Nationalteam

Aus der Corona-Tristesse zum Retter der Fußballnation: Adrian Grbic

Drei Tore in drei November-Länderspielen. Adrian Grbic hat seinen Wert für das österreichische Fußball-Nationalteam in diesem Herbst eindrucksvoll bewiesen. Vier Treffer hat der 24-Jährige nach sieben Einsätzen für Österreich zu Buche stehen. Noch im Frühjahr saß der Stürmer verzweifelt im Corona-Lockdown.

Dem Siegestor gegen Nordirland (2:1) ließ er am Mittwoch erneut als Joker den Ausgleich gegen Norwegen (1:1) folgen, mit dem der Gruppensieg in der Nations League fixiert wurde. Grbic hofft damit auch in den Planungen von Teamchef Franco Foda für das kommende EM-Jahr eine wichtige Rolle zu spielen. "Ich denke, ich habe mich im letzten Jahr sehr gut entwickelt", meinte der Frankreich-Legionär. "Ich werde dranbleiben und immer weiter hart an mir arbeiten. Ich werde mein Bestes geben, um mich für weitere Aufgaben zu empfehlen."

Der Wiener war erst im September nach einem Zehn-Millionen-Euro-Transfer vom französischen Zweitligisten Clermont Foot zum Oberhaus-Club FC Lorient erstmals ins A-Team einberufen worden. "Jetzt haben wir November und ich habe bereits mein viertes Tor gemacht", sagte Grbic. So richtig realisiert habe er es noch nicht, nun in drei Länderspielen in Folge getroffen zu haben. "Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir den ersten Platz geschafft haben. Ich hoffe, es geht so weiter."

An so eine Entwicklung war noch vor einem halben Jahr nicht zu denken. In Frankreich wurde der Meisterschaftsbetrieb komplett eingestellt und im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern nicht mehr aufgenommen. Grbic war monatelang zum Nichtstun verurteilt: "Das war schon sehr hart. Ich war allein in Frankreich, durfte dort nicht weg und konnte auch mit meiner Familie nur online kommunizieren."

Etliche Teamkollegen kennt Grbic schon aus den ÖFB-Nachwuchsauswahlen. Bei der U21-EM im Sommer 2019 stand er unter anderem mit Xaver und Alexander Schlager, Philipp Lienhart und Sasa Kalajdzic im Kader. Bei der Endrunde in Italien musste er sich aber mit wenigen Einsatzminuten begnügen.

Foda setzte Grbic bisher fast immer als Wechselspieler ein. Einzig im Test im Oktober gegen Griechenland (2:1) spielte er von Beginn an. "Grbic ist ein Spieler, der sofort da ist, wenn er reinkommt, der sehr präsent ist", erklärte der Teamchef. "Adrian macht es im Moment sehr gut." Auch bei Lorient fand sich der ÖFB-Stürmer zuletzt hauptsächlich in der Jokerrolle. In zehn Ligaspielen hält er bei zwei Saisontoren. Foda hofft: "Vielleicht kommt er durch seine Erfolgsquote beim Nationalteam regelmäßiger zum Spielen:"

Lorient liegt als Tabellen-17. nur knapp vor der Abstiegszone, am Sonntag geht es auswärts gegen den Tabellenzweiten Lille. Mit großen Namen will es Grbic künftig auch im Nationalteam zu tun bekommen. Die Bedeutung des Aufstieges in die Nations-League-Liga A sei entsprechend groß. "Für uns alle und für den österreichischen Fußball ist es ganz wichtig, dass wir uns mit den Topnationen messen können", betonte Grbic. "Da spielen die Besten der Besten mit. Da wollten wir hin, da sind wir jetzt, und da werden wir alles geben."

Das wog für ihn auch die schwache Leistung gegen Norwegens Notelf auf. "Wenn man Erster wird, tut das immer gut. Wir hatten in diesem Spiel zu viele Eigenfehler", meinte Österreichs Torschütze. "In zwei oder drei Wochen - oder ein bisschen später - fragt aber keiner mehr, wie der Gruppensieg zustande gekommen ist. Im Endeffekt zählen die Punkte, die haben wir geholt."

Er selbst glänzte wie bereits gegen Nordirland im Finish an der Seite von Marko Arnautovic. Der China-Legionär, mit dem ihn eine ähnliche fußballerische Grundausbildung auf Wiens Straßenplätzen verbindet, liegt in der Rangordnung der ÖFB-Angreifer aber noch deutlich vor ihm. Solange Foda auf einen zentralen Stürmer setzt, dürfte sich der Ex-Altacher hinter Arnautovic anstellen müssen. Grbic: "Ob ich jetzt von der Bank komme oder von Anfang an spiele - ich will als Stürmer immer meine Tore machen." Das hat er im ÖFB-Team zuletzt regelmäßig getan.

Quelle: APA

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