Nationalteam

Master statt Meister: Ex-Teamtorhüter Robert Almer schloss Studium ab

Für aktive und ehemalige Spitzensportler gibt es einen eigenen Lehrgang an der FH Burgenland. Jüngster Absolvent ist seit wenigen Tagen Robert Almer. Der aktuelle Tormanntrainer des ÖFB-Nationalteams reiht sich in eine Riege prominenter Kollegen.

Ein Meistertitel war dem 36-jährigen Robert Almer in seiner aktiven Karriere nie vergönnt, den Mastertitel hat er seit kurzem in der Tasche. Der 33-malige ÖFB-Teamtorhüter und EM-Teilnehmer 2016 absolvierte den Lehrgang "Business Administration & Sport" der FH Burgenland. Dieses Studium ist speziell für Spitzensportlerinnen und -sportler konzipiert. Fernstudium spielt dabei eine wichtige Rolle, zumal die Berufssportler oft nicht in einem Hörsaal anwesend sein können. Sportprominenz von Beachvolleyball-Vizeweltmeister Clemens Doppler bis Rodel-Olympiasieger Andreas Linger gehören bereits zum Kreis der Absolventen.

Robert Almer durfte das frisch erworbene Abschlusszeugnis beim Sommerfest des Lehrgangs in Markt Piesting (NÖ) feiern. Er sagte: "Ich habe während meiner ganzen Karriere ein Studium gesucht, welches neben meinem Beruf als Sportler bzw. Trainer organisatorisch machbar ist und damit die sportliche Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Der MBA Business Administration & Sport ist für jeden Sportler die perfekte Möglichkeit, sich für die Karriere danach, aber auch für die eigene sportliche Karriere perfekt aufzustellen und vorzusorgen." In seiner Masterarbeit hat er sich mit seiner eigenen eigenen Personenmarke beschäftigt.

Beim Sommerfest war Fachsimpeln über Sport, Studium und Business angesagt. Mit dabei waren aktive Studenten wie Rapid-Kapitän Stefan Schwab, Kajak-Ass Viktoria Schwarz, Langstreckenläufer Andreas Vojta oder Synchronschwimmerin Nadine Brandl. Clemens Doppler schaltete sich live online aus Graz zu. Er bereitete sich auf seinen Einsatz beim Champions Cup vor. Kontakt via Bildschirm ist auch für die Studienorganisatoren ein üblicher Weg, um mit den Athleten permanent in Kontakt zu bleiben.


Lehrgangsleiterin Sabine Pata erkärte: "Österreichs Spitzensportler/innen haben es an den Hochschulen nicht leicht. Verpflichtende und unflexible Prüfungstermine führten in der Vergangenheit zu vielen Studienabbrüchen. Man muss bedenken, dass sie einem Beruf nachgehen, und wenn sie verhindert sind, nicht aus Jux und Tollerei. Dieses Problem wollten wir grundlegend lösen und haben sowohl die Prüfungstermine als auch sämtliche Vorlesungen vollständig flexibilisiert und von Verpflichtungen befreit. Jetzt funktioniert es offensichtlich sehr gut. Nicht ganz zufällig studieren bereits 20 Prozent aller geförderten Spitzensportler/innen in unserem MBA-Programm."

Unabhängig von Trainings und Wettkämpfen können Spitzensportler bereits während ihrer aktiven Zeit an einer beruflichen Karriere nach der Karriere arbeiten. In 18 Monaten Fernstudium wird ein internationaler akademischer Abschluss mit kompakten Präsenzphasen ermöglicht. Inhaltlich werden betriebswirtschaftliche Kompetenzen vermittelt, die die digitalisierte Wirtschaft verlangt, wie professioneller Umgang mit den Neuen Medien, Change-Management, Bilanzen lesen, Datenanalyse, Entscheidungsanträge finanziell darstellen, Sponsorship-Management, digitale Marketingstrategien, vertragsrechtliche Kompetenzen, Sportsponsoring sowie Eventmanagement & Selbstvermarktung.

Knapp über 100 Athleten und Funktionäre aus vielen verschiedenen Sportarten haben den MBA bereits absolviert bzw. befinden sich im Ausbildungsprozess.

Informationen online: www.fokus-zukunft.at.

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