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ÖFB-Spieler über Neymars Schauspiel-Einlagen verwundert

Mit einer Mischung aus Verwunderung und Verärgerung haben Österreichs Fußball-Teamspieler den Auftritt von Neymar beim 3:0-Sieg Brasiliens im Ernst-Happel-Stadion zur Kenntnis genommen. Der große Star des Rekordweltmeisters zeigte am Sonntag zwar einige Male - so auch beim Tor zum 2:0 - seine Klasse, ging aber auch des öfteren theatralisch zu Boden.

Neymar ging "bei jedem Wimpernschlag" zu Boden SN/APA (EXPA)/EXPA/ALEXANDER FORST
Neymar ging "bei jedem Wimpernschlag" zu Boden

Die einzigen zwei Gelbe Karten des Spiels sahen Sebastian Prödl und Alessandro Schöpf, und das jeweils nach Zweikämpfen mit Neymar. Bei Schöpf löste die Verwarnung Kopfschütteln aus. "Das hat mit Fußball nicht viel zu tun. Ich habe ihn in dieser Szene gar nicht berührt."

Außerdem meinte der Tiroler: "Es ist schon ein bisschen traurig, dass man immer so schnell zu Boden gehen muss." Fußball sei "immer noch irgendwie eine Kampfsportart", betonte der Schalke-Legionär, relativierte aber auch: "Er wird durch seinen Spielstil sehr viel attackiert, da gibt es oft was auf die Socken, deswegen verstehe ich ihn auch."

Neymar bestritt in Wien sein erstes Spiel von Beginn an seit einem Ende Februar erlittenen Mittelfußknochenbruch. Dabei traf er zum 55. Mal für die "Selecao", womit er in der Bestenliste mit Romario gleichzog und auf Rang drei vorrückte. Nur noch Pele (77) und Ronaldo (62) liegen vor dem Stürmer, für den Paris St. Germain im Vorjahr die Rekordablöse von 222 Millionen Euro an den FC Barcelona zahlte.

Als Spieler dieser Kategorie genoss Neymar im Prater laut Sebastian Prödl eine gewisse Sonderbehandlung. "In einem Bewerbsspiel würde man ihn nicht so schützen. Aber das ist keine Kritik, nur eine Feststellung. Er kommt aus einer Verletzung, da ist es okay. Ich will ja auch eine WM mit Neymar sehen."

Im Gegensatz zur Gelben Karte für Schöpf war jene für Prödl gerechtfertigt. "Ich habe ihn schon g'scheit getroffen", gab der Steirer zu. Bei mancher anderen Situationen wurde jedoch zu Unrecht auf Foul für Neymar entschieden, was bei den ÖFB-Kickern Unmut auslöste. "Wenn einer bei jedem Wimpernschlag umfällt in einem Spiel, das man gewinnen will - da können schon einmal die Emotionen hochkochen", sagte Prödl.

Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger war ebenfalls nicht allzu gut auf den ungarischen Referee Viktor Kassai zu sprechen. "Nicht Neymar ist der Schuldige. Er fällt bei jeder Berührung und der Schiedsrichter gibt ihm das Foul", meinte der Leverkusen-Legionär und betonte: "Es gab keine Aktion gegen ihn, bei der man sagen könnte, da war eine böse Absicht dabei."

Für ÖFB-Goalie Heinz Lindner war Neymars Auftreten nicht überraschend. "Er hat das heute nicht zum ersten Mal gemacht, dass er leicht zu Boden geht. Das ist bekannt." Das sei allerdings nebensächlich. "Herausstechend ist, dass er ein überragender Spieler ist. Er war lange verletzt und kommt zurück, als ob nichts gewesen wäre", erklärte Lindner.

Der Grasshoppers-Legionär bekam von Neymar bei dessen Tor ein "Gurkerl" verpasst. "Ich habe versucht, mich so groß wie möglich zu machen und lange stehen zu bleiben, aber ein Spieler mit seiner Qualität findet eine Lösung, und wenn es zwischen die Beine ist", sagte Lindner.

Quelle: APA

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