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Nach Sieg in Slowenien ist die EM 2020 ganz nah für Österreich

Das Foda-Team war auch ohne Marko Arnautovic klar besser. Stefan Posch erzielte das goldene Tor beim 1:0-Auswärtserfolg in Slowenien.

Jubel bei den Österreichern. SN/GEPA pictures
Jubel bei den Österreichern.



Österreichs Fußball-Nationalmannschaft darf für die Europameisterschaft 2020 planen. Am Sonntag besiegte die Elf von Teamchef Franco Foda Slowenien auswärts mit 1:0 (1:0). Nur noch ein Punkt aus den verbleibenden zwei Spielen fehlt Österreich. Schon im Heimspiel gegen Nordmazedonien am 16. November in Wien kann Österreichs Team alles klar machen. Drei Tage später ist Lettland auswärts der letzte Gegner. Das EM-Ticket bereits in der Tasche hat Polen, das gegen Nordmazedonien mit 2:0 die Oberhand behielt. Für die frühzeitige Planung wichtig: Das Turnier in zwölf europäischen Städten steigt von 12. Juni bis 12. Juli 2020.

Slowenien war in Laibach wie schon beim 1:0-Heimsieg im Juni ein unangenehmer Gegner. Überhaupt war die Partie ein Spiegelbild der bisherigen Qualifikation: Das ÖFB-Team musste für seinen Lohn hart kämpfen und bis zum Schluss zittern. Dann aber fielen einander Franco Foda, seine Betreuer und die Spieler in die Arme.

Lufthoheit – Stefan Posch steigt nach einem Eckball von Valentino Lazaro am höchsten und erzielt per Kopf das 1:0-Siegestor. SN/APA/ROBERT JAEGER
Lufthoheit – Stefan Posch steigt nach einem Eckball von Valentino Lazaro am höchsten und erzielt per Kopf das 1:0-Siegestor.

Weiß-Blau-Rot gegen Rot-Weiß-Rot war das optische Duell auf der Tribüne. Sowohl die Heimfans als auch der rund 600 Mann starke Auswärtsblock heizten die Stimmung mit bunten Choreografien an. Der für den angeschlagenen Marko Arnautovic in die Startelf gerückte Michael Gregoritsch hatte früh die Führung auf dem Fuß. Aber Sloweniens Torhüter Jan Oblak zeigte in der 13. Minute, warum sein Marktwert mit 100 Millionen Euro taxiert wird: Der Schlussmann von Atlético Madrid wehrte den Volleyschuss von Gregoritsch mit einer Hand ab.

Intensives Pressing von Laimer und Marcel Sabitzer beschäftigte die Abwehr der Gastgeber. Eine Eckballvariante wie aus dem Bilderbuch führte zum 1:0: Den Corner von Valentino Lazaro setzte der rechtzeitig wieder fit gewordene Stefan Posch mit dem Hinterkopf genau ins lange Eck (21.).

Jubel von Stefan Posch, Valentino Lazaro und Julian Baumgartlinger nach dem Führungstor. SN/APA/ROBERT JAEGER
Jubel von Stefan Posch, Valentino Lazaro und Julian Baumgartlinger nach dem Führungstor.

Slowenien, angetrieben von einer lautstarken Anhängerschaft im Stozice-Stadion, zeigte sich unbeeindruckt. Die Offensive um Josip Ilicic und Andraz Sporar ließ dem Foda-Team kaum eine Verschnaufpause. Dass die Österreicher den Vorsprung in die Halbzeit brachten, war nicht nur guter Verteidigungsarbeit zu verdanken, sondern auch Glück. Zwei Mal sah der türkische Schiedsrichter bei Handspielen im Strafraum (Julian Baumgartlinger/33. und Gregoritsch/34.) weg. Andreas Ulmer hatte Glück, dass er bei einem Tritt gegen das Knie von Roman Bezjak nur Gelb sah. Zu dem übel aussehenden Foul war es gekommen, weil der Salzburg-Verteidiger weggerutscht war.

Nach Wiederbeginn kontrollierte das ÖFB-Team den Gegner, ohne noch zwingend zu werden. Es dauerte bis zur 62. Minute, eher Sabitzer mit einem platzierten Schuss Oblak zu einer Parade zwang. Die Slowenen resignierten mit Fortdauer des Spiels immer mehr. Aufregung brachte dann nur noch eine unschöne Szene: Der eingewechselte Denis Popovic schlug Sabitzer mit dem Ellbogen ins Gesicht und sah zurecht die Rote Karte (89.).

Viel schöner war, was sich 20 Minuten nach Schlusspfiff abspielte: Österreichs Mannschaft kam noch einmal auf den Rasen und feierte ausgelassen mit den glücklichen Fans.

Stimmen zum Spiel

Franco Foda (ÖFB-Teamchef): "Wir sind noch nicht bei der EM, benötigen noch unbedingt einen Punkt. Heute darf die Mannschaft ausgiebig feiern, das haben sie sich verdient. Das ist eine richtig geile Truppe, da wächst etwas richtig Gutes zusammen. Wir wollen jetzt daheim gegen Nordmazedonien den Sack endgültig zumachen. Die Jungs haben den Plan perfekt umgesetzt. Posch hat seine Sache super gemacht. Man sieht, dass er sich bei Hoffenheim weiterentwickelt hat."

Julian Baumgartlinger (ÖFB-Kapitän): "Ein schwieriges Auswärtsspiel so zu gewinnen, ist großartig. Wir waren in der Defensive sehr stark. Besser kann man das Spiel auswärts nicht gestalten, außer vielleicht mehr Tore schießen."

Stefan Posch (ÖFB-Torschütze): "Bei meinem Tor war es ein überragendes Gefühl, aber das Wichtigste waren die drei Punkte. Es war ein sehr großer Schritt zur EM. Das Tor war einstudiert, wir haben bei Standards ein paar Varianten. Es war eine sehr gute Mannschaftsleistung von uns. Jeder hat gekämpft und gewusst, worum es geht. Ich habe eine EM zuletzt mit der U21 miterlebt und das war schon etwas Geiles, jetzt wird es noch etwas Anderes. Ich hoffe, dass gegen Nordmazedonien mehr Zuschauer kommen."

Michael Gregoritsch (ÖFB-Spieler): "Wir sind überglücklich. Wir haben einen Riesenschritt gemacht. Wir haben 90 Minuten konzentriert und dominant gespielt, ich kann mich an keine Chance der Slowenen erinnern. Wir sind als verdienter Sieger vom Platz gegangen."

Marcel Sabitzer (ÖFB-Spieler): "Wir haben es gut gemacht, gute Chancen vorgefunden und verdient gewonnen. Die Slowenen haben alles reingehaut, wir haben dagegengehalten. Dass wir die besseren Fußballer sind, wissen wir."

Das Match im Liveticker zum Nachlesen:

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