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Fußball: Teamchef Franco Foda holt zwei Debütanten in den Teamkader

Stürmer Sasa Kalajdzic und Mittelfeldspieler Raphael Holzhauser sind erstmals in Österreichs Fußball-A-Nationalmannschaft einberufen worden.

Debüt im Kader der A-Nationalmannschaft: Sasa Kalajdzic (hier ist er am 11. Juni 2019 im U19-Länderspiel gegen Frankreich zu sehen).  SN/gepa pictures/ christian walgram
Debüt im Kader der A-Nationalmannschaft: Sasa Kalajdzic (hier ist er am 11. Juni 2019 im U19-Länderspiel gegen Frankreich zu sehen).

Der beim VfB Stuttgart unter Vertrag stehende Kalajdzic (23) wurde wie der für den belgischen Club Beerschot spielende Holzhauser (27) von Teamchef Franco Foda für das Länderspiel gegen Griechenland sowie die Nations-League-Spiele in Nordirland und Rumänien nominiert.

Wie am Dienstag im Rahmen der Kaderbekanntgabe in Wien zudem vermeldet wurde, ist Marko Arnautovic weiterhin absent. Der Schanghai-Angreifer bleibt in China. Verletzt fehlen die Deutschland-Legionäre Marcel Sabitzer, Konrad Laimer, Valentino Lazaro und Florian Kainz.

Foda nominierte insgesamt 26 Spieler für das Länderspiel-Triple. David Alaba ist wieder dabei, nachdem der Bayern-Star in den September-Spielen der Nations League wegen Adduktorenproblemen gefehlt hatte.

Debüt im Kader der A-Nationalmannschaft: Raphael Holzhauser (hier ist er am 21. März 2013 im freundschaftlichen U21-Länderspiel gegen die Slowakei zu sehen).  SN/gepa pictures/ david rodriguez
Debüt im Kader der A-Nationalmannschaft: Raphael Holzhauser (hier ist er am 21. März 2013 im freundschaftlichen U21-Länderspiel gegen die Slowakei zu sehen).

Die Nationalmannschaft trifft am 7. Oktober in einem Freundschaftsspiel in Klagenfurt auf Griechenland. In der Nations League stehen mit den Begegnungen gegen Nordirland (10. Oktober) und Rumänien (14. Oktober) zwei Auswärtsspiele auf dem Programm.

Österreich gewann in diesem Bewerb zwar das Auftaktspiel gegen Norwegen, musste im zweiten Match daheim gegen Rumänien aber eher überraschend eine Niederlage einstecken.

ÖFB-Teamchef Franco Foda am 29. September 2020 in Wien. SN/GEPA pictures
ÖFB-Teamchef Franco Foda am 29. September 2020 in Wien.

"Kalajdzic hatten wir schon länger auf der Rechnung, leider hat er sich letztes Jahr schwer verletzt. Er hat in den letzten Wochen gezeigt, welche Qualitäten er hat", sagte Foda über den Zwei-Meter-Stürmer, der in seinen beiden bisherigen Oberhaus-Einsätzen für den VfB Stuttgart getroffen hat.

Der 23-jährige gebürtige Wiener hat serbische Wurzeln, daher stand auch immer ein Wechsel zum serbischen Verband im Raum. Ob ein Nationenswitch von Kalajdzic durch einen Einsatz in einem der Nations-League-Spiele vom Tisch wäre, ist offen, weil die FIFA eine Aufweichung der Kriterien plant.

Der zweite Neuling Holzhauser qualifizierte sich dank starker Auftritte bei Beerschot für die ÖFB-Auswahl - der frühere Austrianer hält in der höchsten belgischen Liga nach sieben Runden bei fünf Treffern und vier Assists. "Er hat sich in den letzten Monaten nach vorn entwickelt, hat mehr Dynamik im Spiel, erzielt Tore und bereitet Tore vor", sagte Foda über Holzhauser.

Der Deutsche sah einige Auftritte des Mittelfeldspielers auf Video. "Die Art und Weise, wie er jetzt spielt, gefällt mir viel besser als vor einigen Jahren. Er hat viel mehr Power und Tiefgang", meinte Foda.

Bild: SN/APA/ROBERT JAEGER
"Die Art und Weise, wie er jetzt spielt, gefällt mir viel besser als vor einigen Jahren. Er hat viel mehr Power und Tiefgang."
ÖFB-Teamchef Franco Foda über Raphael Holzhauser

Der Nationaltrainer holte im Vergleich zum September auch Louis Schaub und Alessandro Schöpf zurück, dafür gibt es wie vor einem Monat einige prominente Abwesende. Neben Arnautovic fehlen unter anderem die verletzten Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Valentino Lazaro. "Wir konnten die Ausfälle auch beim letzten Lehrgang gut kompensieren und haben wenig an unserem Grundgerüst geändert, weil wir uns ja einspielen wollen", sagte Foda. "Wir wollen neue Spieler einbauen und erfolgreich sein. Da gilt es, die richtige Balance zu finden."

