Fußball

Rapid-Coach Canadi vor Rückkehr nach Altach gelassen

Betont gelassen hat sich Rapid-Trainewr Damir Canadi vor der Rückkehr nach Altach zum letzten Bundesliga-Spiel des Jahres am Sonntag gezeigt. Bereits am Samstag will Salzburg gegen den WAC Richtung Winterkrone greifen. Sturm will gegen Ried nicht den Anschluss verlieren, die Austria hat gegen Mattersburg drei Punkte eingeplant. Bei St. Pölten gegen Admira stehen indes die Trainer im Mittelpunkt.

Canadi kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück.  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Canadi kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück.

"Es war dort eine schöne Zeit, doch derzeit ist es für mich ein Spiel wie jedes andere", erklärte Canadi. Mit dem Tabellenfünften Rapid gelangen Canadi zuletzt zwei Heimsiege in Folge, nun geht es darum, den Zwölf-Punkte-Rückstand auf die Altacher noch vor der Winterpause zu reduzieren. "Jeder brennt auf dieses Spiel. Wir wollen etwas mitnehmen, wenn es geht, drei Punkte", sagte der Coach und bezeichnete die Vorarlberger als Favorit. "Es ist eine große Herausforderung, die wir annehmen wollen."

Da sowohl Canadi als auch sein Nachfolger als Altach-Trainer, Werner Grabherr, auf eine Dreierkette setzen, könnte es laut dem Altach-Coach zu einer gewissen Pattsituation kommen. "Es wird so eine Art Schachpartie werden, mit ein bisschen mehr Feuer als gegen Sturm." Die Grazer waren vor vier Wochen beim 1:1 in der Cashpoint-Arena ebenfalls mit einer Dreierkette aufgekreuzt.

Aufgrund der fehlenden Pro-Lizenz steht Grabherr vor seiner letzten Partie als Cheftrainer - und das ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Vorgesetzten. "Die gemeinsame Zeit war für mich sehr lehrreich, ich habe daraus viel mitgenommen. Aber es geht nicht um Grabherr gegen Canadi, sondern um Altach gegen Rapid", betonte der 31-Jährige.

Vor der letzten Runde des Jahres hat Red Bull Salzburg die Chance, auf Rang eins der Fußball-Bundesliga zu überwintern. Dazu benötigt der zweitplatzierte Titelverteidiger am Samstag einen Heimsieg über den WAC und am Sonntag Schützenhilfe von Rapid.

An der eigenen Formkurve sollten die Mozartstädter nicht scheitern, immerhin gab es zuletzt vier Pflichtspiel-Siege in Folge. Allerdings verheißen die bisherigen Saisonduelle mit dem Wolfsbergern für die "Bullen" nichts Gutes - in beiden Partien reichte es nur zu Unentschieden.

So wie bei Freund herrscht auch bei WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger große Vorfreude auf die bevorstehende Pause - vor allem angesichts der neun Profis umfassenden Verletztenliste. Trotz der vielen Ausfälle rechnet sich der Ex-Teamspieler bei den Roten Bullen etwas aus. "Die zwei Unentschieden in dieser Saison gegen Salzburg geben uns sicher zusätzliches Selbstvertrauen", meinte Pfeifenberger.

Der WAC-Coach erwartet gegen den regierenden Doublegewinner einen "harten Fight. Die Salzburger spielen sehr schnell nach vorne und attackieren früh, da müssen wir hellwach und clever sein. Und wir brauchen auch Spielglück", erklärte Pfeifenberger.

Nach einem starken Herbstdurchgang plant Sturm Graz zum Jahresabschluss noch einmal drei Zähler ein. Vor dem Gastspiel bei der SV Ried zum Auftakt der 20. Runde am Samstagnachmittag (16.00 Uhr) haben die Steirer sogar noch Chancen auf die Winterkrone. Mehr beschäftigte vor dem letzten Spiel des Jahres aber die Zukunft von Cheftrainer Franco Foda. Dessen Vertrag läuft im Sommer aus.

