Nationalspieler ziehen bei Franco Foda im Team voll mit.  SN/GEPA pictures
Die Nationalspieler ziehen bei Franco Foda im Team voll mit.

"Nicht abheben" war die Botschaft, und das ausgerechnet am Flughafen Wien-Schwechat. Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda ortete am Mittwoch nach zwei gewonnenen Frühjahrs-Testspielen eine "gewisse Euphorie", hob aber auch den Zeigefinger: "Man darf nie den Fehler machen zu glauben, dass jetzt alles von alleine geht."

Noch steht dem Team ein langer Weg zu neuen Höhenflügen bevor, als Nächstes wartet mit Russland, Deutschland und Brasilien ein ganz anderes Level.

Wie sieht die Zwischenbilanz nach drei Spielen unter Foda mit ebenso vielen Siegen aus?

Kadergröße. Insgesamt 27 Kandidaten konnte der Teamchef gegen Uruguay (2:1), Slowenien (3:0) und Luxemburg (4:0) unter die Lupe nehmen, von denen keiner für die Zukunft aussortiert werden muss. In beiden letzteren Partien waren zwei weitgehend unterschiedliche Besetzungen am Werk. Foda konnte gegen Luxemburg "Reservisten" wie Andreas Ulmer, Aleksandar Dragovic oder Florian Grillitsch bringen - eine solche Kaderdichte hatte selbst sein Vorgänger Marcel Koller zu erfolgreichsten Zeiten nicht.

Taktische Flexibilität. Um Erfolg zu haben, müssen Fußballmannschaften rasch zwischen unterschiedlichen Spielanlagen "switchen" können. Gegen Slowenien hat das ÖFB-Team erfolgreich ein 3-4-3 praktiziert, gegen Luxemburg auch während des Spiels zwischen den Systemen gewechselt. Foda lobte diesbezüglich die Clubtrainer: "Das ist ja keine Erfindung von mir, es wird inzwischen überall taktisch flexibel agiert. Die Spieler verstehen diese Dinge auch schnell."


Ja zu A. Mehr Spieler aus der heimischen Bundesliga als Legionäre im Teamdress auf dem Platz, das gab es in den vergangenen Jahren nur ganz selten. Fodas Bekenntnis zur österreichischen Bundesliga in der Schlussphase gegen Luxemburg wurde prompt mit dem 4:0 belohnt, das Peter Zulj (Sturm Graz) vorbereitete und Louis Schaub (Rapid) erzielte.

Höhere Aufgaben. Slowenien und Luxemburg in allen Ehren - was das Team wirklich kann, darf es in der "Mini-WM" mit Partien gegen Russland (30. Mai), Deutschland (2. Juni) und Brasilien (10. Juni) im Frühsommer zeigen. "Es warten große Herausforderungen, aber denen wollen wir uns stellen", erklärte der Teamchef. "Ich glaube, dass wir eine gute Mannschaft haben und auch dort bestehen können."

Große Belastung. Beinahe ein Luxusproblem, aber der Teamchef muss dem aktuellen Erfolgslauf von Red Bull Salzburg Tribut zollen. Stefan Lainer, der insgesamt schon 43 Saison-Pflichtpartien (Club und Nationalteam) in den Beinen hatte, durfte ebenso wie Champions-League-Spieler David Alaba frühzeitig abreisen. Was in einer Testphase wie derzeit zu verschmerzen ist, könnte noch echtes Kopfzerbrechen bereiten, wenn es in Qualifikationen wieder um Punkte fürs Team geht.

Terminsorgen. So sehr sich Franco Foda und seine Spieler auf die nächsten Herausforderungen freuen, so kompliziert wird der Ablauf ab Ende Mai. Die Vorbereitung auf Russland und Deutschland wird kurz ausfallen. Die Legionäre sollten nach dem früheren Ligafinale in England und Deutschland (13. Mai) erholt, aber noch nicht erschlafft eintreffen. Acht Tage Abstand zwischen Deutschland- und Brasilien-Match erfordern zudem einen Kurzurlaub "Da müssen wir eine gute Trainingssteuerung an den Tag legen", meinte Foda.

Aufgerufen am 21.09.2018 um 12:21 auf https://www.sn.at/sport/fussball/nationalteam/franco-foda-guter-start-fuer-einen-langen-weg-25987189

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