Mit den Matches im September, die einen Sieg in Norwegen und eine Heimniederlage gegen Rumänien brachten, war der Teamchef weitgehend zufrieden, "weil wir gute Ballbesitzphasen und ein gutes Pressing hatten. Aber es gibt noch einiges zu verbessern, vor allem im Defensivverhalten und bei Standards."

Die erste Chance für eine Steigerung bietet sich am kommenden Mittwoch im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen die Griechen. "Sie haben eine ähnliche Spielanlage wie Rumänien, sehr spielstark. Sie versuchen, das Match von hinten aufzubauen und haben eine gute Qualität in der letzten Zone", erklärte Foda. Gegen Nordirland sei eine komplett andere Partie zu erwarten. "Sie werden viele lange Bälle spielen, da geht es um die zweiten Bälle, ähnlich wie gegen Norwegen."

Das ÖFB-Team kommt mit Ausnahme der am Dienstag anreisenden Alaba, Ulmer und Schlager bis spätestens Montag in Pörtschach zusammen, trainiert wird in Klagenfurt. Am Freitag erfolgt die Abflug nach Nordirland, am darauffolgenden Montag wird von Belfast nach Bukarest weitergereist. Vor den Auswärtsspielen reduziert Foda den Kader auf 21 Feldspieler plus drei Torleute.

Die letzten Länderspiele des Jahres steigen dann Mitte November - und zwar wieder ohne Arnautovic, sofern der Wiener mit seinem Club das Liga-Finale erreicht. "Er wäre gerne gekommen, aber das Problem ist, dass sich an der Situation in China nichts geändert hat", erzählte Foda. Arnautovic müsste nach seiner Rückkehr aus Österreich in China für 14 Tage in Quarantäne. "Das ist nicht zumutbar, außerdem muss ein Verein einen Spieler gar nicht abstellen", sagte der Teamchef.

Mit Arnautovic hatte Foda ebenso erst kürzlich Kontakt wie mit Alaba, dessen Zukunft beim FC Bayern noch immer nicht geklärt ist. "Aber er kann mit der Situation sehr gut umgehen. Es ist eine strategische Entscheidung, die er ganz allein treffen muss", betonte Foda. Ob der Bayern-Innenverteidiger auch in der ÖFB-Auswahl im Abwehrzentrum agiert, soll demnächst geklärt werden. "Ich werde das in Ruhe mit ihm besprechen", kündigte der Teamchef an.

Der Kader der Nationalmannschaft:

Position Name
Tor: Pavao Pervan (Wolfsburg/GER, 1 Länderspiel), Alexander Schlager (LASK, 3), Cican Stankovic (Red Bull Salzburg, 4)
Abwehr: Aleksandar Dragovic (Leverkusen/GER, 81/1 Tor), Marco Friedl (Bremen/GER, 0), Martin Hinteregger (Frankfurt/GER, 47/4), Stefan Lainer (Mönchengladbach/GER, 20/1), Philipp Lienhart (Freiburg/GER, 1/0), Stefan Posch (Hoffenheim/GER, 7/1), Christopher Trimmel (Union Berlin/GER, 7/0), Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg, 19/0), David Alaba (Bayern München/GER, 72/14)
Mittelfeld: Julian Baumgartlinger (Leverkusen/GER, 76/1), Christoph Baumgartner (Hoffenheim/GER, 2/1), Florian Grillitsch (Hoffenheim/GER, 17/1), Raphael Holzhauser (Beerschot/BEL, 0), Stefan Ilsanker (Frankfurt/GER, 43/0), Karim Onisiwo (Mainz/GER, 8/1), Reinhold Ranftl (LASK, 1/0), Louis Schaub (Luzern/SUI, 14/5), Xaver Schlager (Wolfsburg/GER, 13/1), Alessandro Schöpf (Schalke/GER, 22/4)
Angriff: Adrian Grbic (Lorient/FRA, 2/0), Michael Gregoritsch (Augsburg/GER, 19/3), Sasa Kalajdzic (Stuttgart/GER, 0), Christoph Monschein (Austria Wien, 1/0)
Auf Abruf: Martin Fraisl (Sandhausen/GER, 0), Heinz Lindner (Basel/SUI, 28), Jörg Siebenhandl (Sturm Graz, 2) - Gernot Trauner (LASK, 1/0), Maximilian Ullmann (Rapid Wien, 0), Albert Vallci (Red Bull Salzburg, 0), Philipp Wiesinger (LASK, 0), Maximilian Wöber (Red Bull Salzburg, 6/0), Husein Balic (LASK, 0), Yusuf Demir (Rapid Wien, 0), Mathias Honsak (Darmstadt 98/GER, 0), Thomas Murg (Rapid Wien, 0), Stefan Schwab (PAOK Saloniki/GRE, 1/0), Patrick Wimmer (Austria Wien, 0), Hannes Wolf (Mönchengladbach/GER, 0), Marko Raguz (LASK, 0)

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