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Xaver Schlager erstmals im ÖFB-Teamkader

Die starken Auftritte von Red Bull Salzburg schlagen sich auch im Kader von ÖFB-Teamchef Franco Foda nieder. Für die Testspiele gegen Slowenien und Luxemburg wurde Xaver Schlager erstmals einberufen.

Der 20-jährige Xaver Schlager hat eine Musterkarriere hingelegt, die nun eine vorläufige Krönung erreicht hat. Bereits im Alter von elf Jahren kam der Mittelfeldspieler aus seiner Heimat St. Valentin zum Nachwuchs von Red Bull Salzburg und durchlief alle Stationen in der Akademie sowie das Farmteam FC Liefering. Im Mai 2016 debütierte er bei den Red-Bull-Profis (2:1-Sieg gegen Grödig), in der darauffolgenden Saison lieferte er auf dem Weg zum Sieg in der Youth League überragende Leistungen, fehlte aber verletzt im Finale.

Nach einer Verletzungspause startete Schlager unter Marco Rose durch. Im ÖFB hat Schlager sich bereits einen Namen als U21-Stammspieler gemacht. Mit Andreas Ulmer und Stefan Lainer stehen zwei weitere Akteure von Red Bull Salzburg im Kader für Slowenien und Luxemburg. Auf Abruf steht Hannes Wolf bereit, er verstärkt das U21-Team in den Spielen gegen Dänemark (Test) und Mazedonien (EM-Qualifikation).

Ebenfalls erstmals in den A-Teamkader geschafft hat es Peter Zulj von Sturm Graz. Der 24-Jährige war als Jugendspieler bei Red Bull Salzburg tätig und 2012 für ein halbes Jahr beim damaligen Erste-Liga-Club Grödig.

Mit David Alaba, Martin Hinteregger, Sebastian Prödl und Stefan Ilsanker kehren vier arrivierte Kräfte zurück, die das erste Länderspiel unter Foda im November gegen Uruguay (2:1) verletzungsbedingt verpasst hatten. Gegen Slowenien und Luxemburg fehlt einzig Augsburgs Kevin Danso wegen einer Sprunggelenksverletzung. Seinen Platz im 24-Mann-Kader nimmt Ajax-Verteidiger Maximilian Wöber ein, der bei der Foda-Premiere nicht dabei war.

Wolf und Laimer im U21-Team

"Wir hatten die Qual der Wahl", sagte Foda, dessen Pool an interessanten Spielern laut eigenen Angaben 40 bis 50 Akteure umfasst. Einige davon befinden sich bei der U21, die nach einem Test gegen Dänemark (22. März) am 27. März in der EM-Qualifikation auf Mazedonien trifft. Foda erwähnte Sturm-Graz-Verteidiger Dario Maresic, Salzburgs Hannes Wolf oder Leipzig-Legionär Konrad Laimer. "Das sind alles auch Kandidaten für das A-Team."

Als dritter Torhüter ersetzt Mattersburgs Markus Kuster im ersten ÖFB-Kader des Jahres Pavao Pervan. Für Foda gehören aber auch der LASK-Kapitän und Rapids Richard Strebinger weiterhin "zum engsten Kreis". Von Schlager und Zulj ist der Teamchef restlos überzeugt. Viermal hat er die beiden Team-Neulinge beobachtet. "Sie haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen", sagte der 51-Jährige. "Sie haben es sich verdient."

Bei Schlager schätzt Foda unter anderem dessen Vielseitigkeit und Spielintelligenz. "Ich liebe Spieler, die auf mehreren Positionen spielen können, das ist bei ihm der Fall." Der 20-Jährige habe in Salzburg sowohl als Sechser als auch in der Halbposition als Achter aufgezeigt. Dazu spielte er zuletzt im Europa-League-Hinspiel in Dortmund (2:1) fast eine Hälfte auf der ungewohnten Position als linker defensiver Mittelfeldspieler.

Zulj kennt Foda aus Graz, bei dessen Verpflichtung im Sommer habe es auch negative Stimmen gegeben. "Er galt als schwieriger Spieler, als schwieriger Typ", meinte Foda. "Aber für mich gibt es keine schwierigen Spieler." Zulj habe sich entwickelt. "Er ist klar, er weiß, worum es geht." Dreimal habe er den 24-Jährigen im Frühjahr bei Sturm gesehen. "Er war jedes Mal der beste Mann auf dem Platz."

Barnes bleibt ein Thema

Auf Fodas Abrufliste steht unter anderem Routinier Marc Janko. Von einer anderen Stürmer-Option hat sich der Teamchef am Samstag selbst vor Ort ein Bild gemacht - Ashley Barnes. Der Engländer hat in den vergangenen drei Premier-League-Spielen für Burnley ebenso viele Tore erzielt. Ob seiner österreichischen Großmutter könnte der 28-Jährige die Staatsbürgerschaft beantragen.

"Das Wichtigste war, die sportliche Qualität zu klären, das haben wir getan", erklärte Foda. Barnes überzeugte vor seinen Augen auch im von Fan-Tumulten überschatteten Gastspiel bei West Ham (3:0). "Er war an allen guten Offensivaktionen beteiligt. Er ist ein Spieler, der interessant ist. Alles weitere werden wir in den nächsten Wochen sehen." Dann soll auch ein persönliches Gespräch mit dem Angreifer stattfinden. Foda: "Es sind noch einige Dinge zu klären."

