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Kapitän Baumgartlinger sieht ÖFB-Team in Findungsphase

Am Tag nach dem 0:0 in Wien gegen Bosnien-Herzegowina und dem damit verpassten Gruppensieg in der Fußball-Nations-League war bei Julian Baumgartlinger Ursachenforschung angesagt. Der ÖFB-Kapitän sieht zwar im Vergleich zu den Frühjahrs-Testspielen keinen Rückschritt, betonte aber auch, dass im Hinblick auf die im März 2019 beginnende EM-Qualifikation eine Steigerung nötig sei.

Teamkaptiän Julian Baumgartlinger SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Teamkaptiän Julian Baumgartlinger

"Es ist noch eine Findungsphase da. Wir haben die erste Phase dieses Jahres ziemlich erfolgreich abgeschlossen, aber man darf nicht vergessen, dass da praktisch alle Spieler fit waren. Das war im Herbst nicht so, und da merkt man, dass man das noch nicht so wegstecken kann", analysierte der Mittelfeldspieler, der gegen die Bosnier sein Comeback nach vier versäumten Länderspielen gegeben hatte.

Von einer Stagnation wollte Baumgartlinger nicht sprechen. "Aber es ist eine Gruppe, die noch nicht hundertprozentig aufeinander abgestimmt ist, bei der die Automatismen noch nicht greifen." Daher blieb beim Salzburger die Erkenntnis, "dass wir noch gefestigter sein müssen und unser Weg noch nicht abgeschlossen ist".

Es gab gegen die Bosnier aber auch Lichtblicke, etwa die Leistung des zur Pause eingewechselten Xaver Schlager. "Er hatte gleich einen super Impact auf das Spiel", sagte Baumgartlinger über den Salzburg-Profi, der am Sonntag gegen Nordirland in die Startformation rücken könnte. Die Partie in Belfast ist zwar für den Ausgang der Nations-League-Gruppe unerheblich, hat jedoch für den ÖFB-Kapitän trotzdem eine große Bedeutung. "So ein Spiel hilft uns schon jetzt in der Vorbereitung für die EM-Qualifikation."

Stand Freitagmittag dürfte der komplette Kader die Reise auf die Insel antreten. "Alle fahren mit und werden spielen wollen", erklärte Baumgartlinger. "Auf uns wartet ein tolles Spiel mit einer großartigen Atmosphäre in einem vollen Stadion. Wir müssen dort anschließen, wo wir gegen Bosnien in der zweiten Hälfte aufgehört haben und müssen wissen, dass die nächste Partie schon eine in der EM-Qualifikation ist."

Auch der 30-Jährige wird im Windsor Park dabei sein, obwohl er erst kürzlich eine Knieverletzung überwunden hat. "Aber das ist kein Thema mehr. Ich bin gegen Nordirland uneingeschränkt einsetzbar", meinte Baumgartlinger.

Das trifft auch auf Peter Zulj zu, der sich rückblickend auf seinen Auftritt gegen die Bosnier selbstkritisch gab. "Dass es nicht mein bestes Spiel im Nationalteam war, ist klar", erklärte der Profi von Sturm Graz. Gegen Nordirland möchte Zulj gemeinsam mit der ganzen Mannschaft an bessere Zeiten anschließen. "Wir wollen dort nicht hinfahren und ein Freundschaftsspiel absolvieren, sondern gewinnen."

Der Mittelfeldmann und seine Kollegen bekamen am Freitagnachmittag von Teamchef Franco Foda einige Stunden frei, Samstagvormittag erfolgt der Abflug nach Belfast. Die Rückkehr ist für den frühen Montagmorgen geplant, danach geht es für Zulj zurück zu seinem Club, wo ein neuer Trainer auf ihn wartet.

Mit Roman Mählich haben Zulj und Stefan Hierländer bereits am Montag erste Bekanntschaft gemacht, als sie im ÖFB-Camp Besuch vom Nachfolger des freigestellten Heiko Vogel erhielten. "Es war ein sehr gutes Gespräch. Er hat uns seine Philosophie erklärt, wie er Fußball spielen will", berichtete Zulj. "Das Kämpfen steht bei ihm an erster Stelle, was super ist, weil wir das jetzt brauchen."

Quelle: APA

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