Fußball

Red Bull Salzburg heiß auf erste Saisonpunkte gegen Sturm

Nach dem Aus in der Europa League hat die Wiener Austria in diesem Jahr nur noch ein Ziel: In den zwei Partien bis zur Winterpause sollen sechs Zähler gesammelt werden. Mit dem Vorletzten St. Pölten und Schlusslicht Mattersburg warten zwei Gegner, die in der Tabelle der Konkurrenz hinterher laufen. Fußball-Meister Salzburg trifft am Sonntag auf Tabellenführer Sturm Graz.

Red Bull Salzburg heiß auf erste Saisonpunkte gegen Sturm SN/APA (Archiv)/HANS PUNZ
34 Punkte haben die Favoritner aktuell zu Buche stehen.

Am Sonntag (16.30 Uhr) gastiert die Austria zunächst beim Aufsteiger aus Niederösterreich. Für die St. Pöltner ist die Saison bisher wenig zufriedenstellend verlaufen. Vor allem in der heimischen NV Arena ist der SKN viel schuldig geblieben. Nur einen Sieg gab es in neun Spielen, zuletzt gewann der WAC in der Landeshauptstadt mit 4:0. Die Austria hält als stärkste Mannschaft des zweiten Saisonviertels (sieben Siege, zwei Niederlagen) hingegen bei vier Siegen in den vergangenen fünf Ligaspielen in der Ferne.

Das Hoch in der Liga wurde zuletzt aber von internationalen Tiefschlägen unterwandert. Nach dem 2:3 in Pilsen hingen die Köpfe der Violetten tief. Trainer Thorsten Fink wollte seine Mannschaft nun binnen kürzester Zeit wieder aufbauen. In der Liga soll der Fokus zum Jahresausklang nicht verloren werden. Immerhin kämpft die Austria als Tabellenvierter bei nur zwei Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Sturm Graz noch um die Winterkrone.

"Wir müssen schauen, dass wir in der Meisterschaft gleich wieder angreifen und in den letzten zwei Partien möglichst viele Punkte mitnehmen", meinte Fink. Im Vorjahr hatte die Austria nach dem Herbstmeistertitel mit 35 Zählern nichts mehr angeschrieben. Heuer soll die Ausbeute erhöht werden. 34 Punkte haben die Favoritner aktuell zu Buche stehen. Sie wollen nach einem intensiven Herbstprogramm noch einmal alle Reserven mobilisieren. "Wir haben noch zwei Spiele in der Bundesliga, die wollen wir gewinnen. Dann brauchen wir die Pause, das merkt man schon", betonte Raphael Holzhauser.

St. Pölten hat die beiden bisherigen Duelle in der Bundesliga gegen die Austria noch unter Trainer Karl Daxbacher jeweils mit 1:2 verloren. Dessen Nachfolger Jochen Fallmann sah die Wiener auch nun als klarer Favorit. "Aber nichtsdestotrotz werden wir versuchen, sie zu ärgern", meinte der Interimscoach der Niederösterreicher. Fallmann befürchtete dennoch einen nach der bitteren Niederlage im Europacup um eine Reaktion bemühten Gegner: "Ich glaube, dass man mit einer hoch motivierten Austria rechnen kann."

Drei Punkte beträgt der Vorsprung St. Pöltens vor dem Start in die zweite Saisonhälfte auf Mattersburg. Am Sonntag könnte der Aufsteiger jedoch als Schlusslicht in die Partie starten, sollten die Burgenländer am Samstag zu Hause gegen die Admira voll anschreiben. Zu sehr auf den Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt schauen wollte Fallmann jedoch nicht. "Wichtig ist, dass wir Punkte brauchen", betonte der 37-Jährige.

Wie es über das weitere Abschneiden des SKN hinaus mit ihm als Cheftrainer weitergeht, ist laut Fallmann noch offen. In der kommenden Woche gebe es ein Gespräch mit der Vereinsleitung. "Für die Planungen wäre es natürlich wichtig, dass je früher desto besser Klarheit herrscht", meinte der gebürtige St. Pöltner. Inwiefern Sportdirektor Frenkie Schinkels zur Diskussion steht, bleibt abzuwarten. Er hatte nach der Beurlaubung von Daxbacher angekündigt, im Winter zurückzutreten "wenn wir hinten bleiben".

