Fußball

Nations League: ÖFB-Team trifft auf Bosnien und Nordirland

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft trifft in der ab Herbst erstmals ausgetragenen Nations League auf Bosnien-Herzegowina und Nordirland. Franco Foda darf seiner ersten großen Aufgabe als Teamchef damit einigermaßen hoffnungsvoll entgegenblicken. Verbandschef Leo Windtner betonte nach der Auslosung in Lausanne: "Es hätte schlimmer kommen können. Aber wir werden die Gegner nicht unterschätzen."

Lösbare Aufgabe für Österreichs Teamspieler SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Lösbare Aufgabe für Österreichs Teamspieler

Tschechiens Ex-Internationaler Vladimir Smicer erwies sich am Genfer See als Glücksfee für die ÖFB-Delegation. Österreich wurde in Liga B aus dem ersten Topf gezogen.

Als mögliche Gegner hätten auch die WM-Starter Dänemark und Schweden oder Duelle mit Irland, die Ukraine oder die Türkei gewunken. Mit Bosnien und Nordirland warten aber angenehmere Kontrahenten - auch wenn die direkte Bilanz jeweils nicht die beste ist.

Gestartet wird die Nations League Anfang September, zu Ende geht sie im November 2018. Die Dreier-Gruppe wird in Hin- und Rückspiel ausgespielt, der Sieger steigt in die prominent besetzte Liga A auf.

Dies ist auch Ziel von Foda. "Wir wollen immer das Optimum herausholen. Wir gehen klar mit dem Ziel rein, den ersten Platz zu belegen", sagte der Deutsche nach der Auslosung im ORF-Interview.

Der seit 21 Spielen ungeschlagene Fußball-Weltmeister Deutschland trifft in der neuen Nations League auf Vizeeuropameister Frankreich und die Niederlande. "Das ist mal eine Hammergruppe!!! Ein interessanter Start dieses neuen Wettbewerbs", lautete der erste Twitter-Kommentar des deutschen Torjägers Thomas Müller am Mittwoch unmittelbar nach der Auslosung in Lausanne.

Auch die anderen Gruppen in der Top-Liga A bieten attraktive Duelle. So treffen in der Gruppe 4 Spanien, England und Kroatien aufeinander. In Gruppe 2 spielen Belgien, die Schweiz und Island.

Und Europameister Portugal mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo duelliert sich in Gruppe 3 mit Italien und Polen.

Mehr Quali-Chancen für kleinere Teams

Die vier Gruppensieger qualifizieren sich für die Finalrunde vom 5. bis 9. Juni 2019. Der Gruppenletzte muss in der nächsten Auflage der Nations League in der zweiten Kategorie (B) antreten. Die je vier Gruppensieger aller vier Ligen (A bis D) haben zudem die Möglichkeit, sich in einem Play-off-Turnier im März 2020 für die folgende EM zu qualifizieren, sofern sie sich das Ticket nicht schon über die reguläre Ausscheidungsrunde gesichert haben.

"Wir hatten oft Beschwerden, dass die stärksten Teams gegen schwächere Mannschaften spielen - jetzt spielen sie untereinander", sagte Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), bei der Pokal-Präsentation zu den Vorteilen des neuen Wettbewerbs. "Gleichzeitig haben die kleineren Teams nun größere Chancen, sich zu qualifizieren."

Lösbare Aufgabe für Österreichs Teamspieler SN/APA
Lösbare Aufgabe für Österreichs Teamspieler

Immerhin winkt über den Gruppensieg in der Nations League auch ein Startplatz für die EM-Endrunde 2020. Aus jeder der vier Ligen qualifiziert sich eine Nation für das pan-europäische Turnier in zwei Jahren.

Die reguläre Qualifikationsphase für die nächste EM startet im März 2019. Bis dahin dient Foda die Nations League als ideale Bühne. "Wettbewerbsspiele sind immer das Wichtigste im Fußball. Die Nations League ist für uns ein wichtiger Faktor, wir werden das sehr ernst nehmen", kündigte der Neo-Teamchef an.

Die Gegner stufte Foda als "interessant", aber "unterschiedlich" ein: "Nordirland praktiziert sehr schnellen, robusten Fußball. Bosnien legt mehr Wert auf das Spielerische."

Der 51-Jährige erinnerte auch an Österreichs Bilanzen gegen die Gegner. Gegen Nordirland hat das Nationalteam in neun Aufeinandertreffen eine negative (2 Siege, 3 Remis, 4 Niederlagen), gegen Bosnien in drei Spielen bei einem Sieg und zwei Unentschieden eine knapp positive. "Da gibt es etwas gut zu machen", meinte Foda.

Glücksfee mit Bart: Vladimir Smicer mit dem „Austria“-Zettelchen. SN/APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES
Glücksfee mit Bart: Vladimir Smicer mit dem „Austria“-Zettelchen.

Die aus Topf zwei gezogenen Bosnier qualifizierten sich für die WM 2014 in Brasilien, verpassten danach aber sowohl die EM 2016, als auch das kommende WM-Turnier in Russland.

Hinter Belgien und Griechenland wurden die Balkan-Kicker nur Gruppendritter. Star der mit zahlreichen Legionären gespickten Mannschaft ist Stürmer Edin Dzeko von der AS Roma, Teamchef ist seit kurzem der Kroate Robert Prosinecki (49).

Stellt Bosnien eine spielerisch starke Elf, setzt Nordirland eher - erfolgreich - auf Kampfkraft. Die ohne großen Star auskommenden Briten schafften es bei der EM 2016 bis ins Achtelfinale, die Reise nach Russland vergaben sie erst im WM-Play-off gegen die Schweiz. In der Quali-Gruppe hatte Nordirland Platz zwei hinter Weltmeister Deutschland belegt. In zehn Spielen holte das Team von Trainer Michael O'Neill (48) sechs Siege.

Der Länderspielkalender des ÖFB für 2018:

23. März Österreich - Slowenien Klagenfurt
27. März Luxemburg - Österreich Luxemburg
30. Mai Österreich - Russland Innsbruck
2. Juni Österreich - Deutschland Klagenfurt
6.-8. September Testspiel ?
11. September Bosnien-H. - Österreich (Nations League) ?
12. Oktober Österreich - Nordirland (NL) ?
14.-16. Oktober Testspiel ?
15. November Österreich - Bosnien-H. (NL) ?
18. November Nordirland - Österreich (NL) ?

Quelle: APA

Aufgerufen am 15.11.2018 um 03:47 auf https://www.sn.at/sport/fussball/nations-league-oefb-team-trifft-auf-bosnien-und-nordirland-23356258

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