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ÖFB-Teamkader: Neue Hoffnung für Franco Foda

Wer darf zum Nationalteam, und wenn ja, für welche Spiele? Teamchef Franco Foda hat seit dem späten Freitagabend wieder etwas mehr Hoffnung, weil Großbritannien für Reisende aus Deutschland nun nicht mehr als gefährliches Virusvarianten-Gebiet gilt.

Franco Foda. SN/GEPA pictures
Franco Foda.

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft kann im Auftaktspiel der WM-Qualifikation am Donnerstag in Glasgow gegen Schottland möglicherweise doch auf sämtliche in Deutschland engagierte Profis zählen. Großbritannien gilt laut Robert-Koch-Institut ab Sonntag nämlich nicht mehr als Virusvarianten-Gebiet, sondern "nur" als Gebiet mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko, wie am Freitagabend mitgeteilt wurde.

Das hat zur Folge, dass für die ÖFB-Kicker bei einer Rückkehr von Schottland nach Deutschland keine 14-tägige Quarantäne nötig ist, und damit fehlt den deutschen Clubs auch der Grund, ihren Spielern den Nationalteam-Trip zu verweigern. Die FIFA entbindet die Vereine nämlich nur dann von der Abstellungspflicht, wenn ihre Spieler nach Ländermatches in zumindest fünftägige Quarantäne müssen.

Der ÖFB erwartet im Laufe des Samstags Klarheit darüber, ob nun tatsächlich alle 19 nominierten Deutschland-Legionäre kommen können. Der Optimismus ist groß. "Die Chance ist jetzt wesentlich höher", sagte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold.

Bereits am Nachmittag hatte Franco Foda in einer Live-Pressekonferenz zusammen mit Neuhold diese Möglichkeit in den Raum gestellt. Deshalb war auch am 43-Mann-Großkader für das Triple in der WM-Qualifikation gegen Schottland, die Färöer und Dänemark (25., 28. und 31. März) beibehalten worden.

Aber das Pendel könnte auch in die andere Richtung ausschlagen: Stufen die deutschen Behörden wegen der steigenden Infektionszahlen Wien als Risikogebiet ein, kann auch das Horrorszenario eintreten, dass die Legionäre auch bei den Heimspielen gegen die Färöer und Dänemark fehlen. "Wir wollen so flexibel wie möglich bleiben", sagte Bernhard Neuhold. Dass deutsche England-Legionäre wie Ilkay Gündogan sehr wohl zu ihrer Nationalmannschaft reisen dürfen, erklären die Funktionäre so: Jedes regionale Amt in Deutschland entscheide anders, in den Fällen der Österreicher eben negativ.

Auch die Option Tausch des Heimrechts mit Schottland sei erwogen worden. Allerdings hätten drei Auswärtsspiele im Herbst hintereinander (Schottland, Moldawien, Israel) mehr Nachteile mit sich gebracht.

Marko Arnautovic habe er zwar kontaktiert, eine Einberufung des China-Legionärs sei aber wegen der zu erwartenden Quarantäne kein konkretes Thema gewesen, betonte Foda.

Offen ist auch, ob nun Frankreich-Legionär Adrian Grbic eine Freigabe für das Schottland-Spiel bekommt. Martin Hinteregger, Stefan Posch und Karim Onisiwo sind wegen Blessuren für den Lehrgang fraglich fraglich.

"Ich rege mich prinzipiell nicht mehr über Dinge auf, die ich nicht ändern kann", erklärte Franco Foda. Da waren Nachfragen zur Torhüterfrage nicht angetan, sein Gemüt zu bessern. Dass Salzburg-Trainer Jesse Marsch den im ÖFB-Team ausgebooteten Cican Stankovic für den besten Torhüter halte? "In einer Demokratie darf jeder seine Meinung äußern", konterte Foda. Aber: "Auch Cican hat nach wie vor noch die Möglichkeit, bei der EM dabei zu sein, wie alle anderen."

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