Nationalteam

Wöber hat mit Protesten von Rapid-Fans abgeschlossen

Maximilian Wöber steht erstmals als Spieler von Red Bull Salzburg im Kader der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Der im August vollzogene Transfer zum Meister schlug bei seinem Ex-Club hohe Wellen - Rapid-Fans sorgten im Cup-Spiel gegen die "Bullen" am 25. September mit beleidigenden Spruchbändern gegen Wöber und seine Familie für Aufsehen.

Wöber ist ein "Bulle", auch wenn manche Rapid-Fans ihm das übel nehmen SN/APA/BARBARA GINDL
Wöber ist ein "Bulle", auch wenn manche Rapid-Fans ihm das übel nehmen

Als dann vier Tage später im Heimmatch der Hütteldorfer gegen Hartberg im VIP-Bereich ein Transparent angebracht wurde, auf dem man sich beim Innenverteidiger entschuldigte, wurde das Banner wenig später von Mitgliedern der organisierten Rapid-Fanszene entfernt. Nach all diesen Vorfällen ist Wöber sichtlich um Deeskalation bemüht. "Die Sache ist vorbei. Das ist passiert und fertig", sagte der Wiener am Montag in Wien, wo sich die ÖFB-Auswahl auf die EM-Qualifikationspartien am Donnerstag im Happel-Stadion gegen Israel und am Sonntag in Ljubljana gegen Slowenien vorbereitet.

Bei allen Beschwichtigungsversuchen wurde aber deutlich, dass Wöber die Fan-Aktionen getroffen haben. Er habe die Proteste erwartet, "aber nicht, dass meine Familie so beschimpft wird, sondern dass es gegen mich geht, wie es sein sollte". Er habe die Vorkommnisse noch einmal im Familienkreis besprochen. "So etwas will keine Familie erleben." Mittlerweile gab es telefonische Entschuldigungen von Rapid-Präsident Michael Krammer und Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. "Das war sehr okay vom Verein", meinte Wöber.

Lieber als über Rapid sprach der 21-Jährige über seinen aktuellen Arbeitgeber. "Bei Salzburg wird irrsinnig professionell gearbeitet, sogar noch eine Spur professioneller als bei Ajax. Das Trainingsniveau ist um nichts schlechter als bei Ajax oder in Spanien, sicher auf deutschem Bundesliga-Niveau", erzählte der ehemalige Amsterdam- und Sevilla-Profi und schwärmte auch von der Stimmung bei den "Bullen". "Es ist irrsinnig lustig, der Schmäh rennt die ganze Zeit. Auch abseits des Platzes wird viel gemeinsam unternommen."

Mit einem derartigen Mannschaftsklima fällt das Siegen leicht - 12 der 14 Saisonpartien wurden gewonnen. Und wenn es dann doch eine Niederlage setzt, dann nach heroischem Kampf wie beim 3:4 in Liverpool. "Die Anfield Rod ist sicher eines der Highlights, das man als Fußballer erleben kann. Nach dem Schlusspfiff waren wir alle enttäuscht, aber wenn man jetzt zurückblickt, kann man schon stolz sein", erklärte Wöber.

Die große Fußball-Welt sieht der Linksfuß derzeit nur in der Champions League, in der nationalen Meisterschaft warten viele Gastspiele auf Provinzplätzen. Dennoch war die Rückkehr nach Österreich laut Wöber die richtige Entscheidung. "Ich habe diesen Schritt bewusst gemacht, weil es wichtig war, Spielpraxis zu bekommen." Zudem fühle er sich in einem heimischen, familiären Umfeld wohler.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der 21-Jährige in einiger Zeit nicht wieder den Sprung in eine größere Liga wagt. "Wenn sich die Möglichkeit ergibt, bin ich nicht abgeneigt", sagte Wöber.

In die Notizbüchern von Großclubs könnte sich der Abwehrspieler unter anderem durch gute Leistungen beim Nationalteam spielen. Dazu muss sich der für den verletzten Philipp Lienhart nachnominierte Wöber aber zunächst einmal im A-Team etablieren, was angesichts der großen Auswahl in der Innenverteidigung kein leichtes Unterfangen werden dürfte. "Doch es muss mein Anspruch sein, Stammspieler zu werden oder zumindest jedes Mal dabei zu sein", betonte Wöber.

Quelle: APA

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