Für ihn selbst gilt es zumindest einmal für die ersten beiden Tests des Jahres, die Position von Alaba zu klären. Der Bayern-Linksverteidiger sieht sich selbst gerne im Mittelfeld. Im offiziellen ÖFB-Kader wurde als einziger Akteur mit zwei Positions-Kürzeln versehen - Verteidigung und Mittelfeld. "Ich werde die Mannschaft und die Spieler immer so positionieren, dass sie ein Spiel gewinnen können", wollte sich Foda einmal mehr nicht festlegen. Diese Aussage gelte nicht nur für Alaba.

Seinen Hauptfokus legt Foda in der nur dreieinhalbtägigen Vorbereitung auf das Slowenien-Spiel auf den technisch-taktischen Bereich. "Wir wollen flexibel sein, was das Spielsystem und die taktische Ausrichtung betrifft. Das wird der Schwerpunkt sein in diesen wenigen Tagen." Auch innerhalb der Spiele soll zwischen Dreier- und Viererkette gewechselt und einmal höher oder auch tiefer verteidigt werden.

Mit dem Experimentieren müsse man aber auch vorsichtig sein, schränkte Foda ein. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen." Für das Duell mit Slowenien waren bis Dienstag 15.000 Karten verkauft. Auch der erste Auswärtsgegner seiner Ära sei nicht zu unterschätzen, betonte der Teamchef. Luxemburg habe sportlich aufgeholt. Foda: "Da gilt es, Mentalität zu zeigen."

Zum Gerücht um ein weiteres Testspiel gegen Brasilien im Juni gab Teamchef Franco Foda bekannt, dass es derzeit Verhandlungen gebe. Fix sei das Match gegen die "Selecao" am 10. Juni aber noch nicht - im Gegensatz zu den beiden Partien gegen Russland (30. Mai in Innsbruck) und Deutschland (2. Juni in Klagenfurt).

Der Kader für die Spiele gegen Slowenien (23. März, 20.45 Uhr, Wörthersee Stadion, Klagenfurt) und das Auswärtsspiel gegen Luxemburg (27. März, 20.30 Uhr):

TOR: KUSTER Markus (SV Bauwelt Koch Mattersburg, 0), LINDNER Heinz (Grasshopper Club Zürich/CH, 16), SIEBENHANDL Jörg (SK Sturm Graz, 0)

VERTEIDIGUNG: BAUER Moritz (Stoke City FC/ENG, 4 Spiele/0 Tore), DRAGOVIC Aleksandar (Leicester City FC/ENG, 61/1), HINTEREGGER Martin (FC Augsburg/GER, 27/2), LAINER Stefan (FC Red Bull Salzburg, 3/0), PRÖDL Sebastian (Watford FC/ENG, 64/4), ULMER Andreas (FC Red Bull Salzburg, 4/0), WÖBER Maximilian (Ajax Amsterdam/NED, 2/0)

MITTELFELD: ALABA David (FC Bayern München/GER, 59/11), BAUMGARTLINGER Julian (Bayer 04 Leverkusen/GER, 59/1), GRILLITSCH Florian (TSG 1899 Hoffenheim/GER, 5/0), ILSANKER Stefan (RB Leipzig/GER, 26/0), KAINZ Florian (SV Werder Bremen/GER, 6/0), LAZARO Valentino (Hertha BSC/GER, 11/0), SABITZER Marcel (RB Leipzig/GER, 29/5), SCHAUB Louis (SK Rapid, 6/4), SCHLAGER Xaver (FC Red Bull Salzburg, 0), SCHÖPF Alessandro (FC Schalke 04/GER, 13/2), ZULJ Peter (SK Puntigamer Sturm Graz, 0)

ANGRIFF: ARNAUTOVIC Marko (West Ham United/ENG, 67/16), BURGSTALLER Guido (FC Schalke 04/GER, 14/1), GREGORITSCH Michael (FC Augsburg/GER, 5/0).

Auf Abruf: PERVAN Pavao (LASK, 0), STREBINGER Richard (SK Rapid, 0), ALAR Deni (SK Puntigamer Sturm Graz, 1/0), HIERLÄNDER Stefan (SK Puntigamer Sturm Graz, 0), HOLZHAUSER Raphael (FK Austria Wien, 0), JANKO Marc (FC Lugano/CH, 66/28), KLEIN Florian (FK Austria Wien, 45/0), LAIMER Konrad (RB Leipzig/GER, 0), LIENHART Philipp (FC Freiburg/GER, 0), MARESIC Dario (SK Puntigamer Sturm Graz, 0), RÖCHER Thorsten (SK Puntigamer Sturm Graz, 0), SCHOBESBERGER Philipp (SK Rapid, 1/0), SERBEST Tarkan (FK Austria Wien, 0), WIMMER Kevin (Stoke City FC/ENG, 8/0), WOLF Hannes (FC Red Bull Salzburg, 0), WYDRA Dominik (FC Erzgebirge Aue, 0).

(SN)

Aufgerufen am 19.06.2018 um 07:00 auf https://www.sn.at/sport/fussball/nationalteam/xaver-schlager-erstmals-im-oefb-teamkader-25338370

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