Red Bull Salzburg

Fußball-Bundesliga: Ein Fall für zwei

Zum Start der Frühjahrssaison in der Fußball-Bundesliga lautet die drängendste Frage: Kann Tabellenführer Sturm Graz Meister Red Bull Salzburg am fünften Titelgewinn hindern?

Sturm Graz gegen Red Bull Salzburg heißt das Duell um den goldenen Bundesliga-Meisterteller. SN/gepa
Sturm Graz gegen Red Bull Salzburg heißt das Duell um den goldenen Bundesliga-Meisterteller.

Mit einem Heimspiel gegen die Admira startet Red Bull Salzburg seine "Mission Meistertitel". Trainer Marco Rose will seine Elf nach einer "sehr guten Vorbereitung" gleich "im absoluten Wettkampfmodus" sehen.

Soll heißen: Gegen eine ersatzgeschwächte Admira (Knasmüllner nach England transferiert; Toth, Starkl und Sax fehlen verletzt) zählt für die Bullen nur ein Sieg.

Dieselbe Marschroute verfolgt Tabellenführer Sturm Graz am Samstag beim Trainerdebüt von Heiko Vogel gegen Mattersburg.

Was spricht im Titelkampf für Red Bull Salzburg? Und was für Sturm Graz? Eine SN-Analyse.

Offensive

Mit 39 (Sturm) bzw. 40 (Salzburg) Toren liegen die beiden Titelkandidaten nahezu gleichauf. Salzburgs Trumpf ist die Fülle an Offensivspielern. Neben Millionenstürmer Munas Dabbur kämpfen Fredrik Gulbrandsen, Hee-Chan Hwang, Takumi Minamino und Patson Daka um einen Platz im Angriff.

Dahinter sorgen Youngsters wie Xaver Schlager oder Hannes Wolf für jede Menge Dynamik. Das macht den Meister bei seinem Offensivpressing schwer ausrechenbar.

Sturm Graz hat sich mit Jakob Jantscher und Bright Edomwonyi sehr gut verstärkt. In Mattersburg sind beide wegen fehlender Spielgenehmigungen jedoch noch nicht dabei. Damit läuft im Angriff vorerst weiterhin alles über Deni Alar. Sportchef Günter Kreissl verzichtete auf eine Kampfansage in Richtung Red Bull Salzburg, meinte über den neuen Trainer aber vielsagend: "Heiko Vogel denkt tendenziell offensiver von der Ausrichtung der Mannschaft, wie er spielen lässt."

Defensive

Viel ist vom Offensivpressing der Salzburger die Rede, doch das wahre Prunkstück des Serienmeisters ist die Verteidigung. Nur 14 Gegentore ließen Kapitän Alexander Walke und Co. im Herbst zu. Auch der Abschied von Abwehrchef Paulo Miranda (wechselte zu Grêmio Porto Alegre) sollte da nicht allzu schwer ins Gewicht fallen. An seine Stelle tritt Ex-Bulle André Ramalho. "Es ist, als wäre er nie weg gewesen", sagte Sportdirektor Christoph Freund.

Sturm hat in der Vorbereitung den FC Basel und Dynamo Kiew in Testspielen bezwungen. Kapitän Christian Schulz attestiert seinem Team hohe Qualität, lässt dennoch lieber Vorsicht walten: "Alles hat sehr gut geklappt, die Liga ist aber auf einem anderen Platz." Ein Grund: Mit Linksverteidiger Charalampos Lykogiannis verlor man einen der auffälligsten Ligaspieler an Cagliari.

Ausgangslage

Red Bull Salzburg muss, Sturm Graz kann Meister werden. Das ist ein psychologischer Vorteil für die Steirer. Die Sturm-Fans sind heiß und wollen ihre Mannschaft zum Titel tragen. In Salzburg dagegen wäre der fünfte Meistertitel in Folge zwar historisch, aber ob die Bedeutung den Salzburgern auch bewusst ist? Hier nimmt man den Erfolg längst als gegeben hin.

Sturm Graz gegen Red Bull Salzburg heißt das Duell um den goldenen Bundesliga-Meisterteller. SN/pfeifer
Sturm Graz gegen Red Bull Salzburg heißt das Duell um den goldenen Bundesliga-Meisterteller.

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