Egal, welche Taktik - nur ein Sieg zählt

Die ÖFB-Kicker können sich nicht länger hinter dem Teamchef verstecken.

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Standpunkt Thomas Gottsmann

Bei keinem österreichischen Teamchef wurde in den vergangenen Jahrzehnten so oft und leidenschaftlich über das Spielsystem diskutiert wie bei Franco Foda. Der Deutsche stelle zu defensiv auf und beraube die talentierte ÖFB-Elf damit ihrer Stärken, heißt es immer wieder in der Öffentlichkeit. Auch intern sollen sich schon des Öfteren Spieler über die Taktikvorgaben des Trainers beschwert haben. Teilweise mögen die Kritiker recht haben, dass Österreich nach sechs Spieltagen nur auf Platz vier liegt, ist aber nicht nur Fodas Schuld. Bei der Heimpleite gegen Dänemark erwischte das ÖFB-Team einen rabenschwarzen Tag, die deutliche Pleite in Israel war mehr der schwachen Defensive zuzuschreiben als dem Spielsystem.

Am Samstag können sich die ÖFB-Kicker endgültig nicht mehr hinter dem Trainer verstecken: Gegen den krassen Außenseiter Färöer darf die taktische Ausrichtung absolut keine Rolle spielen. Egal, in welcher Formation Foda seine Mannschaft aufs Feld schickt, gegen die Nummer 114 der FIFA-Weltrangliste zählt nur ein voller Erfolg. Sollte dies nicht gelingen, dann ist nicht nur der Teamchef infrage zu stellen, sondern müssen auch die Spieler endgültig in die Pflicht genommen werden. Trotz vieler Ausfälle verfügt Österreich noch immer über genügend Kicker, die sich in europäischen Topligen Woche für Woche mit Weltstars messen und dabei eine gute Figur machen. Legen Alaba, Sabitzer, Demir und Co. am Samstag die richtige Einstellung an den Tag, dann dürfen die Färöer, trotz schwieriger Bedingungen, nicht zum Stolperstein werden.

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