Fußball

Rapid, Admira und Salzburg: Slapstick im Europacup

Von falschen Trikots, dunklen Stadien und peinlichen TV-Interviews.Österreichs Vertreter lieferten auf der europäischen Fußballbühne bisher reichlich Satire-Stoff.

Noch dürfen alle vier österreichischen Vertreter das Abenteuer Europacup genießen. Austria Wien und Admira Wacker stehen zwar mit dem Rücken zur Wand, die Chance auf die Europa-League-Gruppenphase lebt aber wie bei Rapid weiter. Ebenso der Traum von Red Bull Salzburg vom Einzug in die Champions League. Dann könnte man nach einer enttäuschenden EM wieder Werbung für den rot-weiß-roten Fußball betreiben, denn bisher schaffte es das ÖFB-Quartett eher mit peinlichen Hoppalas in die (internationalen) Schlagzeilen . . .



1.>Trikot-Gate: Salzburger spielt im Leipzig-Dress>
Wen interessiert in Deutschland die Champions-League-Qualifikation mit dem FK Liepāja? Normalerweise niemanden. Es sei denn, der Gegner heißt Red Bull Salzburg und spielt im Trikot des ohnehin kontrovers diskutierten RB Leipzig. So schaffte es Andreas Ulmer unfreiwillig ins Fachmagazin "Kicker" und die "Bild"-Zeitung titelte dazu ironisch: "Hier spielt Leipzig schon Champions League". Abgesehen vom Spott hatte Salzburg aber keinen Schaden davongetragen. Red Bull kassierte zwar keine Strafe, schoss sich aber in den Bemühungen um die strikte Trennung der beiden Vereine ein Eigentor. Und es gab viel Arbeit für den Zeugwart, der die 700 Dressen vom gleichen Hersteller mit den frappant ähnlichen Logos von Salzburg und Leipzig sorgfältig prüfen musste.



2.>Flutlicht-Gate: Admira
lädt zur Geisterstunde>
Dass bereits ein Hinspiel weit länger als 90 Minuten dauern kann, das durften - oder mussten - die Zuschauer vor den Fernsehgeräten und in der Südstadt am Donnerstag erfahren. Gleich drei Mal verwandelte ein ausgefallenes Flutlicht das spärlich besuchte Stadion in ein Geisterspiel. "Das habe ich noch nie erlebt. Dass so etwas ausgerechnet im Europacup passiert, ist peinlich", musste Sportdirektor Ernst Baumeister zugeben. Werbung in eigener Sache wollte man betreiben, "aber das ist uns klar nicht gelungen", gestand auch Trainer Oliver Lederer, dessen Team die insgesamt rund 50-minütige Unterbrechung mehr schadete als dem Gegner. Die Niederösterreicher verloren gegen Slovan Liberec 1:2.



3.>Experten-Gate: Peter
Hackmair macht die Welle>
Beim selben Spiel sorgte eine weitere kuriose Szene für Kopfschütteln bei den Spielern und für Unmut bei den Fans der Admira. Während des Flutlichtausfalls feierten ORF-Moderator Christian Diendorfer und Experte Peter Hackmair mit den tschechischen Fans. Hackmair initiierte vor deren Sektor die Welle. Wieder einmal musste daraufhin der TV-Analytiker Häme über sich ergehen lassen. Die Aufregung verstand Hackmair nicht und er versuchte, seine Aktion zu rechtfertigen: "In Zeiten von zunehmender Abgrenzung habe ich es sogar als Fair Play empfunden. Fußball war und ist für mich viel mehr ein Miteinander als ein Gegeneinander." Zudem habe er sowieso zur Admira geholfen. "Mut verändert", sagt Hackmair. Ob er damit seine Rolle weg vom seriösen TV-Analytiker hin zum Sport-Kasperl im ORF meint?



4.>TV-Gate: Rapid-Mitarbeiter springt als Reporter ein>
Den eigenen Trainer für das Livefernsehen zu interviewen, das ist nun wohl ein Alleinstellungsmerkmal von Rapid. Da die Journalisten vom Sender Puls 4 kurzfristig kein Visum für das Spiel beim weißrussischen Vertreter Torpedo Schodsina erhielten, führte Rapid-Pressesprecher Peter Klinglmüller das Gespräch mit Mike Büskens. Auf allfällige kritische Fragen nach dem 0:0 warteten die TV-Zuseher wenig überraschend vergeblich.



5.>K.-o.-Gate? Jetzt heißt es sportlich aufzuzeigen>
Zwar konnten weder Salzburg (1:0) in Albanien noch Rapid in Weißrussland glänzen, aber der Aufstieg ins jeweilige Play-off ist nah. Auf die Austria hingegen wartet nach dem enttäuschenden Heim-0:1 nun bei Spartak Trnava eine große Hürde. Für die Veilchen wäre das sportliche Aus ein peinlicher Ausrutscher.

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