Nationalteam

ÖFB-Frauen wollen klaren Sieg gegen Serbien

Die Fuhrmann-Elf befindet sich auf Frühbucherkurs in Richtung EM 2022.

Jubilarin Carina Wenninger.  SN/gepa
Jubilarin Carina Wenninger.

Die EM in England ist um ein Jahr auf 2022 verschoben worden. Aber Österreichs Frauenfußball-Nationalteam will frühzeitig das Ticket lösen. Der Weg zum begehrten Frühbucherbonus führt über einen möglichst klaren Sieg gegen Serbien heute, Dienstag (18.30, live in ORF Sport +), in Altach. Aber selbst dann könnte noch nicht sicher sein, ob Österreich einer der drei besten Gruppenzweiten und damit fix zum zweiten Mal nach 2017 bei einer Endrunde ist. Denn die Pandemie hat den Spielplan durcheinandergewirbelt, daher fehlt noch eine Reihe mitentscheidender Partien. Als Hintertürchen würde noch die Chance winken, in einer Relegation einen Restplatz für die Endrunde zu buchen.

"Fakt ist, dass ein Sieg her muss, umso höher umso besser für uns", sagte die 40-Jährige. Auf Teufel komm raus stürmen werde man deshalb aber keinesfalls. "Es gilt die richtige Balance im Spiel zu haben", betonte Fuhrmann. Das hat auch einen guten Grund, ein Sieg gegen die Serbinnen ist alles andere als ein Selbstläufer. Gewarnt ist man aus dem Hinspiel, wo ein Seitfallzieher von Nicole Billa am 8. Oktober 2019 einen 1:0-Zittersieg in Nis gebracht hatte.

"Wenn wir zur Europameisterschaft wollen, gilt es morgen einen guten Job zu machen und die drei Punkte zu holen, aber wir wissen genau, dass wir mit derselben Konsequenz ins Spiel gehen müssen, weil Serbien ein sehr unangenehmer Gegner ist", meinte Fuhrmann. Serbien liegt in der Gruppe G vier Punkte hinter Österreich auf Rang drei, kann also Torfrau Manuela Zinsberger und Co. im Kampf um Rang zwei nicht mehr gefährlich werden. Zuletzt gab es am 24. Oktober einen 4:1-Sieg gegen Kasachstan, zuvor nur ein 0:2 gegen Gruppensieger Frankreich.

"Serbien macht gefährlich, dass sie sehr gute Spielerinnen haben, die Fußball spielen können und das auch wollen. Sie sind technisch versiert und im Umschaltspiel sehr stark", hob Fuhrmann die Vorzüge des Weltranglisten-41. hervor. "Deshalb gilt es für uns auf der Hut zu sein." Nach dem ÖFB-0:3 gegen Frankreich ist keine Spielerin angeschlagen, mit Maria Plattner (Turbine Potsdam) steht im Gegensatz zum Duell in Guingamp eine zusätzliche Akteurin zur Verfügung.

Für Österreich wäre es nach 2017, als Manuela Zinsberger und Co. sensationell der Halbfinaleinzug gelang, die zweite EM-Endrunde. Der damalige Erfolgscoach Dominik Thalhammer übergab das Zepter während der laufenden Qualifikation an Irene Fuhrmann. Noch unter Thalhammer - mittlerweile beim LASK wieder im Männerfußball tätig - gab es im Hinspiel in Serbien einen harterkämpften 1:0-Sieg. Im heutigen Spiel feiert Carina Wenninger ein Jubiläum: Die 29-jährige Abwehrspielerin von Bayern München bestreitet ihr 100. Länderspiel und wird damit die dritte ÖFB-Spielerin nach Nina Burger (109) und Sarah Puntigam (104) im Hunderter-Club sein.

Komplizierte Rechenspiele

Interessant wird es für Österreich (16 Punkte, 21:3-Tore, +18) aber schon vor dem Anpfiff. Island (16, 24:5, +19) spielt in der Gruppe F bereits um 15.30 Uhr in Ungarn. Bei einem isländischen Erfolg muss jener der ÖFB-Truppe in der Folge um zwei Tore höher ausfallen, damit sie besser dasteht. In der Gruppe B könnte der makellose EM-Teilnehmer Dänemark mit einem Heimsieg gegen Italien (17.15 Uhr) für das ÖFB-Team spielen, allerdings fehlen ihm mit Nadia Nadim und Simone Boye Sörensen zwei Stützen wegen positiver Corona-Tests.

Erst nach der Österreichs Partie sind die Schweiz und Verfolger Belgien (20.00) im Gruppe-H-Schlager im Einsatz. Die ÖFB-Truppe muss darauf hoffen, dass es zu keinem Unentschieden kommt. Das ist allerdings ein wahrscheinliches Resultat, da beide Teams damit fix weiter wären.

Eventuell kann für Österreich auch am Dienstag noch keine Entscheidung fallen, da Italien noch ein Spiel ausständig hat und vor allem in der Gruppe E die Topteams Finnland (13), Portugal (13) und Schottland (9) erst fünf von acht Spielen hinter sich gebracht haben. Die Teams in den Pools A, C, D und I schneiden bei einem abschließenden Österreich-Sieg fix schlechter als die ÖFB-Elf ab. Für die nicht drei besten Gruppenzweiten bietet sich im Play-off im April 2021 noch die Chance, eine der letzten drei EM-Fahrkarten zu ergattern.

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