Nationalteam

Peinliches 0:1 von Österreichs inferiorer B-Elf gegen Lettland

Zum Abschluss der bereits erfolgreich absolvierten Qualifikation für die EURO 2020 unterlag Österreich in Lettland mit 0:1 (0:0).

Über diesen peinlichen Schlussakt der EM-Qualifikation breitet man besser den Mantel des Schweigens: Österreichs bereits für die Endrunde qualifiziertes Nationalteam blamierte sich am Dienstag beim Schlusslicht Lettland mit einer 0:1-Niederlage. Teamchef Franco Foda bot eine B-Elf auf. Von den zahlreich eingesetzten Reservisten konnte sich aber keiner für einen Platz im EM-Kader empfehlen.

Sieben Stammspieler hatten bekanntlich vorzeitig zu ihren Clubs heimreisen dürfen. Von der ersten Garde übrig geblieben waren nur Kapitän Julian Baumgartlinger und Innenverteidiger Aleksandar Dragovic. Überhaupt zum ersten Mal das Teamtrikot tragen durften Torhüter Pavao Pervan und der Köstendorfer Thomas Goiginger. Diese "heavy rotation" bekam dem Team nicht gut. Das Schaulaufen der Debütanten und Edelreservisten verlief voller Missverständnisse und Stolperer. Gegen die Nummer 143 der Welt, die bislang alle neun Spiele verloren hatte, wuchs der zusammengewürfelte Haufen von Top-Profis nie zu einer Mannschaft zusammen.

Augenscheinlich war aber vor allem, dass die Österreicher harmloser wurden, je näher sie dem Tor kamen. So tankte sich Goiginger in der 14. Minute zwar kraftvoll durch, doch sein scharfer Stanglpass fand keinen Abnehmer. Der als Linksverteidiger aufgebotene Salzburg-Youngster Max Wöber traf mit einem aussichtsreichen Volleyschuss nur einen lettischen Kontrahenten (17.).

Die Gastgeber, beim 0:6 im Hinspiel in Salzburg noch erbarmungswürdig schwach, wurden ihrerseits mutig. Denn auch in der Defensive fehlte bei der ÖFB-Elf das Verständnis untereinander. Pervan musste gegen Davis Ikaunieks sein ganzes Können aufbieten (19.), bei einem Kopfball von Marcis Oss konnte er aber auch nur noch nachschauen - er landete an der Querlatte (27.).

Die dicht stehende Letten-Abwehr ließt Fodas Team selten ins Tempo kommen. Die Konsequenz: Für Baumgartlinger kam nach der Pause Karim Onisiwo. Die Wirkung blieb gleich Null, im Gegenteil: Nach einem Eckball nützte Oss die Verwirrung in der Innenverteidigung und staubte zur Führung für Lettland ab (65.).

Die kalte Dusche hatte aber keine heilende Wirkung. Die Gastgeber waren in der Folge einem zweiten Tor näher als die Österreicher dem Ausgleich. Der wäre dann Gregoritsch beinahe doch noch gelungen, doch der Augsburg-Stürmer traf aus acht Metern Entfernung nur die Latte (83.).

Max Wöber sagte: "Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht. Das war richtig schlecht. Wir sollten genug Qualität haben, Lettland zu schlagen. Ob sich jemand empfohlen hat? Eine überflüssige Frage..."

Teamchef Franco Foda zeigte sich "sehr enttäuscht". Er erklärte: "Wir haben viele Dinge vorher besprochen, dass wir nicht zufrieden sein sollen. Das war von der 1. bis zur 80. Minute zu wenig, insgesamt in allen Bereichen viel zu wenig. Man muss mehr erwarten, auch wenn die Mannschaft noch nie zusammengespielt hat. Zweikampfverhalten, zu weit weg vom Gegner, wir waren viel zu wenig präsent. Ich habe nicht erwartet, dass wir super spielen. Aber von der Begeisterung und Leidenschaft her hätte mehr kommen müssen."

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

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