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Stefan Lainer: "Wir haben den Deutschen die Lust genommen"

Nach dem 2:1-Sieg der Österreicher gegen Deutschland erklärt Rechtsverteidiger Stefan Lainer (Red Bull Salzburg) im SN-Gespräch, dass es cool wäre, permanent gegen Europas Topleute zu spielen.

Es ist die Saison von Stefan Lainer. Der Dauerläufer von Fußballmeister Red Bull Salzburg zeigte auch am Samstag beim 2:1 gegen Weltmeister Deutschland eine beeindruckende Leistung und bereitete auch noch den entscheidenden Treffer mustergültig vor.

61 Pflichtspiele hat der Seekirchner bereits in den Beinen, aber der Defensivspieler läuft und läuft und läuft, als gäbe es kein morgen mehr. Wie 61 Partien meist auf allerhöchstem Niveau einzuschätzen sind, das beweist ein Vergleich.

Champions-League-Sieger Sergio Ramos von Real Madrid brachte es bisher auf nur 50 Einsätze. Und der deutsche Weltmeister Mesut Özil, der mit Arsenal immerhin das Semifinale der Europa League erreichte, absolvierte in dieser Saison vergleichsweise mickrig wirkende 41 Spiele. Und dennoch sprintete Lainer einen müde auftretenden Özil in Grund und Boden.

Den Tag nach dem "Meilenstein in seiner Karriere" verbrachte Lainer in seiner Salzburger Heimat. Der 25-Jährige erklärte im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten", wie es möglich war, den Weltmeister aus Deutschland ganz alt aussehen zu lassen.

"Wir haben ihnen die Lust am Fußball genommen. So wie wir nach der Pause aufgetreten sind, mutig mit viel Aggressivität und frühem Attackieren, muss man gegen ein Topteam angreifen. Als die Deutschen erkannt haben, dass sie nun gegen eine Mannschaft spielen, die alles probiert, war ihnen schon eine Verunsicherung anzumerken", sagte Lainer, der sich mit seiner Topleistung eine gute Ausgangsposition für einen möglichen Wechsel in eine der großen europäischen Ligen schaffte. "Es ist gut zu wissen, dass man auch auf dem höchsten Niveau mithalten kann. Es wäre schon cool, Woche für Woche vor einer großen Kulisse gegen Topleute spielen zu können", betonte Lainer.

Salzburger prägen Länderspiel-Sensation

Vorerst gilt aber Lainers ganze Konzentration der Partie am Sonntag in Wien gegen Brasilien. Obwohl Lainer gegen Russland und Deutschland über die volle Distanz auf dem Platz stand, kennt der Salzburger keine Müdigkeit.

"Man darf im Kopf nicht abschalten und die Spannung nicht verlieren. Und wenn es gegen Deutschland oder Brasilien geht, dann ist man auch bereit, viel zu investieren. Klar will ich auch gegen einen Neymar spielen. Ich würde mich freuen, wenn der Teamchef auch gegen Brasilien auf mich setzt", sagte Lainer, der gegen die Deutschen bewies, dass er europaweit zu den besten Außenverteidigern zählt. "Ein Sieg gegen die Deutschen fühlt sich schon überragend an", meinte Lainer und schüttelte über seinen kometenhaften Aufstieg in dieser Saison auch etwas ungläubig den Kopf.

"Zum Martin (Anm. Hinteregger), mit dem ich in Salzburg im Nachwuchszentrum spielte, hab ich vor der Partie noch gesagt: Damals hatte uns zwei keiner auf der Rechnung. Und jetzt stehen wir gegen den Weltmeister im österreichischen Nationalteam." Dass beide dann die entscheidenden Akzente setzten, spricht für die Klasse von Lainer und Hinteregger.

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