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Österreich - Wales: Marcel Koller vertraut dem Plan A

Dem Teamchef fehlt die Zeit, um gegen Wales eine Überraschung aus dem Hut zu zaubern. Am Tag vor dem WM-Quali-Spiel reagierte er scharf auf Kritik.

Österreich - Wales: Marcel Koller vertraut dem Plan A SN/APA/ROBERT JAEGER
Ein nachdenklicher Teamchef mit seinem Kapitän Julian Baumgartlinger.

Hinterher ist man immer klüger. Das wird auch für Teamchef Marcel Koller und das Fußballnationalteam Österreichs am Sonntagabend gegen 22.30 Uhr gelten. Dann sind die WM-Qualifikationsspiele gegen Wales und Serbien gespielt. Je nach den erreichten Resultaten gegen die beiden starken Gegner ist das Unternehmen Russland 2018 dann auf einem sehr guten Weg oder der Zug ist möglicherweise auch schon fast abgefahren.

Teil eins des Doppels steigt am Donnerstag (20.45 Uhr, live in ORF eins) im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Es gastiert Wales, vor exakt drei Monaten bei der EURO in Frankreich ehrenvoll im Halbfinale mit 0:2 gegen Portugal ausgeschieden. Wales, das ist zumindest im Verständnis des gemeinen Fußballfreundes ein Gareth Bale plus zehn Statisten. Marcel Koller sieht das wenig überraschend ganz anders: "Ich glaube nicht, dass Wales nur Bale ist. Sie haben bei der EM eine hervorragende Mannschaftsleistung gebracht", sagte der Schweizer bei der Abschluss-Pressekonferenz am Mittwoch.

Dennoch wird dem 100 Millionen Euro teuren Real-Madrid-Superstar besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. "Er ist Weltklasse, da reicht es nicht, wenn nur einer auf Gareth Bale aufpasst", warnt Koller. "Es wir wichtig sein, ihn im Verbund mit zwei, drei Spielern in den Griff zu bekommen."

So weit der Plan B(ale) des Teamchefs. Doch da ist dieser Tage auch die Frage nach dem angeblich fehlenden Plan B hinsichtlich Aufstellungsalternativen für das ÖFB-Team aufgekommen, artikuliert durch RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl.

Als vor einem Jahr der Fußballhimmel bei den frisch für die EURO qualifizierten Österreichern voller Geigen hing, galt Kollers Festhalten an der Stammelf als Geniestreich. Im Herbst 2016 und um die Erfahrung der Endrunde reicher geworden, sind Zweifel am Erfolgsweg aufgekommen. Nicht bei Koller selbst, der ungewöhnlich scharf reagierte: "Wenn man verliert, kommen Spekulationen von Leuten, die nicht im engeren Kreis dabei sind, aber es besser wissen. Ein bissl Demut tut allen gut."

Einmal in Fahrt, legte sich der Teamchef gleich richtig ins Zeug: "Hätte, wenn und aber, das wissen wir nach dem Spiel auch immer besser", sagte er, nannte aber Hasenhüttls Namen nicht. Überhaupt, Namen. Marcel Koller: "Wenn behauptet wird, es gäbe so viele tolle Stürmer in Österreich, aber keine Namen genannt werden: Da kann ich ein paar mitgeben. Soriano, Joelinton, Kayode, Oberlin." Alles leider keine Österreicher, somit ist das Thema für ihn erledigt.

Plan A gilt für Koller auch, was die Position David Alabas angeht. So wie bei den Bayern als Linksverteidiger und damit als Wunderwaffe gegen Bale? "Wo spielt Alaba bei uns seit fünf Jahren?", fragte der Teamchef zurück. Er habe nicht vor, ihn von seiner angestammten Sechserposition weg zu verschieben. Blieb nur noch offen, ob der verletzte Martin Harnik durch Marcel Sabitzer oder Alessandro Schöpf ersetzt wird. Beide befinden sich aktuell in Topform. Mindestens 42.000 Zuschauer (Vorverkaufsstand Mittwochmittag) sind am Donnerstag um 20.45 Uhr zumindest in dieser Hinsicht klüger als zuvor.

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