Fußball

Red Bull Salzburg und Leipzig: Schon 21 spielten doppelt

Der Austausch zwischen den beiden Fußballfilialen von Red Bull war schon vor Bernardo und Keita intensiv. Eine Liste aller Spieler, die sowohl in Leipzig als auch in Salzburg tätig waren.

Martin Hintereggers kritische Worte ("Leipzig macht Salzburg kaputt") waren der bislang letzte Akt in der Geschichte des außergewöhnlichen Fußball-Konstrukts von Red Bull. Hofften die Fans in Salzburg einst, dass mit den fast unerschöpflichen finanziellen Möglichkeiten ein internationaler Spitzenclub entstehen könnte, so müssen sie nun zusehen, wie ein Spieler nach dem anderen nach Leipzig abwandert. Einige nahmen aber auch die umgekehrte Richtung. Diese 21 Spieler - mitgerechnet auch solche im Nachwuchs und beim Farmteam FC Liefering - trugen bereits die Dressen beider Clubs:

Roman Wallner: Das Stürmer-Urgestein war 2012 der erste, der von Salzburg zum damaligen Viertliga-Club wechselte. Schon nach einem halben Jahr (16 Spiele/6 Tore) kehrte er zurück nach Österreich und heuerte bei Wacker Innsbruck an.

Stefan Hierländer: Der Mittelfeldspieler konnte die hohen Erwartungen in Leipzig nicht erfüllen und fand sich in der zweiten Mannschaft wieder. Mittlerweile ist er bei Sturm Graz gelandet.

Georg Teigl: Der "Turbo" auf der Außenbahn kam als Ersatz für einen schwerverletzten Spieler nach Leipzig und wurde dafür eigens vom Rechtsaußen zum Verteidiger umgeschult. Er ist nun in Augsburg tätig, wo er wieder mit Martin Hinteregger zusammenspielt.


Stefan Ilsanker: Der ÖFB-Teamspieler schaffte in seinem ersten Jahr gleich den Bundesligaaufstieg mit RB Leipzig.

Marcel Sabitzer: Eine Transferposse stand am Beginn. Wegen einer Klausel in seinem Rapid-Vertrag wurde er von Leipzig verpflichtet und nach Salzburger verliehen. Nach seiner "Rückholung" (die er zuvor in Interviews dementiert hatte) trug er für Leipzig acht Tore zum Aufstieg aus der 2. Liga bei.

Massimo Bruno: Auch dem Kauf des Belgiers haftete ein seltsamer Beigeschmack an. Leipzig verlieh ihn für die Saison 2014/15 an Salzburg. Im Jahr darauf überzeugte er in Leipzig nur selten. Vor kurzem wurde er an seinen alten Club RSC Anderlecht verliehen.

Peter Gulácsi: Der ungarische Team-Torhüter ging nach zwei Jahren in Salzburg 2015 nach Leipzig und erkämpfte sich im Zweitliga-Aufstiegsjahr den Stammplatz zwischen den Pfosten.

Naby Keita: Der Topspieler der österreichischen Bundesliga ist seit Sommer 2016 Leipziger. Der Guineer soll 15 Millionen Euro an Ablöse gebracht haben.

Bernardo: Der jüngste Transfer sorgte nicht nur bei Salzburg-Trainer Oscar Garcia für Unmut. Kurz vor dem Bundesligaschlager gegen Rapid erfuhr er vom Abgang seines Defensivmannes.

Nils Quaschner: Beim Mittelstürmer aus Rostock verstrickte sich Red Bull im Gewirr seines Clubkonstrukts. Weil er zuvor in der Saison schon für den FC Liefering und Red Bull Salzburg gespielt hatte, untersagte der Weltverband FIFA Anfang 2015 seinen Wechsel nach Leipzig. Er ging ein halbes Jahr später, kam über eine Reservistenrolle nie hinaus und wurde nach Bochum verliehen.

Alexander Schlager: Das Salzburger Torhütertalent, später bei Grödig und nun beim FAC, wurde 2014 aus der Lieferinger Akademie in die Leipziger U19 geschickt, wo er den Titel in der Nord/Nordost-Meisterschaft holte.

Fabian Bredlow: Teil 2 der Torhüter-Rochade von 2014: Der deutsche U19-Teamtorhüter stand bei Liefering zwischen den Pfosten und war Nummer drei im Profikader. Mittlerweile ist er zurück im Osten und spielte beim Halleschen FC

Elvis Osmani: Das Mittelfeldtalent aus der Akademie Salzburg war ab Anfang 2014 eineinhalb Jahre im Leipziger Nachwuchs engagiert und kehrte dann zum FC Liefering zurück.

Thomas Dähne: Sieben Jahre verbrachte der bayerische Torhüter in Salzburg und kam 2013 sogar zu einem Bundesligaspiel bei den Profis. In Leipzig reichte es 2014/15 nur zur Nummer-drei-Position. Inzwischen fängt er in Finnland für HJK Helsiniki.

Yordy Reyna: Salzburg - Liefering - Grödig - Leipzig - Salzburg, und das alles in zwei Jahren: der Peruaner steht aktuell als wenig eingesetzter Reservist wieder bei den Salzburger Bullen im Kader.

Rodnei: Der in Salzburg langzeitverletzte Brasilianer war im Frühjahr 2015 für ein Kurzgastspiel Leipziger.

Omer Damari: Von Leipzig ein Jahr nach Salzburg verliehen, wo er aber die Ewartungen nicht erfüllte. Er landete mittlerweile in New York und hat somit als Erster bei allen drei Red-Bull-Vereinen gespielt.

Smail Prevljak: Der derzeit verletzte bosnische Teamstürmer kam 2014 aus dem Leipzig-Nachwuchs.

Lucas Venuto: Die Entdeckung von Red Bull Brasil verbrachte ein halbes Jahr bei der Leipziger U19 und landete via Liefering und Grödig bei Austria Wien.

Felipe Pires: Venutos "Zwilling" nahm zuerst den selben Weg wie er und war ein halbes Jahr lang im Kader der Salzburger Red-Bull-Profis.

Christos Papadimitriou: Das Talent aus dem Leipziger Nachwuchs fiel in seinem halben Jahr beim FC Liefering 2014 nicht auf und bestritt nur zwei Spiele.

Update:
Dmitri Skopintcev wechselte 2015 nach wenigen Wochen von Leipzig nach Salzburg, wo er beim FC Liefering und in der UEFA Youth League spielte. Er ist demnach Nummer 22 dieser Liste, bestritt aber in Leipzig keine Pflichtspiele. Mittlerweile ist der Linksverteidiger in seiner russischen Heimat bei Champions-League-Teilnehmer FK Rostow unter Vertrag.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 07:11 auf https://www.sn.at/sport/fussball/red-bull-salzburg-und-leipzig-schon-21-spielten-doppelt-1101808

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