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Fußball: Österreich siegt in der EM-Qualifikation gegen Slowenien mit 1:0

Das österreichische Fußball-Nationalteam hat im dritten Anlauf in der laufenden EM-Qualifikation den ersten Sieg eingefahren. Die Österreicher setzten sich am Freitagabend in Klagenfurt gegen Slowenien mit 1:0 (0:0) durch. Den entscheidenden Treffer erzielte der kurz zuvor eingewechselte Kärntner Guido Burgstaller in der 74. Minute.

Siegtorschütze: Guido Burgstaller. SN/GEPA pictures
Siegtorschütze: Guido Burgstaller.

Österreichs Chance auf die Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft 2020 bleibt intakt. Ein mühsam erkämpfter 1:0-(0:0)-Sieg gegen Slowenien brachte am Freitag in Klagenfurt vor 19.200 Zuschauern in der Wörthersee-Arena die ersten Punkte im dritten Spiel der Gruppe G.

Der laue Abend in Klagenfurt begann mit einer schlechten Nachricht. Kapitän Julian Baumgartlinger konnte wegen einer Entzündung im Sprunggelenk nicht spielen. David Alaba übernahm die Schleife vom Salzburger, auf seiner Position ersetzte ihn Debütant Konrad Laimer. Damit standen drei aktuelle und vier ehemalige Spieler von Red Bull Salzburg in der Startaufstellung.

Mehr Mut beim Personal gefragt

Auf der anderen Seite stand hinter einer Durchschnittself mit Jan Oblak von Atlético Madrid ein Weltklassemann im Tor. Dessen Können brauchten die Slowenen bald: Einen Kopfball des frei stehenden Marcel Sabitzer lenkte er an die Stange (25.), im Eins-gegen-eins-Duell mit Xaver Schlager blieb er ebenfalls Sieger (33.).

Die Gäste, betreut vom ehemaligen GAK-Legionär Matjaz Kek, zeigten nach vorne wenig Ambitionen. Die slowenischen Defensivkünstler waren sichtlich bemüht, in der Abwehr sicher zu stehen und vorne auf die Genialität von Bergamo-Torjäger Josip Ilicic zu hoffen.

Weil zumindest Ersteres gut gelang, wirkten die Österreicher immer mut- und ideenloser. Franco Foda reagierte und brachte Guido Burgstaller für den glücklosen Sabitzer ins Spiel. Der Schalke-Stürmer verfügt über den Torriecher, der dem Nationalteam zuletzt so abging. Und endlich stellte er das auch im ÖFB-Trikot unter Beweis. Nur drei Minuten nach Burgstallers Einwechslung versuchte es zuerst Arnautovic aus der Drehung. Wieder wehrte Oblak ab, aber den Abpraller drückte Burgstaller über die Linie (74.).

In trockenen Tüchern war der Sieg aber noch nicht. Ein Handspiel der Slowenen verlegte der Schiedsrichter irrtümlich vor die Strafraumgrenze (77.). dann hätte es der eingewechselte Ex-Rapidler Robert Beric beinahe Burgstaller gleichgetan, verfehlte aber per Kopf das Tor ebenso knapp (81.) wie Andraz Sporar (90.). Mit letzter Kraft verteidigten die Österreicher, als sogar Torhüter Oblak mit nach vorne ging.

Der Pflichtsieg ist damit geschafft, aber schon am Pfingstmontag sind Arnautovic und Co. wieder gefordert. In Skopje wird erneut voller Einsatz notwendig sein. Gegen Gruppenfavorit Polen wehrte sich Nordmazedonien beim 0:1 am Freitag tapfer.

Stimmen zum Spiel:

Franco Foda (ÖFB-Teamchef): "Wir haben zwei Spiele am Anfang nicht gewonnen. Es war für uns ein wichtiges Spiel, das sieht man auch an der Tabelle. Ich denke, dass der Sieg hochverdient ist. Wir hatten die besseren Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit sind wir ein bisschen schwerer ins Spiel gekommen, hatten aber auch gute Phasen. Dann ist uns das Tor geglückt. Der Sieg war absolut verdient. Wir haben zeitweise auch gut nach vorne gespielt. Wir haben im (zentralen) Mittelfeld mit enorm jungen Spielern gespielt, aber die haben das sehr gut gemacht. Wir haben ein Spiel gewonnen. Jetzt gilt es sich zu regenerieren, und dann müssen wir am Montag nachlegen."

Marko Arnautovic (ÖFB-Stürmer): "Ich denke, dass heute wichtig war, dass wir ruhig bleiben, dass wir weiter an uns glauben. Ich denke, dass wir die bessere Mannschaft im Großen und Ganzen waren. Die Chancenauswertung, da müssen wir besser noch werden. Wir haben den Glauben nicht verloren. Die drei Punkte sind da, aber es ist noch lange nicht vorbei. Wir brauchen mehr als drei Punkte. Wenn wir jedes Spiel die Leistung abrufen, die jeder Spieler drauf hat, bin ich mir sicher, dass wir noch mehr Punkte holen. Wir werden alles versuchen."

Konrad Laimer (ÖFB-Teamdebütant): "Wir wussten, dass es schwierig wird, dass Slowenien kicken kann, und auch was wir können. Das haben wir über weite Phasen des Spiels gezeigt. Wir hätten viel früher ein Tor machen können, haben es viel spannender gemacht als nötig. Die drei Punkte sind hochverdient. Ob unerwartet oder nicht - es war schön das erste Mal für das Nationalteam auflaufen zu dürfen. Ich habe mich riesig gefreut und von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben."

Matjaz Kek (Slowenien-Teamchef): "In der ersten Halbzeit haben wir ein bisschen Glück gehabt, da war Österreich klar überlegen. In dem Moment, als wir ein bisschen Ruhe reingebracht haben und selbst ein bisschen mehr fürs Spiel getan haben, bekommen wir dann so ein Tor. Österreich war um dieses eine Tor besser. Wir müssen über den nächsten Gegner nachdenken."

Das Match im Liveticker:

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