Ob Foda in Graz bleibt, wird sich laut Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl nun frühestens im Jänner entscheiden. "Ich hatte mehrere Gesprächsrunden mit Franco Foda wegen der Verlängerung des Vertrags. Es gibt aber noch keine Lösung zur vollsten Zufriedenheit beider. Es muss nicht schnell gehen", sagte Kreissl am Freitag.

Ihrerseits wollen die achtplatzierten "Wikinger" noch einmal alles in die Waagschale werfen. "Wir möchten im letzten Spiel vor der Pause noch einmal alles zeigen, was wir können", betonte Trainer Christian Benbennek. Sturm sei nicht umsonst Herbstmeister geworden. Dennoch meinte der Deutsche: "Wir haben in dieser Saison schon starke Leistungen gezeigt, sodass wir uns nicht verstecken müssen. Zuhause können wir jeden Gegner schlagen."

Seiner Mannschaft dabei nicht helfen können wird Rieds Kapitän. Thomas Gebauer zog sich am Donnerstag im Training eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu und fällt rund sechs Wochen aus.

Die Austria will nach einem Herbst mit Höhen und Tiefen mit einem positiven Erlebnis in die Winterpause gehen. Nach einer starken Phase kassierten die Violetten zuletzt Niederlagen national wie international. Am Samstag (18.30 Uhr) soll aus Sicht der Wiener gegen Nachzügler Mattersburg vor heimischer Kulisse aber noch einmal voll angeschrieben werden.

"Es geht darum, das letzte Spiel des Jahres zu gewinnen. Das ist ein Sieg, den man einfahren muss", meinte Austria-Trainer Thorsten Fink zur Ausgangslage. Mit einem Dreier würde seine Mannschaft den Anschluss an die Spitzenränge wahren. Fünf Zähler fehlen der viertplatzierten Austria derzeit auf Tabellenführer Altach, drei auf den Zweiten Salzburg. Gegen den SV Mattersburg sind die Veilchen seit elf Ligaspielen unbesiegt und haben zehn davon gewonnen.

Mattersburg-Trainer Ivica Vastic bemühte vor dem Antritt im Happel-Stadion Zweckoptimismus. Ob der Gegner nach den jüngsten Niederlagen geschwächt sei, wollte Vastic nicht beurteilen. "Es kommt ganz alleine auf uns an, umso mehr Druck wir auf die Austria ausüben können, desto schwieriger werden sie es haben", sagte der Ex-Internationale.

Im Niederösterreicher-Derby stehen die Trainer beider Clubs besonders im Mittelpunkt. Sowohl für St. Pöltens Betreuer Jochen Fallmann als auch für Admira-Coach Oliver Lederer könnte die Partie in der NV-Arena die letzte in ihrer derzeitiger Funktion sein.

Beim Aufsteiger sollte der künftige Trainer in den Tagen nach dem letzten Spiel des Jahres feststehen. Fallmann darf sich nach zehn Punkten aus sieben Runden und dem Einzug ins Cup-Viertelfinale berechtigte Hoffnungen auf einen längeren Verbleib machen. Am Montag absolvierte der 37-Jährige ein Hearing vor der Club-Spitze und zeigte sich danach optimistisch.

Er spüre "hundertprozentiges Vertrauen" von Sportdirektor Frenkie Schinkels, meinte der Nachfolger von Karl Daxbacher. "Jetzt erwarte ich, dass bald eine Entscheidung getroffen wird."

Lederer sieht im jüngsten 0:2 gegen den SVM keinen Grund zur Beunruhigung. "Dass wir Spiele verlieren, wird immer wieder passieren. Wichtig ist, immer zu unserer Idee zu stehen." Gegen St. Pölten erwartet der Admira-Coach ein Match auf Augenhöhe. "Aber wir sind imstande, zu gewinnen."

Lederer gilt als aussichtsreicher Kandidat für den in der Winterpause zu besetzenden Trainerposten beim derzeitigen Spitzenreiter SCR Altach - ein Gespräch mit dessen Sportdirektor Georg Zellhofer hat bereits stattgefunden. "Doch jetzt beschäftige ich mich nicht damit, sondern bereite die Mannschaft bestmöglich auf das Spiel gegen St. Pölten vor. Danach wird man weitersehen."

Quelle: APA

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