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ÖFB noch ohne neuen Vertrag für Happel-Stadion - Zeit drängt

Die Zeit drängt. Ende nächster Woche muss der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) der UEFA sein Stadion für das erste Heimspiel der neuen Nations League am 12. Oktober gegen Nordirland nennen. Der Verband würde gerne im Ernst-Happel-Stadion spielen. Allerdings gibt es mit der Stadt Wien noch immer keinen Vertrag, der die Mietbedingungen über den Test am Sonntag gegen Brasilien hinaus regelt.

Der Verband würde gerne im Ernst-Happel-Stadion spielen SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Der Verband würde gerne im Ernst-Happel-Stadion spielen

ÖFB-Präsident Leo Windtner hatte am Donnerstag daher einen Gesprächstermin beim neuen Wiener Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) - seinen zweiten binnen 48 Stunden. "Wir sind bezüglich der Länderspielstandorte in sehr konstruktiven Gesprächen mit einer neuen Stadtregierung", erklärte ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer zeitgleich bei einer Pressekonferenz im Camp des Nationalteams in Bad Tatzmannsdorf.

Die bis zuletzt vergleichsweise niedrig angesetzte Miete für das größte Stadion Österreichs soll erhöht werden. Der ÖFB möchte sich laut Hollerer im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten bewegen. Wichtig sei aber, dass Länderspiele immer noch positiv bilanzieren können. Hollerer: "Gerade wenn wir erfolgreich sind und wenn es attraktive Gegner gibt, wäre es schön, im größten Stadion, in der Hauptstadt, zu spielen."

Dort absolviert Brasilien am Sonntag seine WM-Generalprobe. Der brasilianische Tross umfasst 100 Personen, das Antrittsgeld für den Rekordweltmeister beläuft sich laut Hollerer branchenüblich auf den unteren siebenstelligen Euro-Bereich. "Brasilien kostet viel", sagte der Verbandsfunktionär. "Grundvoraussetzung ist aber auch hier, dass wir nicht mit einem Minus aussteigen. Es wird bei uns kein Länderspiel freundschaftlicher Natur mit einem Minus geben."

Das Happel-Stadion ist mit 48.500 Zuschauern längst ausverkauft, darunter befinden sich auch 1.600 VIP-Gäste. Die Höhe des Gewinns steht für den Verband aber nicht über allem. "Selbst wenn der finanzielle Überschuss nur ein geringer ist, gibt es auch andere Faktoren", erklärte Hollerer. "Wir bieten unseren Fans attraktive Gegner, auch wenn wir es nicht nach Russland geschafft haben."

Gegen WM-Gastgeber Russland (1:0) und Deutschland (2:1) gab das ÖFB-Team zuletzt auch sportlich eine gute Figur ab. "Wenn jemand vorher gesagt hätte, dass wir mit sechs Punkten aus diesen drei Spielen aussteigen, hätten wir das mit Handkuss genommen", betonte Hollerer.

Nun gelte es auch, für das Happel-Stadion eine gute Lösung zu finden. Stichtag für das Nordirland-Spiel ist der 15. Juni, gibt die UEFA doch eine 120-Tages-Frist vor. "Wenn wir bis zu diesem Zeitpunkt einen validen Vertrag haben mit der Stadt Wien, ist das Ernst-Happel-Stadion gerade in Zeiten des Erfolges eine gute Option", erklärte Hollerer. "Wenn es den nicht gibt, kann es natürlich nicht genannt werden." Dann bedürfe es Alternativen.

Die Nennungen für die Nations League - das zweite Heimspiel steigt am 15. November gegen Bosnien - hätten derzeit Priorität. Langfristig will der ÖFB aber auch die Pläne für ein neues Nationalstadion im Wiener Prater vorantreiben. "Die Neubaudiskussion ist eine, die man mit der nötigen Ruhe führen muss", meinte Hollerer. "Aber natürlich soll das nicht irgendwo versanden."

Stadtrat Hacker hatte in einem Interview mit dem "Standard" zuletzt den Bund - in Person von Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) - in die Pflicht genommen, sich finanziell stärker an einem solchen Projekt beteiligen zu müssen. Ansonsten plädiere er aus Kostengründen für eine allfällige Sanierung der Arena.

Quelle: APA

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