Fodas Team steht Kollers Elf um nichts nach

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Standpunkt Gerhard Öhlinger

Geschafft! Österreich ist bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 dabei. Franco Fodas Truppe hat den letzten Schritt mit einer überzeugenden Leistung gegen Nordmazedonien gemacht. Und doch wirkt die Freude in der rot-weiß-roten Fußballszene gedämpft. Gerade im Vergleich zu 2015, als die Begeisterung über Marcel Kollers Truppe, die sich damals ungeschlagen für die EM in Frankreich qualifizierte, kaum Grenzen kannte. Diesmal waren Österreichs Spiele geprägt von Skepsis, Diskussionen und halbleeren Stadien.
Die Gründe dafür? Zunächst einmal fehlte ein geografisches Ziel für Juni/Juli 2020. Für die multinationale EM in zwölf europäischen Ländern mag sich noch kaum jemand so richtig erwärmen. Mit Recht: Hektische Flugreisen kreuz und quer über den Kontinent statt einer ausgedehnten Fußballreise mit Matchbesuchen - den Fans erweist die UEFA keinen guten Dienst.
Das Argument, die Koller-Elf habe 2014/15 im Vergleich zu jetzt begeisternden Fußball gespielt, geht ins Leere. Da wird die Vergangenheit in allzu leuchtenden Farben verklärt. Da haben viele schon vergessen, welche Zittersiege im Ernst-Happel-Stadion selbst gegen Moldawien und Montenegro erkämpft werden mussten.
Dass vor vier Jahren euphorischer gefeiert wurde, erklärt sich auch durch die lange Phase der Erfolglosigkeit davor. Für Spieler, Fans und Medien war eine erfolgreiche Endrunden-Qualifikation ein ganz neues Erlebnis. Fast logisch, dass die Wiederholung nun etwas nüchterner registriert wird. Das "Überzelebrieren" (Kapitän Julian Baumgartlinger) war dann aber auch ein Grund dafür, dass 2016 die Erwartungen ins Uferlose stiegen. Wenn wir diesmal den Ball flach halten und dafür die EM erfolgreicher verläuft, wird niemand böse sein.

Aufgerufen am 22.10.2021 um 09:29 auf https://www.sn.at/sport/fussball/nationalteam/standpunkt-fodas-team-steht-kollers-elf-um-nichts-nach-79321294

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