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Frauenfußball auch ein Jahr nach EM-Erfolg in Euphorie

Gut ein Jahr ist seit dem Einzug des Fußball-Frauen-Nationalteams ins EM-Halbfinale vergangen. Die positiven Nachwirkungen sind im österreichischen Frauenfußball noch deutlich zu spüren, erklärte ÖFB-Präsident Leo Windtner am Freitag anlässlich des Saisonauftakts der Frauen-Bundesliga bei einer Pressekonferenz in Wien. "Der dritte Platz hat eine Welle der Begeisterung ausgelöst", meinte Windtner.

ÖFB-Boss Windtner gibt sich optimistisch SN/APA/HANS PUNZ
ÖFB-Boss Windtner gibt sich optimistisch

"Die positiven Effekte sind nach wie vor zu spüren. Es ist eine neue Ära angebrochen. Das Zuschauerinteresse in der WM-Qualifikation war gewaltig", sagte der Oberösterreicher. Ein Weiterkommen in der WM-Ausscheidung ist in dieser Saison auch das große Ziel des ÖFB. Das Nationalteam ist dabei auf fremde Schützenhilfe angewiesen, Windtner ist trotzdem optimistisch. "Ich glaube, dass wir das Spiel gegen Finnland gewinnen können, und dann hoffe ich, dass wir auch das zweite Glücksvogerl haben und die anderen Gruppen so spielen, dass wir das WM-Play-off erreichen. Das ist das große Ziel", erklärte der Oberösterreicher.

Doch auch abseits des Nationalteams waren die positiven Auswirkungen spürbar. Für die am Samstag beginnende Frauen-Bundesliga fand der ÖFB mit Planet Pure einen Bewerbsponsor, der jährlich einen sechsstelligen Betrag beisteuert. Windtner führt auch die erfolgreiche Bewerbung für das Finale der Frauen-Champions-League 2020 in der Wiener Generali Arena auf den "positiven Rückenwind" durch die EM-Erfolge zurück.

Auch auf der Ebene der Aktiven sei laut Windtner ein Effekt zu spüren. "Der Zulauf ist wirklich gut. Auch im peripheren Bereich hat sich der Zulauf gewaltig verstärkt", sagte er. Um konkrete Zahlen zu nennen, sei es aber noch zu früh.

Erfolge gibt es auch im Breitensport. Anfang August wurde das ÖFB-Integrationsprojekt "Kick mit", das mehr als 600 Mädchen im Alter zwischen 6 und 21 Jahren mit Migrationshintergrund zum Fußball bringt von der UEFA ausgezeichnet und mit 50.000 Euro gefördert. Um auch strukturell Schritt halten zu können und den organisatorischen Bereich zu stärken, hat der ÖFB vor kurzem die Nationalteamspielerin Jasmin Eder Vollzeit angestellt.

Bei der Pressekonferenz kündigte Windtner neuerlich an, die Topclubs der Männer vom stärkeren Engagement im Frauenfußball überzeugen zu wollen. Aktuell haben Sturm Graz, St. Pölten und Innsbruck ein Frauen-Bundesligateam, Austria Wien kooperiert mit USC Landhaus. "Wenn wir es schaffen, die Wiener Großclubs und Red Bull Salzburg für den Frauenfußball zu begeistern, hat das eine gewaltige Strahlkraft", sagte Windtner. Laut dem ÖFB-Präsidenten gebe es etwa bei Rapid Überlegungen, das Thema in nächster Zukunft aufzunehmen.

Quelle: APA

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