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ÖFB-Gegner Nordmazedonien - Underdog mit Potenzial

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft bekommt es am Montag (20.45 Uhr/live ORF 1) laut Papierform mit einem Außenseiter der EM-Qualifikationsgruppe G zu tun. Die Auswahl Nordmazedoniens wurde bei der Auslosung aus dem fünften und vorletzten Topf gezogen - und widerlegte diese Einstufung schon in der Anfangsphase der Quali.

Gegen Polen verlor Nordmazedonien knapp 0:1 SN/APA (AFP)/ROBERT ATANASOVSKI
Gegen Polen verlor Nordmazedonien knapp 0:1

Das Team des Balkanstaates, der seinen Namen am 12. Februar dieses Jahres von Mazedonien in Nordmazedonien änderte und damit den Namensstreit mit Griechenland beendete, startete im März mit einem 3:1-Heimsieg über Lettland in die Quali. Danach folgten ein überraschendes 1:1 in Slowenien und ein knappes Heim-0:1 gegen Polen, womit man noch immer einen Punkt vor Österreich liegt.

Ein Sieg über die ÖFB-Auswahl im ersten Duell überhaupt zwischen den beiden Teams würde die Nordmazedonier ihrem ersehnten Ziel - der erstmaligen Teilnahme an einem großen Turnier - einen Schritt näherbringen. Doch selbst wenn es in der EM-Qualifikation nicht klappen sollte, bliebe noch eine Hintertür zur EURO 2020: Der Weltranglisten-68. (Österreich ist 34.) gewann im Herbst seine Nations-League-Gruppe mit Armenien, Gibraltar und Liechtenstein in Liga D und hat sich damit einen Platz im Nations-League-Play-off im kommenden Frühjahr reserviert.

Wie sehr sich die Nordmazedonier im Aufwind befinden, zeigt ein Blick auf die Statistik. Seit Jahresbeginn 2017 setzte es in 20 Länderspielen bei elf Siegen und sechs Unentschieden nur drei Niederlagen, wobei es allerdings nicht allzu oft gegen hochklassige Gegner ging.

Doch auch gegen die großen Kaliber gelang den Nordmazedoniern, die 1994 nach der Abspaltung von Jugoslawien Mitglied der FIFA und der UEFA wurden, die eine oder andere Überraschung. So wurden etwa Remis gegen Italien und die Niederlande sowie Siege über Kroatien und Serbien geholt. Besondere Beachtung fanden die Auswärts-Unentschieden gegen England im Rahmen der Qualifikationen für die Europameisterschaften 2004 und 2008.

In diesen beiden Partien war bereits Goran Pandev dabei, der noch immer zum Kader der Nationalmannschaft zählt. Der mittlerweile 35-jährige Stürmer ist mit 101 Länderspielen und 33 Treffern Rekordhalter seines Heimat-Nationalteams. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der Kapitän bei Inter Mailand, wo er von 2009 bis 2011 tätig war und 2010 - mit Marko Arnautovic als Clubkollegen - das Triple aus Meisterschaft, Cup und Champions League gewann.

Auch bei Lazio Rom (2004 bis 2009) und Napoli (2011 bis 2014) zeigte Pandev regelmäßig starke Leistungen. In der vergangenen Spielzeit war er für Genoa tätig, sein Vertrag beim Serie-A-Club läuft allerdings mit 30. Juni aus.

Neben Pandev waren auch zwei ehemalige österreichische Bundesliga-Legionäre langjährige Stützen des ÖFB-Gegners. Der Ex-Mattersburger Goce Sedloski brachte es auf 100 Länderspiele und acht Tore und fungierte 2012 für ein Match als Interims-Teamchef. Ilco Naumoski, früher beim GAK und Mattersburg tätig, erzielte in 46 Matches neun Treffer.

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