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ÖFB-U21 schlitterte gegen Albanien in 1:5-Debakel

Das österreichische U21-Nationalteam hat am Freitag in Ried in der Fußball-EM-Qualifikation gegen Albanien ein gänzlich unerwartetes 1:5-(0:2)-Debakel erlitten. Für die wegen eines leichten Herzinfarkts von Coach Werner Gregoritsch diesmal von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel betreuten Österreicher ist die Schlappe ein empfindlicher Rückschlag im Streben um das Erreichen der Endrunde.

Neben den Gastgeberländern Ungarn und Slowenien qualifizieren sich neben den neun Gruppensiegern die fünf besten Zweiten für das Turnier. Das ÖFB-Team hatte 2019 in der Quali vier seiner fünf ausgetragenen Partien gewonnen, bei Gruppenfavorit England gab es jedoch schon einmal eine 1:5-Niederlage.

Der 4:0-Erfolg am 9. September des Vorjahres in Albanien bei allerdings günstigem Spielverlauf machte die Heimischen diesmal zum klaren Favoriten, auch wenn es Absenzen gab. Christoph Baumgartner und Maximilian Wöber sind mit dem A-Team nach Norwegen gereist, Sandi Lovric hat sich vor kurzem für den slowenischen Verband entschieden und Kevin Danso fehlte bei diesem späten Jahres-Auftakt 2020 wegen einer Verletzung. Schöttel berief auch deswegen fünf Debütanten ein.

Dazu kam der lange Zeit verletzt gewesene Hannes Wolf als Rückkehrer ins Team, der Mönchengladbach-Legionär leitete nach vier Minuten auch die ersten ÖFB-Chance ein. Romano Schmid schoss aber knapp rechts neben das Tor. Den ersten Schuss direkt auf das Gehäuse von Albanien-Goalie Gentian Selmani gab es zentral mit links von LASK-Stürmer Marko Raguz erst in der 37. Minute. Sonst liefen sich die Heimischen aber meist in einer gut gestaffelten Gäste-Abwehr fest.

Die Truppe um Kapitän Marco Friedl wurde zudem zu oft vom schnellen Umschaltspiel der selbstbewusst angereisten Gäste überrumpelt. Dabei boten die sehr effizienten Albaner im Endeffekt sechs Debütanten auf. Das 0:1 fiel nach einem Freistoß aus rund 20 Metern von Kapitän Sherif Kallaku, wobei der Ball unglücklich von der Latte auf Fabian Ehmann und vom Aris-Saloniki-Goalie ins Tor ging (16.). Zehn Minuten später erhöhte Indrit Tuci nach schnellem Angriffsspiel auf 0:2.

Nach dem Wechsel formierten sich die Österreicher vorerst verstärkt im gegnerischen Strafraum, der zwischenzeitliche Elan wurde durch das von Ernest Muci aus einem Gegenstoß nach einer Raguz-Chance erzielte 0:3 aber jäh gebremst (63.). Marco Grüll holte zwar einen Elfmeter heraus, verwertet von Wolf (83.). Doch erneut Muci (87.) und Adolf Selmani (89.) trafen für die Gäste noch zweimal. Für die weiter zweitplatzierten Österreicher geht es am Dienstag erneut in Ried gegen die Engländer weiter.

Nicht für Kapitän Marco Friedl ist nun wohl klar, dass sich vor dem Match gegen den Gruppenleader einiges ändern muss. "Von Anfang bis Ende hat nichts funktioniert. Wir haben die Zweikämpfe verloren, vorne herumgespielt, hinten war jede Chance drinnen. Es ist uns gar nichts gelungen, jeder muss sich an der eigenen Nase packen. Es ist unvorstellbar, dass wir so eine Leistung auf den Platz gebracht haben", sagte der Legionär von Werder Bremen.

"Das Ergebnis spricht eine eindeutige Sprache", analysierte Interimscoach Peter Schöttel im ORF-Interview. "Hinten kann man nicht so verteidigen, nach vorne sind wir immer wieder an dieser Menschenmauer zerschellt. Wir haben es über die Seiten in der zweiten Hälfte mehr versucht, es war immer wieder ein Bein zu finden. Wenn du daheim gegen Albanien 1:5 verlierst, dann geht das nicht."

Der 53-Jährige hatte sich auch aufgrund der Ausgangslage einen ganz anderen Spielverlauf erwartet. "Mit Blick auf die Tabelle war für uns klar, wenn wir gewinnen, dass wir fix Gruppenzweiter sind. Deswegen ist es umso unerklärlicher für mich. Wir waren hinten heute nicht bereit für dieses Spiel, haben es dem Gegner viel zu leicht gemacht. Unter dem Strich war es blamabel, ein blamables Ergebnis. Wir haben es ihnen viel zu leicht gemacht. Es ist schade, dass wir so eine Riesenchance ausgelassen haben."

Kevin Danso habe ihm auch schon für die England-Partie abgesagt, in der es selbstverständlich kaum einfacher wird. "Wir wissen, was am Dienstag auf uns zukommt. Wir werden uns sicher anders präsentieren", meinte Schöttel.

Quelle: APA

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