Ebenfalls um 16.30 will Fußball-Meister Salzburg das Topspiel der 19. Bundesligarunde am Sonntag bei Sturm Graz auf der Erfolgswelle surfen. Gelänge ein Sieg in der Steiermark und spielt Altach nur remis, stünden Valentino Lazaro und Co. erstmals in dieser Saison auf Platz eins. Der jüngste 2:0-Prestigeerfolg über Schalke 04 ließ die Brust der "Bullen" weiter schwellen.

"Ich habe bereits bei meiner ersten Saison-PK gesagt, dass Sturm ein Kandidat auf den Meistertitel ist", erinnerte Salzburg-Coach Oscar Garcia. "Sie haben sehr gute Neuverpflichtungen vorgenommen, sind defensiv stabiler und besser geworden. Sie sind offensichtlich wieder in guter Form und eine sehr gefährliche Mannschaft", befand der Spanier, der nach drei Pflichtspielsiegen en suite einmal mehr auf die mentale Topverfassung seiner Truppe zählt. "Dass wir in Topspielen immer eine gute Leistung abrufen können, liegt daran, dass wir in jedes Spiel mit der gleichen Mentalität gehen, nämlich mit dem Ziel, es zu gewinnen", erklärte der ehemalige FC-Barcelona-Kicker.

Zur Kopfsache wird auch das Duell in Graz werden. Denn Salzburg ist gegen Sturm seit vier Partien ohne Sieg, die beiden jüngsten Spiele gingen verloren. "Die letzten beiden Spiele gegen Sturm waren sehr unterschiedlich. Auswärts haben wir in den ersten 20 Minuten sehr schlecht gespielt und daher die zwei Gegentore bekommen, was es uns schwer gemacht hat, nochmals in die Partie zu finden", meinte Oscar im Hinblick auf das 1:3 im Juli zum Meisterschaftsauftakt. "Das Heimspiel ist uns noch sehr gut in Erinnerung. Wir haben mit zwei Mann in Unterzahl bis zum Schluss alles gegeben, und es hat am Ende doch nicht gereicht." Anfang Oktober war Konrad Laimer mit Gelb-Rot schon nach 38 Minuten vom Platz geflogen, nach der Führung für Sturm durch Deni Alar musste auch noch Josip Radosevic gehen (70.).

Der verletzte Goalgetter Alar ist diesmal aber nicht mit von der Partie, auch Salzburg kann derzeit nicht auf seinen torgefährlichsten Spieler, Jonatan Soriano, zählen. "Er ist unser Kapitän, ich bin allerdings sehr zufrieden, dass es auch ohne ihn gut läuft. Ganz einfach, weil andere Spieler sehr gut in Form sind. Trotzdem sind wir natürlich glücklich und froh, wenn er wieder zurück ist", meinte Oscar, dem in der Offensive weiter zahlreiche Akteure fehlen. Auch Fredrik Gulbrandsen, Munas Dabbur, Wanderson und Smail Prevljak sind verletzt, Valentino Lazaro und Hwang Hee-chan könnten das Sturmduo bilden.

Für Lazaro ist die Partie auch aufgrund seiner Grazer Herkunft samt GAK-Vergangenheit eine besondere, in erster Linie lockt den Offensivspieler freilich die Aussicht auf die Weiterführung der guten Leistungen. "Ich denke, dass man in den vergangenen Wochen gesehen hat, was für eine tolle Entwicklung wir gemacht haben", erklärte der Offensivspieler. "Da müssen wir weitermachen und weiter auf unsere Stärken bauen. So ein Prestigesieg wie gegen Schalke gibt uns wieder viel Selbstvertrauen, jetzt wollen wir auch auswärts gegen den Tabellenführer unsere ersten Punkte machen."

Quelle: APA

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