Nationalteam

ÖFB-Präsident Windtner lobte Teamchef Fodas klare Linie

ÖFB-Präsident Leo Windtner hat nach dem starken Jahresauftakt der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft unter Teamchef Franco Foda vor allem dessen klare Linie gelobt. In der Kommunikation nach innen und außen sei dem Deutschen ein Schritt nach vorne gelungen, erklärte der Oberösterreicher am Mittwoch beim Rückflug von Fodas drittem Länderspiel-Sieg in Luxemburg (4:0).

Windtner ist von Fodas Art sehr angetan SN/APA/EXPA/SEBASTIAN PUCHER
Windtner ist von Fodas Art sehr angetan

"Es ist wirklich ein toller Start in das neue Länderspieljahr, der aber keinerlei Anlass gibt, jetzt abzuheben", sagte Windtner. Besonders hob der Verbandschef die Vorbereitung von Foda und dessen Assistenten Thomas Kristl und Imre Szabics hervor. "Ich habe nicht geglaubt, dass, was die Teamkandidaten-Beobachtung und -Betreuung betrifft, der Level von Marcel Koller noch übertroffen werden kann." Das sei aber geschehen, zumal der Teamchef seine Co-Trainer "exzellent" einbinde. "Es ist eine Harmonie und eine Kooperation feststellbar, wie wir sie selten hatten", meinte Windtner.

Foda hatte das Duo von Sturm Graz zum ÖFB mitgebracht. Den Übergang vom Club- zum Nationaltrainer habe der 51-Jährige laut Windtner "sehr gut geschafft". Der Verbandsboss sieht dadurch auch das Präsidium, das sich im Herbst einstimmig für den damaligen Sturm-Coach ausgesprochen hatte, in seiner Entscheidung bestätigt.

Der Umgang mit den Teamspielern gefällt Windtner. "Franco Foda spricht die Dinge klar an. Er hat eine sehr geradlinige Art. Es ist für jeden Teamkandidaten erkennbar, was er von ihm will." Das könne man auch bei Schlüsselspielern wie David Alaba beobachten. "Franco gibt klar zu erkennen, was er will und wo er die Akzente hinsetzt." Es gebe keine Tabuzonen oder Geheimnisse, sondern "er packt die Dinge an, er spricht sie an und erklärt sie plausibel".

Die Spieler scheinen dem neuen Trainer zu folgen. "Natürlich bestätigen Resultate primär die Arbeit", sagte Windtner. Es seien aber auch die Rückmeldungen der Kicker gut. "Es ist gelungen, diesen teilweisen Generationenwechsel wirklich ausgezeichnet zu nutzen, um einen neuen Teamspirit zu kreieren", meinte der 67-Jährige.

Mit der unter Vorgänger Koller oftmals bemühten "Wohlfühloase", in der sich auch Akteure mit Problemen bei ihren Clubs Selbstvertrauen holten, sei die Situation nicht vergleichbar. Die aktuellen Teamkicker spielen regelmäßig bei ihren Vereinen. Im Testspiel-Doppel gegen Slowenien (3:0) und Luxemburg kamen mit Ausnahme des dritten Torhüters Markus Kuster alle 24 Kaderspieler zum Einsatz. Windtner bescheinigte ihnen, das Prädikat "länderspieltauglich" allesamt bestätigt zu haben.

"Vorbildlich im mannschaftsdienlichen Auftreten, im Einsatz und in der Übernahme von Verantwortung" sei laut Windtner auch Marko Arnautovic. Bei dessen Entwicklung honorierte der ÖFB-Boss allerdings auch die Vorarbeit von Koller. "Marko Arnautovic hat noch einmal einen gewaltigen Schritt nach vorne getan", sagte Windtner. "Natürlich hat er die Qualität. Seine Klasse hilft uns sicherlich."

Sie wird auch in den Testspiel-Krachern im Sommer gegen Russland (30. Mai in Innsbruck), Deutschland (2. Juni in Klagenfurt) und Brasilien (10. Juni in Wien) benötigt werden. "Das werden wirklich Leckerbissen", meinte Windtner. "Da jauchzt jedem Fan das Herz."

Die Russen seien trotz deren jüngster Niederlagen gegen Brasilien (0:3) und Frankreich (1:3) im Vorfeld der Heim-WM gefährlich. "Deutschland ist für uns immer eine kaum überwindbare Hürde. Wir können eigentlich befreit in dieses Match hineingehen", sagte Windtner über die sportliche Ausgangssituation. Auch gegen Brasilien "muss alles passen, um gut mithalten zu können".

Bis zum Testspielsommer wartet noch einiges an Arbeit auf den ÖFB - neben Foda auch auf den im Herbst neu eingesetzten Sportdirektor. Peter Schöttel habe sich beim Nationalteam sehr unaufgeregt eingefügt. Im Gegensatz zu Willi Ruttensteiner ist er dem Teamchef hierarchisch nicht mehr übergeordnet. "Es ist so, dass Franco Foda ganz klar den Lead abgibt", schilderte Windtner.

Der Sportdirektor fungiere nicht als Überchef, sondern erfülle eine vermittelnde, kommunikative und unterstützende Rolle bei allen Nationalteams. "Natürlich ist Peter Schöttel vom Zuschnitt her komplett anders als sein Vorgänger. Er bringt die Dinge einfach gelassener", sagte Windtner. "Atmosphärisch ist es auf jeden Fall ein Pluspunkt."

Ruhiger geht es mittlerweile auch im ÖFB-Präsidium zu. Rund um Windtners Wiederwahl und die Personalentscheidungen des Vorjahres hatte es dort einige Unstimmigkeiten gegeben. Der Vorsitzende ortete einen Schulterschluss bei allen Beteiligten. "Die Arbeit in den Gremien ist eigentlich entspannt und konstruktiv wie schon lange nicht mehr. Es war schon ein gewaltiges Gewitter, aber es hat einiges an reinigender Wirkung gebracht."

Quelle: APA

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