Fußball

Red Bull Salzburg: Die Talentequelle sprudelt weiter

Salzburgs Fußballnachwuchs gehört zu den besten in Europa. Der Akademiechef erklärt, warum der Red-Bull-Erfolg in der Youth League keine Eintagsfliege bleiben wird.

Nach dem 2:1-Sieg über den FC Barcelona steht der Nachwuchs von Red Bull Salzburg im Finale der UEFA Youth League. In Nyon (SUI) wartet am Montag (17 Uhr, live in ORF Sport +) Benfica Lissabon. Es wäre eine Sternstunde des österreichischen Fußballs, könnten die noch ungeschlagenen Salzburger auch dort triumphieren. Aber schon das bisher Erreichte hat gezeigt, dass Salzburg eine der besten Fußball-Ausbildungsstätten Europas beherbergt.

Red-Bull-Nachwuchsleiter Ernst Tanner erhält in diesen Tagen viele Glückwünsche aus ganz Europa. Für den aus Teisendorf stammenden Bayern ist es die Bestätigung des eingeschlagenen Weges: "Das war jetzt keine Eintagsfliege von uns. Wir können auch in den kommenden Jahren eine gute Rolle in der Youth League spielen."

Was den Nachwuchs-Experten so sicher macht? "Wir haben auch bei den kommenden Jahrgängen eine stabile Qualität." Nun greife der Umbruch erst so richtig, der mit dem Antritt von Ralf Rangnick als Sportchef in Salzburg 2012 einherging: "So etwas geht eben nicht in zwei Jahren."

Obwohl die Scouts zahlreicher Topclubs auch in Nyon begehrliche Blicke auf die Salzburger Rohdiamanten werfen, macht sich Tanner keine Sorgen, dass ihm die Talente oder auch die Betreuer weglaufen: "Die Perspektiven sind bei uns einfach am besten." Tanner erklärt diese selbstbewusste Ansage anhand dieser Punkte:
Durchlässigkeit. Tanner sagt: "International ist bei vielen Clubs die Kluft zum zweiten Team viel zu groß." Salzburg profitiere vom Weg mit dem FC Liefering. Die Erfahrung im Männerfußball brachte Spielern wie Mergim Berisha oder Sandro Ingolitsch einen erkennbaren Vorteil gegen Kontrahenten, die sich nur mit Gleichaltrigen messen. Der Sprung zu den Red-Bull-Profis ist dann kein großer mehr, Trainer Oscar Garcia forciert die Jungen.

Scouting. Die Suche nach frischen Kräften wurde massiv ausgebaut. So verstärkten die Steirer Hannes Wolf und Oliver Filip den aktuellen Erfolgsjahrgang. Vom U15-Kader übersteht mittlerweile zumindest die Hälfte die harte Selektion bis zum 19. Lebensjahr. "In deutschen Nachwuchszentren liegt dieser Wert bei 27 Prozent, da läuft etwas falsch", sagt Tanner.

Brasilien und Ghana. Die internationalen Red-Bull-Akademien liefern beständig Konkurrenz für die einheimischen Talente, wie Ernst Tanner erklärt: "Mit den Jungs, die wir von dort reinholen, werden auch neue Reize gesetzt."

Fortschritt. Bei der Professionalisierung im Jugendfußball ist Red Bull mit vielen Spezialisten im Betreuerstab vorn dabei, aber auch mit neuen Erkenntnissen etwa in der Kognitionsforschung. Der nächste Schritt ist außerdem ein Fokus auf die ganz jungen Talente. Schon im Altersbereich von zehn bis 14 Jahren werden wichtige Grundlagen gelegt.

All das könne aber nicht verhindern, dass ein fertiges Talent später den Weg in eine große Liga nehme. "Dass einer länger hier bleibt, wäre entgegen jeglichem Marktprinzip", sagt Ernst Tanner. "Aber wir produzieren dann eben die nächste Generation." Im Idealfall entsteht eine nie versiegende Talentequelle - Liefering, quasi das "La Masia" von morgen.

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