Fußball

ÖFB-Kader für WM-Qualifikationsauftakt mit fünf Neuen

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat seinen Kader für die am 5. September in Tiflis gegen Georgien beginnende WM-Qualifikation im Vergleich zur EM in Frankreich an fünf Positionen verändert. Andreas Lukse, Stefan Stangl, Valentino Lazaro, Michael Gregoritsch und Louis Schaub rücken anstelle von Heinz Lindner, Christian Fuchs, György Garics, Jakob Jantscher und Rubin Okotie ins Team.

ÖFB-Kader für WM-Qualifikationsauftakt mit fünf Neuen SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Teamchef Koller nominierte seinen ersten Kader nach der EM.

Auf derart umfangreiche Änderungen hatte Koller in der Vergangenheit zumeist verzichtet. Vor einer neuen Herausforderung sind aber auch neue Gesichter gefragt, wie der Schweizer am Donnerstag in Wien betonte. "Das ist kein Neubeginn, unser Weg soll weiter verfolgt werden. Aber Spieler kommen eben in ein gewisses Alter."

Nun seien die Jungen gefragt, bei ihren Vereinen weiter gute Leistungen zu zeigen und sich schnell mit der Philosophie der ÖFB-Auswahl vertraut zu machen - so etwa Rapids Jungstar Schaub, der in dieser Saison bereits acht Pflichtspiel-Tore erzielte. "Er ist sehr gut drauf, spielt mit viel Spaß und Freude, hat hervorragende Dribblings", sagte Koller über den 21-Jährigen.

Knapp eineinhalb Jahre jünger ist Lazaro, der erst unmittelbar vor der EURO 2016 aus dem ÖFB-Aufgebot gestrichen wurde. Während der Salzburg-Profi zuletzt bei den "Bullen" am linken Flügel zum Einsatz kam, ist er in der Nationalmannschaft als Rechtsverteidiger vorgesehen. Diese Position hatte er bei Salzburg phasenweise auch schon unter Adi Hütter gespielt. "Er hat eine hohe Schnelligkeit, das kann von Vorteil sein. Wir wollen mit den Außenverteidigern hoch stehen und offensiv spielen", meinte Koller.

Aus diesem Grund setzt Koller auch auf Stangl als Linksverteidiger, obwohl Lazaros Club-Kollege auf dieser Position in Salzburg zumeist die zweite Geige hinter Andreas Ulmer spielt. "Er hat ein gutes Defensivverhalten und kann Zug nach vorne entwickeln. Wir wissen, dass er ein bisschen Zeit braucht und wir ihm diese Zeit geben müssen. Aber wir glauben, dass er die Möglichkeiten hat, bei uns mitspielen zu können", sagte Koller über den Ex-Rapidler.

Mit Michael Gregoritsch, dem Sohn von U21-Teamchef Werner Gregoritsch, plant Koller als Mittelstürmer, auch wenn der Steirer beim Hamburger SV hinter der Spitze agiert. "Doch unser Ziel ist es, ihn ganz vorne reinzuwerfen, er hat das auch früher gespielt", erklärte Koller und ergänzte: "Er ist kopfballstark, kräftig, hat einen guten Schuss und einen Torriecher."

Diese vier Spieler wären - so wie auch die ebenfalls im Kader aufscheinenden Alessandro Schöpf und Marcel Sabitzer - noch für das U21-Team spielberechtigt, das Anfang September in der EM-Qualifikation richtungsweisende Auswärtsspiele gegen Finnland und Russland bestreitet. "Aber das A-Team ist wichtiger, und wir haben ja auch kein Testspiel, sondern WM-Qualifikation", stellte Koller klar.

Der fünfte Neue ist Altach-Goalie Lukse, der schon im vergangenen November im Trainingscamp in Spanien Team-Luft schnuppern durfte. "Da hat er einen guten Eindruck hinterlassen. Er hat derzeit einen Höhenflug mit Altach, und er ist einer, der spielt. Das ist gut", äußerte sich der Teamchef über den Wiener, ebenfalls ein früherer Rapidler.

Am 5. September in Tiflis wird aber wohl wie gewohnt Robert Almer im Tor stehen - und muss sich laut Koller wie seine Kollegen auf einen unangenehmen Gegner einstellen. "Das wird ein sehr schwieriges Spiel. Die Georgier sind zwar bei der Auslosung aus dem letzten Topf gezogen worden, haben aber viel mehr Qualität. Sie sind technisch stark, schnell und auch defensiv stark. Das wird kein Zuckerschlecken", vermutete der 55-Jährige. "Wir müssen versuchen, die Mauer, die sie aufstellen, zu durchbrechen und gleichzeitig aufpassen, dass wir nicht in Konter laufen."

Das erste Training vor dem Georgien-Match steigt am Dienstagvormittag auf einem Trainingsplatz beim Happel-Stadion, am Samstag reist die Mannschaft nach Tiflis. Dazwischen wird nicht nur der Kapitäns-Nachfolger des zurückgetretenen Fuchs ernannt, sondern auch noch einmal die verkorkste EM thematisiert, kündigte Koller an. "Wir müssen wieder Schärfe haben und Dinge auf dem Platz wieder gemeinsam ausführen", forderte der Coach.

Gegen Georgien wird das ÖFB-Team wohl wieder im gewohnten 4-2-3-1-System zu sehen sein, eine Dreierkette wie im letzten EM-Match gegen Island schloss Koller aus. "Gegen Georgien kommt das nicht infrage, vielleicht in einem anderen Spiel", erklärte Koller. In der Rückkehr zur alten - und mittlerweile auch international bekannten - Spielweise sieht der Nationaltrainer kein Problem. "Ich glaube nicht, dass wir zu ausrechenbar geworden sind. Wenn man gutes Pressing macht, ist das nach wie vor gut."

Den Beweis dafür können die ÖFB-Kicker in diesem Jahr zunächst in Tiflis und danach daheim gegen Wales (6. Oktober) und Irland (12. November) sowie auswärts gegen Serbien (9. Oktober) antreten. Für die beiden Partien in Wien wurden bisher schon 25.000 Abos abgesetzt.

Quelle: APA

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