Fußball

Red Bull Salzburg hat im Mittelfeld ein Luxusproblem

Die Sechser-Position ist beim Fußballmeister besonders umkämpft. Nicht weniger als acht Spieler stehen zur Wahl.

Christoph Leitgeb musste lange für dieses Comeback schuften. Nach zwei Operationen am Knie dachte der 41-fache ÖFB-Teamspieler sogar schon ans Karriereende. Doch so wollte der Red-Bull-Profi nicht abtreten. Also biss er die Zähne zusammen, arbeitete mit Ärzten und Therapeuten, während seine Teamkollegen auf dem Trainingsplatz standen - und wurde nach exakt 388 Tagen Verletzungspause belohnt.

Beim 4:1-Heimsieg gegen Austria Wien hatte Leitgeb einen Kurzauftritt, am Mittwoch im ÖFB-Cup gegen den Regionalligisten SC Mannsdorf galt es, weiter Spielpraxis zu sammeln. Ein Platz im Kader von Red Bull Salzburg ist aber auch für den Langzeit-Bullen keine Selbstverständlichkeit. Auf seiner bevorzugten Position im defensiven Mittelfeld gibt es derzeit an Überangebot. Trainer Oscar Garcia stehen nicht weniger als acht potenzielle "Sechser" zur Verfügung. Ein Luxusproblem, das sich durch die Rückkehr der Langzeitverletzten Christoph Leitgeb und Ray Yabo noch einmal verschärft hat.

Konrad Laimer, 19 Jahre, 1 Mill. Euro Marktwert: Der gebürtige Aberseer ist der Aufsteiger der Saison und aktuell die Nummer eins auf einen Fixplatz im Mittelfeld. Mit ihm ist Salzburg eine Klasse stärker. Seine Dynamik und seine Kampfkraft sind bemerkenswert. Immer mehr wird der Youngster auch zum spielbestimmenden Bullen-Profi.

Diadie Samassekou, 20 Jahre, 300.000 Euro: Der Mann aus Mali war eigentlich für den FC Liefering vorgesehen, konnte Trainer Oscar Garcia aber in der Vorbereitung überzeugen und hat sein Talent auch schon das eine oder andere Mal unter Beweis gestellt.

Josip Radosevic, 22 Jahre, 1 Mill. Euro: Der Kroate kam kurz vor Transferschluss ablösefrei vom SSC Neapel, nachdem Bernardo die Salzburger überraschend in Richtung RB Leipzig verlassen hatte. Eigentlich bestand nicht unbedingt Handlungsbedarf, aber wann wechselt schon ein junger Spieler aus der Serie A in die Bundesliga?

Xaver Schlager, 18 Jahre, 400.000 Euro: Der Youngster gilt als nächstes großes Talent aus der Red-Bull-Akademie. Aufgrund des Überangebots im Mittelfeld sammelt er derzeit vor allem beim FC Liefering Spielpraxis.

Christoph Leitgeb, 31 Jahre, 800.000 Euro: Der 31-Jährige ist der Rekordbulle. Leitgeb hat seit 2007 nicht weniger als 288 Pflichtspiele für Salzburg absolviert. Bleibt die Frage: Kann er nach seiner schweren Knieverletzung noch einmal an alte Zeiten anknüpfen?

Reinhold Yabo, 24 Jahre, 1 Mill. Euro: Er gilt als Neuzugang, hatte er sich unmittelbar nach seinem Wechsel von Karlsruhe zu Red Bull Salzburg im Sommer 2015 doch verletzt. In Deutschland galt Yabo - U17-Europameister an der Seite von Mario Götze und Co. - einst als eines der größten Talente.

Marc Rzatkowski, 26 Jahre, 2 Mill. Euro: Sein Wechsel vom FC St. Pauli war bisher ein einziges Missverständnis. Vom Fußball-Fachmagazin "kicker" zum besten defensiven Mittelfeldspieler der 2. deutschen Liga geadelt, hat er in Salzburg weder vor noch nach seiner Muskelverletzung Fuß fassen können. Bei Oscar Garcia hat Rzatkowski offenbar schlechte Karten. "Neue Spieler haben es nicht so einfach, sich durchzusetzen. Man kann zumindest sagen, er trainiert ordentlich. Aber er hat sich noch nicht ganz an unseren Spielstil angepasst", sagte der Trainer.

Dayot Upamecano, 17 Jahre, 1 Mill. Euro: Eigentlich ist das französische Supertalent ein gelernter Innenverteidiger, Oscar Garcia sieht Upamecano aber lieber im defensiven Mittelfeld. Der Konkurrenzkampf wir dadurch freilich zusätzlich befeuert.

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